Öffentliche Fördermittel

Modellprogramme werden von der öffentlichen Hand als Reaktion auf bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen aufgelegt. Entsprechend sind sie thematisch um ein klares »Zielpaket« gruppiert und im Regelfall mit einer zeitlichen Begrenzung versehen. Teilweise werden sie ressortübergreifend organisiert, so findet z.B. »Soziale Stadt« unter der Federführung des Bundesverkehrsministeriums statt, beinhaltet aber auch Förderprogramme aus dem BMFSFJ.

Toleranz Fördern - Kompetenz stärken

Toleranz fördern - Kompetenz stärken

Das Bundesprogramm »Toleranz fördern - Kompetenz stärken«  möchte ziviles Engagement, demokratisches Verhalten und den Einsatz für Vielfalt und Toleranz fördern. Das Bundesprogramm setzt in dieser Form andere, abgeschlossene Programm fort, die unter anderen Programmnamen (z.B. Vielfalt tut gut) und Akzenten die Stärkung eines demokratischen Selbstbewusstseins unter Jugendlichen unterstützten, wobei die einzelnen Schwerpunkte auf der Stärkung demokratischer Strukturen im Gemeinwesen, dem Bildungsaspekt und der Arbeitsmarktsituation lagen.

Angesprochen werden sollen besonders Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern, Pädagog/innen, lokal einflussreiche staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure sowie Multiplikator/innen.

Das Programm » Toleranz fördern - Kompetenz stärken« hat drei Umsetzungsschwerpunkte:

  • Förderung Lokaler Aktionspläne in kommunaler Verantwortung zur Stärkung der Demokratieentwicklung vor Ort
  • Förderung von Modellprojekten, die innovative Ansätze zur Bekämpfung von Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus verfolgen 
  • Förderung und Unterstützung qualitätsorientierter Beratungsleistungen in landesweiten Beratungsnetzwerken

Mehrgenerationenhäuser

Mehrgenerationenhäuser

Über das Aktionsprogramm »Mehrgenerationenhäuser« wird das Miteinander von Menschen unterschiedlicher Lebensalter gefördert. Dazu werden nachbarschaftliche Netzwerke mit  familiennahen Dienstleistungen und niedrigschwelligen Unterstützungsangebote, Patenschaften sowie regionale Kooperationen mit Unternehmen und Kommunen ausgebaut. In den Mehrgenerationenhäuser steht neben der professionellen hauptamtlichen Arbeit auch das Engagement von Freiwilligen im Mittelpunkt. Im Jahr 2011 werden bundesweit 500 Mehrgenerationenhäuser über dieses Programm gefördert.

Soziale Stadt

Das Programm »Soziale Stadt« ist ein Modellprogramm unter Federführung des Bundesverkehrsministeriums, an dem sich Bund und Länder in einem festen Verhältnis zueinander beteiligen. Es wurde Initiiert im Jahr 2000. Ziel ist die intensive Förderung von Projekten in »Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf« (darunter zählen allerdings auch ländliche Gebiete). Es sind sowohl Wohnumfeldverbesserungs- und Infrastrukturmaßnahmen als auch Unterstützung bei der Entwicklung sozialer Kommunikation und Kompetenz förderfähig. Koordiniert wird dieses Programm durch das Deutsche Institut für Urbanistik (difu) in Berlin.

Für die Förderung des Bundes gilt ähnlich wie für die Bundesländer, dass die Förderung im Einzelnen in die fachliche Zuständigkeit unterschiedlicher Ressorts fällt.

Die generelle Zuständigkeit für die Förderung bürgerschaftlichen Engagements liegt beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Öffentliche Fördermittel gewährt der Bund jenen gemeinnützigen Organisationen, deren Leistungen nicht durch den Markt gegenfinanziert werden. Diese Finanzierung findet als Zuwendungs- oder Leistungsvertrag statt.

Während beim Zuwendungsvertrag eine Summe oder ein Differenzbetrag bis zu einer bestimmten Höhe quasi als Subvention vereinbart werden, tritt im Leistungsvertrag der Staat als Finanzier bestimmter festgeschriebener und –dotierter Leistungen auf. Einige Tätigkeiten des KJHG und des BSHG finanzieren sich zunehmend über Leistungsverträge.Bei Zuwendungsverträgen ist die Konzentration auf projektorientierte Förderung unübersehbar. Ein Projekt – klar und überschaubar definiert in Bezug auf die Zielsetzung, den Zeitrahmen und die anfallenden Kosten – ist deutlich chancenreicher als Förderanträge, die in diesen drei Charakteristika nur unklare Aussagen treffen.

Symbol: »Literaturtipp« (ein stilisiertes geöffnetes Buch)

Pichert, Daniel: Erfolgreich Fördermittel einwerben. Tipps und Tricks für das Schreiben von Projektanträgen. Bonn 2011,

Pichert, Daniel: Erfolgreich Fördermittel einwerben. Tipps und Tricks für das Schreiben von Projektanträgen. Bonn 2011,

Pichert, Daniel: Erfolgreich Fördermittel einwerben. Tipps und Tricks für das Schreiben von Projektanträgen. Bonn 2011,

Pichert, Daniel: Erfolgreich Fördermittel einwerben. Tipps und Tricks für das Schreiben von Projektanträgen. Bonn 2011. Der Autor zeigt auf praxisnahe Art und Weise, wie man einen überzeugenden Fördermittel-Antrag schreibt.  Das Buch bildet eine praxisorientierte Schreibschule mit vielen Beispielen und Formulierungsvorschlägen für die einzelnen Teile von Projektanträgen. Darüber hinaus beinhaltet „Erfolgreich Fördermittel einwerben“ Tipps für einen überzeugenden Schreibstil.


Netzwerk Selbsthilfe e.V. (Hrsg.)
: Fördertöpfe für Vereine, selbstorganisierte Projekte und politische Initiativen, Berlin 2014.
Neben einer kurzen Anhandlung des Themas Antragstellung wird dem Aufzeigen von verschiedenen Förderquellen mit Hinweisen auf informations- und Beratungsmöglichkeiten viel Raum gegeben. Dargestellt werden unterschiedliche Finanzierungsmethoden, die Finanzierung durch öffentliche Mittel und ein ausführliches Stiftungsverzeichnis.


Schmotz, Torsten
: Förder-Lotse. Handbuch Fördermittel für gemeinnützige Organisationen und Projekte. Systematische Erschließung von neuen Zuschussquellen in fünf Schritten, Neuendettelsau 2011.
Das Buch beschreibt die Gewinnung von neuen Zuschussquellen in fünf Schritten: Schritt 1 »Am Anfang war die Idee – das Projektkonzept«, Schritt 2 »Die Nadel im Heuhaufen – zielorientierte Suche auf dem Markt der Möglichkeiten« (hier auch die Förderung durch Stiftungen), Schritt 3 »Der Antrag – die eigene Idee gezielt verkaufen«, Schritte 4 und 5 »Von der Entscheidung zum Projekt«. Jeder Schritt wird ergänzt durch Praxisbeispiele und Checklisten.

Die Grundlagen der öffentlichen Förderung regelt – auf Bundesebene – die Bundeshaushaltsordnung (BHO), die z.B. auch die Nachrangigkeit der öffentlichen Förderung nach privater Finanzierung festschreibt. Über die BHO und ihre Nebenbestimmungen werden darüber hinaus häufig auch finanzielle Höchstsätze, Zahlungsmodalitäten usw. festgelegt, an die Zuwendungsgeber und –nehmer gebunden sind. Aufgrund des Föderalismusprinzips in Deutschland tritt der Bund erst nachrangig und nur für bestimmte Projekte als Fördermittelgeber ein. Neben der Vorrangigkeit der kommunalen und / oder landesweiten Förderung wird geprüft, ob das Projekt bundesweit interessant ist. Das trifft zu wenn an einem Projekt mehrere Bundesländer beteiligt sind. Innovative Projekte, bei denen Erfahrungen gemacht und an interessierte Organisationen bundesweit weitergegeben werden können, sind ebenfalls förderungswürdig.

Neben den wiederkehrenden Regelprogrammen legt der Bund auch Finanzierungen für Modellprogramme auf. Sie sind zeitlich begrenzt angelegt und reagieren auf bestimmte Sachverhalte oder Fragestellungen. Meistens werden sie von der Verwaltung ausgeschrieben – teilweise auch ressortübergreifend – sie können aber auch selbst von Projekten angeregt werden.

Teilweise treten statt der Bundesministerien nachgeordnete Einrichtungen (z.B. die Bundeszentrale für politische Bildung oder das Umweltbundesamt) oder vertraglich kooperierende Programmkoordinatoren als Fördermittelgeber auf. Letztliches Vergaberecht verbleibt im Regelfall bei den Ministerien.

Symbol: »Externer Link« (Pfeil, der aus einem Quadrat herauszeigt)

Weitere Förderrecherche:

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie pflegt eine Datenbank zu Förderprogrammen und Finanzhilfen des Bundes, der Länder und der EU

www.foerderdatenbank.de