Tipps für Organisationen

Seite 2: Ansprechen und einführen

Zielgerichtete Ansprache

Die Mehrzahl der heute Aktiven ist, wie Untersuchungen und Alltagserfahrungen zeigen, über persönliche Kontakte und persönliche Ansprache zum Engagement gekommen. Indirekt wird dies auch dadurch bestätigt, dass die Antwort »Mich hat niemand gefragt« nach »mangelnder Zeit« der am meisten genannte Grund für Nicht-Engagement ist.

Umso größere Bedeutung kommt der persönlichen Ansprache potenziell Interessierter zu. Sie setzt voraus, dass klar ist, für welche konkreten Aufgaben man eine/n Freiwillige/n gewinnen will und welche Erwartungen und Verpflichtungen damit verbunden sein sollen.

Dabei sind möglichst exakte, vor allem auch ehrliche Angaben über den voraussichtlichen Zeitaufwand, erforderliche Voraussetzungen und die Rahmenbedingungen ganz wichtig: Kostenerstattung? Versicherungsschutz? Fortbildung?

Je zielgerichteter die Ansprache erfolgt, desto geringer ist das Risiko beiderseitiger Enttäuschungen. Je klarer Einsatzbereiche, Bedarfe und Aufgaben definiert sind, desto eher können sich Interessierte Aufgaben nach ihren Bedürfnissen, Fähigkeiten und Interessen aussuchen.

Symbol: »Beispiel« (Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger)

Beispiel für eine Engagementbeschreibung: Freiwillige gesucht! 

Wir sind:

  • Organisation (Name, Träger, Größe, Kontaktdaten)
  • Ziele und Aufgaben der Einrichtung (Kurzbeschreibung)

Wir suchen:

  • Engagement gesucht! (Kurzbeschreibung)
  • Voraussetzungen (Zeitaufwand, Kenntnisse o.ä.)

Wir bieten:

  • Einführung
  • Unterstützung (Versicherung, Aufwandserstattung, Fortbildung)
  • Ansprechperson (Name, Kontaktdaten, Erreichbarkeit)

Wenn die Ansprache nicht persönlich, sondern z.B. via Stellenausschreibung, Inserat, Medien oder über andere unpersönliche Informationskanäle erfolgt, ist wichtig, dass eine Ansprechperson genannt wird, die z.B. zu verlässlichen Zeiten telefonische Anfragen entgegennimmt und beantwortet. Kaum etwas ist ärgerlicher, als auf eine Anfrage zu reagieren und dann zu erfahren, dass niemand sich zuständig fühlt oder Bescheid weiß.

Führungszeugnis

In manchen Einrichtungen oder Organisationen (z.B. Kinder- und Jugendhilfe, Pflege, Sport, Rettungsdienste) wird von den Ehrenamtlichen ein Führungszeugnis - eine schriftliche Bestätigung über einen bzw. keinen Eintrag im Zentralregister - erbeten. Ein solches Führungszeugnis bescheinigt, dass über die betreffende Privatperson aktuell keine rechtsfähige Verurteilung bekannt ist. Dennoch muss bedacht werden, dass auch ein »leeres Register« nur bedingt aussagefähig ist, da das Zeugnis nur bereits rechtsfähige Verurteilungen, aber keine laufenden Ermittlungs- oder Strafverfahren beinhaltet und zudem Eintragungen nach einer Frist auch wieder gelöscht werden.

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Broschüre des Deutschen Bundesjugendringes (2012) zum Führungszeugnis: Bedingungen, Vereinbarungen, Sonderfälle, Anwendungsbeispiele

Einstieg und Einführung

In einem persönlichen Vorgespräch sollten Motivation, Interessen und Möglichkeiten miteinander geklärt werden. Dazu gehört auch, dass die Organisation oder Einrichtung ihre Erwartungen, z.B. zur Verlässlichkeit und Verbindlichkeit von Absprachen, zur Dauerhaftigkeit der Mitwirkung und Bereitschaft für Fortbildung und Qualifizierung, deutlich macht.

Kommt es dann zur Zusammenarbeit, ist eine gute Einführung wichtig, die neben sachlicher Information auch die persönliche Vorstellung der anderen Mitstreiter/innen enthält. Die neuen Freiwilligen müssen wissen, an wen sie sich bei Rückfragen und Problemen wenden können.