Umwelt

Engagement in Bewegungen und Initiativen

Die Möglichkeiten für freiwilliges Engagement im Umwelt- und Naturschutz sind zahlreich. Im Folgenden sollen einige klimapolitische Initiativen und Umweltschutzverbände vorgestellt werden, die auf die Mitwirkung von Engagierten Bürgerinnen und Bürgern angewiesen sind.

Transition Town

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Begrenztheit fossiler Rohstoffe zur Energieerzeugung haben sich einzelne Städte und Gemeinden in Irland, Großbritannien und den USA dazu entschlossen, ihren CO²-Footprint konsequent zu verringern und damit die eigene Wiederstandsfähigkeit gegenüber drohenden Energiekrisen zu erhöhen. Es handelt sich dabei allerdings nicht um staatliche oder kommunale Umweltschutzmaßnahmen, sondern um eine Form des freiwilligen Engagements von Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen so genannter »Transition Town«-Initiativen. Auch in Deutschland haben sich in vielen Gemeinden und Kommunen ähnliche Initiativen gegründet. Der Erfolg dieser »Städte im Wandel« beruht dabei ausschließlich auf freiwillig engagierten Mitgliedern. Mit zahlreichen Aktionen und Projekten versuchen sie, in der breiteren Bevölkerung ein Problembewusstsein zu schaffen und über die Themen Klimawandel und globales Ölfördermaximum zu informieren. Gleichzeitig sind die Projekte oft Ausdruck eines gelebten Wandels.

Video: Transition Town - What's it all about? (mit deutschen Untertiteln)

Internationale Klimabewegung

Als »Internationale Klimabewegung« werden in den letzten Jahren zahlreiche zivilgesellschaftliche Gruppen, Netzwerke und Kampagnen zusammengefasst, die sich für den Klimaschutz engagieren. Trotz einer Vielzahl beteiligter Akteure ist die Klimabewegung in der breiten Bevölkerung nur wenig bekannt. Erste Aufmerksamkeit erhielten ihre Vertreter z.B. bei den Protesten vor dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen 2009. Aufgrund ihrer Heterogenität bevorzugene die Akteure zur Koordination und Organisation ihrer Aktionen vor allem das Internet. In Deutschland wird diese soziale Bewegung z.B. von Initiativen und Kampagnen wie »Gegenstrom Berlin« sowie von lokalen Vertretungen von »Rising Tide« vertreten.

Symbol: »Literaturtipp« (ein stilisiertes geöffnetes Buch)

Dietz, Matthias / Garrelts, Heiko: Die internationale Klimabewegung – Ein Handbuch, (Bürgergesellschaft und Demokratie, Band 39), Wiesbaden 2013.

Symbol: »Weitere Infos« (eine Lupe über 2 Blatt Papier)

Zum Umwelt- und Naturschutz gehört neben dem bürgerschaftlichen Engagement auch die Bürgerbeteiligung. Beteiligungsmöglichkeiten gibt es bei der Planung, Prüfung und Umsetzung umweltrelevanter Maßnahmen.

Weitere Informationen im Wegweiser Bürgergesellschaft: Mitentscheiden - Umwelt- und Naturschutz

Engagement in Umwelt- und Naturschutzorganisationen

Umweltschutzverbände zählen zu den traditionellen Akteuren, wenn es um den Erhalt von Natur, Umwelt und Artenvielfalt geht. Viele Verbände verfügen daher über erprobte Strukturen und Rahmenbedingungen für freiwillig Engagierte.

Naturschutzbund Deutschland e.V.

Der »Naturschutzbund Deutschland« (NABU) gehört zu den großen, anerkannten Naturschutzverbänden und ist gleichzeitig auch eine der ältesten Naturschutzorganisationen in Deutschland. Insgesamt verzeichnet der NABU über eine halbe Million Mitglieder und Förderer, die in der gesamten Bundesrepublik in etwa 2000 lokalen Gruppen organisiert sind. Pro Jahr leisten in den Projekten des NABU mehr als 30.000 engagierte Bürgerinnen und Bürger rund 3,5 Millionen Stunden ehrenamtliche Arbeit für den Umwelt- und Naturschutz.

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (NABU) setzt sich auf vielfältige Weise für die Erhaltung der Umwelt ein: ökologische Landwirtschaft, gesunde Lebensmittel, Klimaschutz, Ausbau regenerativer Energien, Artenschutz etc. Mit fast einer halben Million Mitgliedern, Föderinnen und Fördereren gehört auch der BUND zu den großen Umweltschutzverbänden des Landes. Mit der BUNDjugend bietet der Verband eine Möglichkeit für Kinder und Jugendliche, sich in Kampagnen, Protestaktionen und Projekten für die Umwelt einzusetzen. Darüber hinaus ist der BUND Mitglied von »Friends of the Earth International« – dem weltweit größten Netzwerk unabhängiger Umweltgruppen.

Greenpeace e.V.

Greenpeace ist eine internationale Umweltorganisation, deren Mitglieder sich mit direkten Aktionen – nicht selten sehr öffentlichkeitswirksam – für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen von Mensch, Natur und Umwelt einsetzen. Deutschlandweit sind mehr als 4.000 Menschen ehrenamtlich für Greenpeace aktiv. Mit zahlreichen Ortsgruppen und Themen-Teams bietet der Verein Interessierten eine große Bandbreite von Engagementmöglichkeiten, von der Öffentlichkeitsarbeit bis zum Schutz der Meere.

Föderation EUROPARC

Als »Stimme der Schutzgebiete Europas« vertritt EUROPARC rund 400 Mitglieder aus 35 Ländern, die die Vielfalt der Natur Europas erhalten und pflegen: Land, Meer, Berge, Wälder, Flüsse und Kulturerbe. Als unabhängiger Dachverband der Träger der europäischen Schutzgebiete vertritt EUROPARC seit 1973 die Interessen und Ziele dieser Organisationen. Ziele des Verbands sind die Förderung und Einrichtung neuer Schutzgebiete, der Erhalt von Europas Naturerbe sowie die Gestaltung von Politik und Fördermaßnahmen, insbesondere im Rahmen der Europäischen Union.

Deutscher Naturschutzring

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) ist der Dachverband der im Natur-, Tier- und Umweltschutz tätigen Organisationen in Deutschland. Im Jahr 1950 von 15 Verbänden gegründet, gehören ihm heute 96 Mitgliedsverbände an. Der DNR versteht sich als Lobby des Natur- und Umweltschutzes, er greift national und international wichtige Themen auf und koordiniert die Aktivität seiner Mitgliedsorganisationen.