Tipps für Organisationen

Seite 4: Anerkennen und unterstützen

Anerkennungskultur

Menschen fühlen sich anerkannt, wenn ihre Leistung erkannt wird und sie ernst genommen werden mit dem, was sie sagen und tun. Sie erwarten Bestätigung und Rückmeldung und das nicht bloß zu kalendarisch feststehenden Terminen. Und nehmen gute Engagementbedingungen nicht nur als Unterstützung sondern auch als Anerkennung wahr. 

Gleichwohl bleibt die gezielte Anerkennung von Gruppen, Erfolgen oder einzelnen Personen ein wichtiges Instrument der Engagementförderung. Den Personen und der Organisation angemessene Formen und Rituale der Wertschätzung sind die Grundlage für eine im Alltag der Organisation verankerte Anerkennungskultur.

Veranstaltungen zu feststehenden Terminen, wie z.B. zum Internationalen Tag der Freiwilligen am 5. Dezember jeden Jahres oder zu anderen relevanten Daten, können als Anlässe für öffentliche Würdigungen von Freiwilligen genutzt werden, dokumentieren sie doch auch die Anerkennung nach außen und in der Öffentlichkeit. Solche Würdigungen müssen nicht immer nach dem gleichen Muster ablaufen. Sich ein wenig Gedanken zu machen und zu versuchen, die Ehrung an Profil und Interessen der Geehrten auszurichten, ist eine besondere Ausdrucksform von Wertschätzung.

Symbol: »Externer Link« (Pfeil, der aus einem Quadrat herauszeigt)

Vielfältige Formen der Anerkennung sind unter »best practise« in dem CIVITAS-Projekt zur Förderung einer lokalen Anerkennungskultur
zusammengestellt.

Anerkennung und Geld

Stundensätze zwischen 7,- und 12,- Euro für ein freiwilliges Engagement, pauschale Aufwandsentschädigungen, die deutlich über den entstandenen Kosten liegen und Tätigkeiten, bei denen ein Minijob mit der Übungsleiterpauschale »aufgestockt« wird: dieses Szenario ist keine Seltenheit in der bundesdeutschen Engagementlandschaft. Insbesondere in den Bereichen Pflege, Gesundheit, Sport oder Kultur wird die Bezahlung von Freiwilligen zunehmend genutzt.

Vor diesem Hintergrund werden die Diskussionen um das Geld im bürgerschaftlichen Engagement in Organisation, in der (Fach-)Öffentlichkeit wie auch in der Wissenschaft zunehmend kontrovers geführt. Für die Einen ist die Bezahlung im Ehrenamt ein Element der Anerkennungskultur und unerlässliche Voraussetzung, um Engagement sicherzustellen. Für die Anderen verletzt die sog. »Monetarisierung« die Grundlagen und das Selbstverständnis bürgerschaftlichen Engagements.  

Doch was ist mit Monetarisierung überhaupt gemeint? Welche Rolle spielen geldwerte Formen der Anerkennung in der Praxis bürgerschaftlichen Engagements? Wo verlaufen die Grenzen und Grauzonen zwischen Erwerbsarbeit und Engagement? Der Themenschwerpunkt »Monetarisierung« bietet Informationen und Reflektionen, um die eigene Position zu klären.

Engagement nachweisen

Engagementnachweise, eine Zertifizierung zum Nachweis ehrenamtlicher Tätigkeit, wie sie z.B. in einigen Kommunen eingeführt wurde, oder die in einigen Bundesländern mögliche Bescheinigung ehrenamtlichen Engagements in Schulzeugnissen sind ebenfalls positive Formen der Anerkennung. Vorher sollte allerdings geklärt sein, ob die betreffenden Personen dies auch so möchten. Gerade junge Leute nutzen aber diese Nachweise gerne für spätere Bewerbungssituationen.

Symbol: »Externer Link« (Pfeil, der aus einem Quadrat herauszeigt)

Die juleica, die bundesweit gültige JugendleiterInnen-Card weist nach, dass der/die Besitzer/in ehrenamtlich als Jugendleiter/in tätig ist. Mit ihr hat er/sie z.B. Anspruch auf Beratung und Hilfe bei der eigenen ehrenamtlichen Arbeit und an einigen Stellen sogar Rabatt (Erstattungen, Fahrpreisermäßigung, Rabatte in Jugendherbergen oder bei Kulturveranstaltungen).

Symbol: »Weitere Infos« (eine Lupe über 2 Blatt Papier)

Einige Bundesländer haben Kompetenznachweise entwickelt, mit denen eine Organisation das Engagement der Freiwilligen schriftlich dokumentieren kann.