eNewsletter Nr. 19/2012 (12.10.2012) von wegweiser-buergergesellschaft.de



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

12. Oktober 2012

Projekt »Offene Entwicklungshilfe«

Kategorie: Eine Welt/ Globalisierung, Menschenrechte, Nachhaltige Entwicklung

Von Afghanistan bis zur Zentralafrikanischen Republik: Das Open Data-Portal offene-entwicklungshilfe.de gibt einen Überblick über alle Aktivitäten der staatlichen deutschen Entwicklungszusammenarbeit der Jahre 2000 bis 2010. Wohin sind die deutschen Entwicklungshilfegelder geflossen? Welche Sektoren wurden in den einzelnen Ländern am meisten gefördert? Das Portal stellt graphisch aufbereitete Informationen zu über 100.000 Projekten deutscher Entwicklungshilfe zur Verfügung. Ziel ist es, allen Interessierten den Zugang zu entwicklungspolitischen Basisdaten zu vereinfachen. Das Projekt wird getragen von der gemeinnützigen Open Knowledge Foundation Deutschland.

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12. Oktober 2012

Sozialkapital und politische Beteiligung bei Jugendlichen

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie

Welche Jugendlichen engagieren sich auch politisch? Nach einer Befragung an siebzig Sekundarschulen in Belgien, an der mehr 3.100 Jugendliche teilgenommen haben, kommt eine aktuelle Studie des Wissenschaftszentrums Berlin zu einem unerwarteten Ergebnis: die Mehrzahl der politisch engagierten Schülerinnen und Schüler stellen religiös gebundene Jugendliche aus Migrantenfamilien. Insgesamt waren ein Drittel der befragten Schüler/innen politisch aktiv. Als Konsequenz aus diesem Ergebnis plädieren die Autorinnen der Studie dafür, die Lebenswirklichkeit junger Menschen genauer zu betrachten. Sie stellen fest, dass auch Jugendliche mit geringerer sozialer Einbindung politisch aktiv sind – auch wenn sie eher in Moscheen als in Bürgerinitiativen anzutreffen sind. Für die Forscherinnen ist deshalb klar: begrenztes Sozialkapital geht nicht zwangsläufig mit geringerer politischer Beteiligung einher; vielmehr scheint eine religiöse Lebensführung eng mit intensivem politischem Engagement verknüpft zu sein. Die wesentlichen Ergebnisse sind im aktuellen WZB-Brief Zivilengagement nachzulesen.

Der WZB-Brief Zivilengagement im Wortlaut (PDF)

12. Oktober 2012

Bundesrat: Freiwilligendienste reformieren

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie

Der Bundesrat hat Ende September eine Entschließung zur Weiterentwicklung der Freiwilligendienste verabschiedet. Darin fordert der Bundesrat die Bundesregierung auf, neben einer Erhöhung der Mittel für Freiwilligendienste eine Stärkung des Trägerprinzips im Bundesfreiwilligendienst zu veranlassen. Zudem fordert die Länderkammer u.a. die Arbeitsmarktneutralität der Freiwilligendienste sicherzustellen, die Rolle des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben zu überprüfen sowie unter Beteiligung der Länder ein Freiwilligendienstestatusgesetz auf den Weg zu bringen.

Der Beschluss im Wortlaut (PDF)

12. Oktober 2012

Wettbewerb und Studie zu freiwilligem Engagement

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Fundraising, Unternehmen und Engagement, Vereinsarbeit

Wie hat sich das freiwillige Ehrenamt in Deutschland in den letzten Jahren entwickelt? Eine Studie von betterplace.lab im Auftrag des Bankinstituts ING-DiBa zeigt: Über 23 Millionen Menschen gehen einer Freiwilligentätigkeit nach, und sie tun es langfristig – im Durchschnitt seit mehr als zehn Jahren. Die Engagementquote lag mit 36 Prozent im Jahr 2010 über dem europäischen Durchschnitt. Der Anteil des Dritten Sektors an der Bruttowertschöpfung in Deutschland beträgt 4,1 Prozent bzw. 89 Milliarden Euro jährlich. Eine zentrale Herausforderung sehen die Autor/innen der Studie darin, dass es für junge Menschen aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Bildungswesen zunehmend schwierig wird, Zeit für freiwilliges Engagement zu finden. Die Studie hat auch die Hauptschauplätze des ehrenamtlichen Engagements herausgearbeitet: über 90 Prozent findet im Umfeld von Vereinen statt. Vor diesem Hintergrund hat die ING-DiBa erneut in Kooperation mit dem Bundesfamilienministerium einen Vereinswettbewerb gestartet, in dem die Bank 1.000 Vereinen jeweils 1.000 Euro spendet. Bewerbungsschluss für Vereine ist der 6. November 2012.

Die Studie im Wortlaut (PDF)

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12. Oktober 2012

Abrufverfahren bei Zuwendungsempfängern

Kategorie: Kultur, Organisation/ Kommunikation/ Qualifikation

Bisher galt für Empfänger öffentlicher Zuwendungen das Prinzip, Mittel für den Bedarf der kommenden zwei Monate bzw. sechs Wochen abfordern zu können. Für die Empfänger von Zuwendungen des Kulturstaatsministers ist nun eine Änderung geplant: Sie sollen Mittel jeweils einen Tag bevor eine Zahlung erfolgt, bei der Bundeskasse abrufen müssen. Das heißt, dass nur noch Mittel für Überweisungen oder Abbuchungen abgerufen werden können, die am folgenden Tag fällig sind. Der Deutsche Kulturrat kritisiert diese Entscheidung. Er befürchtet durch die Neuregelung einen erheblichen bürokratischen Mehraufwand sowohl für Zuwendungsempfänger als auch für die Bundesverwaltung. Zudem widerspreche die Regelung den Empfehlungen von Fachleuten, das Zuwendungsrecht und die Anwendungsvorschriften zu entbürokratisieren, um bürgerschaftliches Engagement zu stärken. Der Kulturrat fordert daher in einer aktuellen Resolution den Finanzminister und den Kulturstaatsminister auf, das sog. Abrufverfahren bei Zuwendungsempfängern wieder rückgängig zu machen.

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Im Fokus: Stadt gemeinsam entwickeln

12. Oktober 2012

Stadtentwicklung und Integration

Kategorie: Gemeinwesenarbeit/ Quartiersmanagement, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Soziales/ Soziale Problemlagen, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

In Deutschland haben etwa 16 Mio. Menschen ausländische Wurzeln. Die Integration von Zugewanderten und von Menschen mit Migrationshintergrund ist zu einer zentralen Zukunftsaufgabe von Städten, Gemeinden und Landkreisen avanciert. Die Kommunen sind je nach Anzahl, Herkunft, Alter und Bildungsstand der Zuwanderer/innen unterschiedlich gefordert. Im Bereich der Stadtentwicklung wird bereits im Nationalen Integrationsplan auf den besonderen Handlungsbedarf in Stadt- und Ortsteilen, in denen sich sozioökonomische Benachteiligungen mit städtebaulichen Defiziten und Problemen des Zusammenlebens unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen überlagern, aufmerksam gemacht. Martina Kocks, Referentin beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), erläutert in ihrem Gastbeitrag den Zusammenhang von Stadtentwicklung und Integration und stellt verschiedene Modellvorhaben des BBSR im Handlungsfeld vor.

Kocks, Martina:Wie gehören Stadtentwicklung und Integration zusammen?(230 KB)
12. Oktober 2012

Kirche findet Stadt: Kirche als Akteur der Stadtentwicklung

Kategorie: Gemeinwesenarbeit/ Quartiersmanagement, Religion und Weltanschauung, Soziales/ Soziale Problemlagen, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Welche Rolle spielt die Kirche als zivilgesellschaftlicher Akteur in sozial-kulturellen und sozial-ökologischen Netzwerken der Stadtentwicklung? Diese Frage steht im Mittelpunkt des ökumenischen Kooperationsprojekts »Kirche findet Stadt«. An verschiedenen Referenzstandorten mit kirchlichen Initiativen in ganz Deutschland möchte das Projekt aufzeigen, wie Stadtteilentwicklung bereits jetzt durch das Engagement der Kirchen unterstützt wird. Zugleich will es bundesweit neue Ansätze der Zusammenarbeit von Kirchen und ihren Wohlfahrtsorganisationen in themen- und sektorübergreifenden lokalen Entwicklungspartnerschaften ausloten. Dr. Petra Potz, Stadtplanerin und Leiterin der Transferstelle des Projekts, skizziert in ihrem Gastbeitrag Potentiale und Perspektiven des Projekts.

Potz, Petra:Kirche findet Stadt – Potenziale und Perspektiven für eine strategische Plattform der integrierten Stadtentwicklung(163 KB)
11. Oktober 2012

Kommunaler Index für Inklusion

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Vielfalt in der Kommune bedeutet einerseits eine Vielzahl unterschiedlicher Einrichtungen und Organisationen, die Angebote schaffen und das Leben vor Ort gestalten; andererseits bedeutet sie auch eine Vielzahl von Menschen, die in der Kommune leben und in verschiedensten Lebens- und Arbeitszusammenhängen wirksam sind. Kommune ist darum im Kontext von Inklusion mehr als eine lokale Verwaltungseinheit. Seit mehreren Jahren arbeitet die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft mit Kommunen, einzelnen Einrichtungen und Organisationen, Projekten und Initiativen zusammen, die Veränderungsprozesse unter der Leitidee Inklusion in ihren Kommunen beteiligungsorientiert initiieren und weiterentwickeln. Im Zuge dessen hat die Stiftung einen »Kommunalen Index für Inklusion« entworfen mit dem Ziel, die Ressourcen von Vielfalt für die Entwicklung eines inklusiven Gemeinwesens zu nutzen. Wiebke Lawrenz, Projektleiterin der Montag Stiftung, stellt in ihrem Gastbeitrag die  Grundidee des Index vor und zeigt, wie mit dessen Hilfe auf kommunaler Ebene das Engagement für ein inklusives Gemeinwesen gestärkt werden kann.

Lawrenz, Wiebke:Vielfalt entdecken und nutzen – Gemeinschaftliches Engagement zur Entwicklung eines inklusivn Gemeinwesens mit dem »Kommunalen Index für Inklusion«(158 KB)
12. Oktober 2012

Wege zum sozialen Stadtteil

Kategorie: Gemeinwesenarbeit/ Quartiersmanagement, Soziales/ Soziale Problemlagen, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Was ist gemeint, wenn Akteure in der Stadtentwicklung, im Quartiersmanagement, in der Nachbbarschaftsarbeit, in der Gemeinwesenarbeit von »sozialer Stadt« oder »sozialem Stadtteil« sprechen? Welche Wege führen zu einer solidarischen Stadt, die geprägt ist von Zusammenhalt und Teilhabe? Der Verband für sozial-kulturelle Arbeit e.V. hat bei seiner Jahrestagung 2011 und anläßlich seines 60jährigen Jubliäums im vergangenen Jahr eine Debatte über Konkurrenzen oder Koexistenzen verschiedener Konzepte, Ansätze, Programme geführt. Die Referate, Inputs und vor allem die Diskussionsverläufe in den einzelnen Foren der Tagung sind nun detailliert im Rundbrief 1/2012 dokumentiert.

Zur Dokumentation

Publikationen und Veranstaltungen

12. Oktober 2012

Publikation: Förderratgeber

Kategorie: Fundraising, Organisation/ Kommunikation/ Qualifikation, Vereinsarbeit

Wo gibt es Fördertöpfe für welche Projekte - und wie müssen Anträge formuliert und gestellt werden? Zu solchen Fragen bietet der Förderratgeber in der neuen überarbeiteten Auflage detaillierte Informationen. Zum einen werden grundsätzliche Hinweise zur Antragstellung, zu Kosten- und Finanzierungsplänen oder zu typischen Fehlerquellen bei Anträgen gegeben. Zum anderen werden neben einer Auswahl von Stiftungen Förderprogramme einzelner Bundesländer, des Bundes und der Europäischen Union vorgestellt. Der Förderratgeber unterstützt Interessierte nicht nur bei der Frage nach dem Wo, sondern vor allem bei dem Wie der Antragstellung und den Voraussetzungen für eine Förderung.

Gerhard und Sabine Schwab: Der Förderratgeber. 2012, 140 S., 15,00 Euro (PDF) oder 19,50 Euro als Broschüre

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12. Oktober 2012

Publikation: Systemunterstützung und Partizipation

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Publikationen

Wie wirkt sich die Unterstützung des politischen Systems durch die Gesellschaftsmitglieder auf deren politische Partizipation aus? Bislang ging die Forschungsliteratur davon aus, dass Personen mit einer ausgeprägten Unterstützung des politischen Systems auch verfasste politische Partizipationsformen nutzen. Dagegen nutzen Personen mit einer geringen Unterstützung eher unverfasste politische Partizipationsformen. Der Autor zeigt auf, dass sowohl Personen mit einer ausgeprägten als auch solche mit einer geringen Unterstützung des politischen Systems verfasste und unverfasste politische Partizipationsformen nutzen. Personen, die gegenüber dem politischen System indifferent sind, partizipieren häufig gar nicht politisch. Das Vorhandensein solcher Effekte wurde für verschiedene westliche Demokratien geprüft.

Dominik Allenspach: Der Effekt der Systemunterstützung auf die politische Partizipation. Eine vergleichende Analyse westlicher Demokratien. 2012, 304 S., 34,95 Euro, ISBN: 978-3-531-18392-3

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12. Oktober 2012

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden. Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 19.-20.10.2012 in Köln: Ohn(e) Macht verändern?
Ein socius-Seminar zu Organisationsentwicklung im Spannungsfeld von Hierarchie und Teilhabe

• 05.-07.11.2012 in Osnabrück: Zu schräg, zu alt, zu anders? Teilhabe & Vielfalt im Engagement ermöglichen
Jahrestagung der Freiwilligenagenturen

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