eNewsletter Nr. 23/2012 (07.12.2012) von wegweiser-buergergesellschaft.de



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

07. Dezember 2012

Freiheit und bürgerschaftliches Engagement

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Stiftungen

Eine im Auftrag der Herbert Quandt-Stiftung erstellte repräsentative Studie hat den Zusammenhang zwischen »Freiheit und bürgerschaftlichem Engagement« untersucht. Gefragt, ob sie sich im Zweifel für Freiheit oder für Gleichheit im Sinne sozialer Gerechtigkeit entscheiden würden, sprachen sich 45 Prozent der Deutschen für die Freiheit und 44 Prozent für Gleichheit aus. Zugleich konstatiert die Studie in Deutschland eine »Gesellschaft der Teilhabe«. So stellen die Wissenschaftler seit Anfang der 1990er Jahre einen kontinuierlich steigenden Glauben der Bürgerinnen und Bürger an den eigenen Einfluss fest. Dadurch hätten sich auch die Chancen verbessert, Bürger/innen für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen. Die Studie ermittelt einen Anteil der ehrenamtlich Engagierten an der Gesamtbevölkerung von 28 Prozent, wobei die Gruppe der 45-59-Jährigen mit 35 Prozent herausragt. Neben dem Alter spielen der Studie zufolge auch soziale Faktoren eine große Rolle beim Engagement. So sind erwartungsgemäß Personen mit höherer Schulbildung und Einkommen weit überdurchschnittlich ehrenamtlich tätig. Die Studie wagt auch einen Blick auf die parteipolitische Orientierung der ehrenamtlich engagierten Bürger/innen: Demnach findet sich der größte Anteil der freiwillig Tätigen unter den Anhängern der Grünen und der FDP. Praktisch gleichauf an dritter Stelle folgen die Anhänger von CDU/CSU, während die Sympathisanten der SPD und der Linken laut Studie unterdurchschnittlich häufig engagiert sind. Für die Studie wurden Anfang des Jahres 1.761 Personen im Alter ab 16 Jahren befragt.

Die Studie im Wortlaut (PDF)

07. Dezember 2012

Generali Altersstudie 2012

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Leben im Alter

Der Generali Zukunftsfonds hat die Alterstudie 2012 vorgelegt. Im Rahmen der Studie wurden bundesweit mehr als 4.000 Personen im Alter von 65 bis 85 Jahren gefragt, wie sie leben, denken und sich engagieren. Damit sind die Ergebnisse der Studie repräsentativ für mehr als 15 Mio. Menschen dieser Altersgruppe. Die Untersuchung widmet sich insbesondere dem bürgerschaftlichen Engagement älterer Menschen. Der zeitliche Umfang, in dem die 65- bis 85-jährigen Eltern ihre (erwachsenen) Kinder durch Mithilfe im Haushalt, Betreuung der Enkelkinder oder die Erledigung von Besorgungen entlasten, beträgt durchschnittlich 15 Stunden pro Woche. Auch gesellschaftlich sehen sich die 65- bis 85-Jährigen in der Mitverantwortung: 45 Prozent der 65- bis 85-Jährigen engagieren sich ehrenamtlich. Fast jeder Vierte hat mit seinem Engagement erst nach Renteneintritt begonnen. Hochgerechnet umfasst das derzeitige Engagement der Älteren rund 1,48 Mrd. Stunden pro Jahr, was etwa 870.000 Vollzeitstellen entspricht.

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07. Dezember 2012

Bagfa: Bundespräsident übernimmt Schirmherrschaft

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement

Bundespräsident Joachim Gauck hat die Schirmherrschaft über die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa) e.V. übernommen. Dies teilte das Bundespräsidialamt Anfang Dezember mit. Die bagfa freut sich in einer aktuellen Stellungnahme über die präsidiale Unterstützung und wertet die Zusage Gaucks als »Anerkennung« der geleisteten Arbeit. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen ist Dachverband der über 360 Freiwilligenagenturen in Deutschland. Freiwilligenagenturen unterstützen Menschen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen und engagieren möchten.

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07. Dezember 2012

Deutscher Engagementpreis: Gewinner stehen fest

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft

Am 5. Dezember, dem Internationalen Tag des Ehrenamts, wurde in Berlin der Deutsche Engagementpreis 2012 verliehen. Preisträger aus fünf Bundesländern wurden für ihr herausragendes freiwilliges Engagement in sechs Kategorien ausgezeichnet. Der mit 10.000 Euro dotierte Publikumspreis ging an die Initiative »Storch Heinar/Endstation Rechts«. Das Projekt klärt mit Mitteln der Satire über die Gefahren des modernen Rechtsextremismus auf. Der Deutsche Engagementpreis, die deutschlandweit größte Auszeichnung für bürgerschaftliches Engagement, wird in diesem Jahr zum vierten Mal vergeben. Träger ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit, ein Zusammenschluss von großen Dachverbänden und unabhängigen Organisationen des Dritten Sektors.

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07. Dezember 2012

Welthungerhilfe: Spiel gegen Landraub

Kategorie: Eine Welt/ Globalisierung, Kampagnen, Nachhaltige Entwicklung

Die Welthungerhilfe kämpft für einen gerechten Zugang zu natürlichen Ressourcen. Mithilfe einer Kampagne und einem satirischen Online-Spiel macht die Entwicklungshilfeorganisation nun auf das Thema »Landraub« aufmerksam. Ob Land, Wasser oder Energie: Im Rahmen des Spiels können die Nutzer/innen als raffgierige Spekulanten im Auftrag einer fiktiven Immobilienfirma natürliche Ressourcen in verschiedenen Ländern der Welt zum Spottpreis einkaufen. Die Welthungerhilfe möchte mit dem virtuellen Spiel auch ernsthafte Informationen zum Thema bereitstellen. So kaufen oder pachten nach Angaben der NGO seit einigen Jahren zunehmend Investoren Land in Entwicklungsländern, um Nahrungsmittel, Holz oder Biotreibstoff für den eigenen Bedarf zu produzieren. Dabei investieren sie bevorzugt in Staaten mit schwachen politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Strukturen. Betroffen sind die Staaten mit der größten Anzahl an hungernden und unterernährten Menschen. In diesem Prozess werden die einheimischen kleinbäuerlichen Familien meist ohne Entschädigung von ihrem Land vertrieben. Dabei geht immer mehr Land in Entwicklungsländern für die Ernährung der eigenen Bevölkerung verloren.

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Im Fokus: Kunst, Partizipation und Demokratie

07. Dezember 2012

Der Abstand zum Gewohnten: Kunst und Partizipation

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Kultur

Was passiert, wenn Kunst und Bürgerbeteiligung zusammentreffen? Wird die Kunst dann demokratisch? Kann Kunst die Partizipation der Bevölkerung an der Gestaltung der Gesellschaft befördern? Welche gesellschaftliche Funktion hat die Kunst? Vor zehn Jahren fand in Hohenstein, einer kleinen Gemeinde auf der Mittleren Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg, das Modellprojekt »Kunst im Dorf« statt. Im Rahmen des Projekts waren sechs Künstler/innen eingeladen, künstlerische Konzepte zu entwickeln, die sich mit in Hohenstein laufenden kommunalen Planungen befassen sollten. Doris Koch, freischaffende Konzeptkünstlerin und damalige Kuratorin des Projekts, schildert rückblickend in ihrem Gastbeitrag eine kommunal-künstlerische Erfolgsgeschichte, die zur Beantwortung der obigen Fragen herangezogen werden kann.

Koch, Doris:Der Abstand zum Gewohnten: Kunst und Partizipation(195 KB)
07. Dezember 2012

Berlin: Citizen Art Days 2012

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Kultur

Kooperative Kunststrategien und Beteiligungspotenziale im öffentlichen Raum standen Anfang des Jahres im Mittelpunkt der ersten Berliner Citizen Art Days. Schwerpunkte des Programms waren die Themen Nachhaltigkeit, Ökonomie und Miteinander. Stadtexkursionen, Workshops, Kunstaktionen und Präsentationen: eine Woche lang lieferten die Citizen Art Days kreativen Raum für Bürgerinnen und Bürger, Stadtakteure und Künstler/innen, gemeinsam darüber nachzudenken, wie Kunstprojekte soziales Miteinander und lokale Demokratie fördern können. Die Citizen Art Days wurden initiiert und kuratiert von der Berliner Künstlergruppe »Parallele Welten«, bestehend aus Stefan Krüskemper, María Linares und Kerstin Polzin. Die drei Künstler/innen stellen in ihrem Gastbeitrag das von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderte Pilotprojekt vor.

Linares, Maria/Polzin, Kerstin/Krüskemper, Stefan:Berlin: Citizen Art Days 2012(548 KB)
07. Dezember 2012

LandLebenKunstWerk: Was ist ein Dorf auf dieser Erde?

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Kultur, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf

Eine Dorfwerkstatt, ein AbenteuerBauKunstKochMobil und ein Hektar Kunst: ein Projekt in einem Dorf in Sachsen-Anhalt zeigt, wie in einem strukturschwachen ländlichen Raum Kunst und Kultur zur gesellschaftlichen und politischen Partizipation und zur Wiedererlangung dörflicher Handlungsfähigkeit beitragen können. Veit Urban, Sozialwissenschaftler und Mitgründer der Initiative LandLebenKunstWerk, beschreibt in seinem Gastbeitrag die Entstehung des Gemeinschaftsprojekts und skizziert dessen Entwicklung zu einem Zentrum für nachhaltige Landkultur.

Urban, Veit:LandLebenKunstWerk: Was ist ein Dorf auf dieser Erde?(411 KB)
07. Dezember 2012

Kunst und Kultur in der interkulturellen Gesellschaft

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Kultur

Wie verändert sich das Verständnis von Kultur, wie verändern sich kulturelle Einstellungen und Interessen, wie verändert sich das reale Kulturleben in einer durch Migration beeinflussten Gesellschaft? Wie kann der kulturelle Reichtum, der durch das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkünfte und Milieus entsteht, produktiv genutzt werden? Auf der Basis von Gesprächen mit Menschen mit und ohne Migrationshintergrund hat das im Auftrag des Zentrums für Kulturforschung erstellte »InterKulturBarometer« untersucht, welchen Einfluss Migration auf kulturelle Interessen hat und wie sich die kulturelle Partizipation migrantischer Bevölkerungsgruppen entwickelt. Es wird deutlich, dass Kunst und Kultur angesichts zunehmender Globalisierungs- und Migrationseffekte ein großes Potenzial zur Verständigung unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen besitzen. Daraus erwächst die Empfehlung, Kunst und Kultur stärker in die Integrationspolitik einzubeziehen. Die Studie zeigt zudem, wie Kooperationen zwischen Migrantenkulturvereinen und anderen Kultureinrichtungen gelingen können.

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Publikationen und Veranstaltungen

07. Dezember 2012

Publikation: Transnationale Gerechtigkeit und Demokratie

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Publikationen

Die Leitideen von Gerechtigkeit und Demokratie, die traditionell für innerstaatliche Ordnungen definiert wurden, müssen heute philosophisch und politisch neu bestimmt werden. Dabei stellt sich die Frage, ob der Staat oder die kosmopolitische Gemeinschaft der angemessene Bezugsrahmen ist. Die Autorinnen und Autoren erörtern, wie Gerechtigkeit und Demokratie unter Bedingungen der Globalisierung grundbegrifflich zusammenhängen und wie Gerechtigkeit und demokratische Legitimität jenseits des Nationalstaats realisiert werden können. Themen sind beispielsweise die Legitimation internationalen Regierens durch deliberative Verfahren oder die Frage, ob Demokratieförderung als globale Aufgabe zu verstehen ist.

Peter Niesen (Hg.): Transnationale Gerechtigkeit und Demokratie. 2012, 342 S., 32,90 Euro, ISBN 978-3-593397580

Information und Bestellung

07. Dezember 2012

Publikation: Regionale Netzwerke

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Publikationen, Unternehmen und Engagement

Eine nachhaltige Entwicklung erfordert eine umfassende Transformation unserer Gesellschaft. Klar ist: Klassische Politikmuster reichen dafür kaum aus. Auch verfügen einzelne Akteure meist nicht über ausreichende Mittel und Informationen, um Veränderungen alleine voranzutreiben. Daher kommt regionalen Nachhaltigkeitsnetzwerken und Kooperationen eine zentrale Bedeutung zu - insbesondere zwischen Unternehmen und anderen gesellschaftlichen Gruppen. Das Buch analysiert anhand eines Netzwerks zwischen Schulen und Unternehmen in Wuppertal wie regionale Netzwerke einen entscheidenden Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung leisten. Sie bilden den Ankerpunkt einer Vernetzung im Mehrebenensystem - von der individuellen über die lokale und regionale bis zur gesamtgesellschaftlichen Ebene. Die Autorin identifiziert wesentliche Merkmale und Erfolgsfaktoren für regionale, innovationsorientierte Netzwerke und entwickelt daraus das Modell eines Lernenden Netzwerks mit kreativen Agenten. Deutlich wird, wie regionale Akteure von gegenseitigem Vertrauen, emotionaler Bindung, spezifischer Vor-Ort-Kenntnis und konkreter Ergebnisorientierung profitieren.

Carolin Baedeker: Regionale Netzwerke – Gesellschaftliche Nachhaltigkeit gestalten am Beispiel von Lernpartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen. 2012, 304 S., 34,95 Euro, ISBN 978-3-86581-322-0

Information und Bestellung

07. Dezember 2012

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden. Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 23.01.2013 in Hannover: Wie baue ich eine Freiwilligenagentur auf?
Ein Workshop der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen

• 25.-27.01.2013 in Loccum: Von Wutbürgern und mutigen Mitbürgern – Emotionalität in partizipativen Prozessen
Eine Tagung von Procedere – Verbund für prozedurale Praxis in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

 

In eigener Sache

07. Dezember 2012

In eigener Sache

Heute lesen Sie den letzten eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft im Jahr 2012. Die Redaktion dankt allen Leserinnen und Lesern ganz herzlich für das aufmerksame Interesse in den vergangenen zwölf Monaten und überdies für manchen wichtigen Hinweis. Wir freuen uns auch im kommenden Jahr auf Ihre Anmerkungen, Lob und Kritik. Die nächste Ausgabe erscheint am 18. Januar 2013. Wir wünschen Ihnen frohe Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr.

Eva-Maria Antz, Ulrich Rüttgers

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