Schule und bürgerschaftliches Engagement

»Nicht für die Schule – für das Leben lernen wir« – dieser seit Generationen bekannte Spruch weist darauf hin, dass schulisches Lernen auch immer etwas mit Lebensbewältigung und Gesellschaft zu tun hat. Schule ist eine zentrale gesellschaftliche Institution, die für die Zukunft einer Gesellschaft bedeutsam ist. Neben den individuellen Kenntnissen und Fähigkeiten, die die Einzelnen erwerben, ist Schule auch erheblich an der Entwicklung von Werten wie Gemeinsinn, Solidarität und an der Förderung von Gestaltungsfähigkeit und Engagementbereitschaft beteiligt.

Demokratie- und Engagementförderung finden im Rahmen von Schul- und Lernkultur innerhalb der Schule statt, sie sind aber auch Schlüsselbereiche einer Öffnung der Schule zum lokalen Gemeinwesen bzw. zur Gesellschaft hin. Verschiedene Ansätze dazu werden hier in aller Kürze vorgestellt. Aufgrund der Organisation des Bildungswesens in Deutschland sind viele Ansätze und Programme in einzelnen Bundesländern verankert.

Symbol: »Literaturtipp« (ein stilisiertes geöffnetes Buch)

Birger Hartnuß, Reinhild Hugenroth, Thomas Kegel (Hrsg.): Schule der Bürgergesellschaft. Bürgerschaftliche Perspektiven für moderne Bildung und gute Schulen. 2013, 432 S., ISBN 978-3-89974913-7

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Tagungsdokumentation, Mai 2008:
Schule und Bürgerengagement - Bildung gemeinsam gestalten

Weitere Fachtagungen des BBE zu Schule und Bildung

Eine zentrale Frage bei diesem Thema ist häufig, ob bürgerschaftliches Engagement als Bildungsziel in den Schulcurricula verankert werden kann und soll, oder ob dies den Auftrag und die Möglichkeiten von Schule übersteigt. Umgesetzt wird die Verankerung des Bildungszieles »Engagement« vor allem im Ansatz des service-learnings.

Doch auch neben Unterricht und Schulalltag finden vielfältige Projekten und Kooperationen im Spannungsfeld von Schule und Engagement statt.

Schule kann Zeit, Raum und Anlässe bereit stellen, um Schülerinnen und Schülern ein Engagement innerhalb wie auch ausserhalb der Schule zu ermöglichen. In diesem Sinne kann Schule Engagement fördern. Um Schülerinnen und Schülern dazu zu motivieren, sie vorzubereiten und Engagement zu ermöglichen und zu unterstützen, gibt es unterschiedliche Wege und Modelle.

Durch das Konzept der Ganztagsschulbetreuung, das nach den Ergebnissen der internationalen Lernvergleiche – wie z.B. die sogenannten PISA-Studien – als Bundesprogramm gefördert wird, ist die Diskussion um die Reform des deutschen Schulwesens intensiviert worden. Eine Einführung von Ganztagsschulen ermöglicht und fordert die Zusammenarbeit mit außerschulischen Trägern und Kooperationspartnern heraus.

Mit dem Programm der Kinder- und Jugendstiftung »Ideen für mehr! Ganztägig lernen« gewinnen Themen wie soziales Lernen und die Kooperation mit Umfeldern, die den Schülerinnen und Schülern neue Lern- und Tätigkeitsfelder erschließen, neue Aufmerksamkeit und gesicherte Zeiträume.

Um freiwilliges Engagement von Schülerinnen und Schülern vor Ort zu organisieren und Schulen in der Verankerung eines solchen Lern- und Tätigkeitsfeld zu unterstützen, werden auch außerschulische Einrichtungen wie z.B. Freiwilligenagenturen aktiv.

Symbol: »Beispiel« (Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger)

Beispiel einer lokalen Kooperationen von Freiwilligenagentur und Schulen: Perspektive. Ausbildung. Zukunft + Schule, Halle

Schüler/innen organisieren Engagement

In mehreren Bundesländern gibt es Beispiele für Engagementformen, die als schulübergreifende Projekte stattfinden und von Schülerinnen und Schülern selbst organisiert werden.

Die Stiftung Schüler Helfen Leben und Schüler Helfen Leben e.V. rufen seit mehreren Jahren in mehreren Bundesländern gemeinsam zum jährlichen Sozialen Tag auf. An einem solchen Tag findet in den an der Aktion teilnehmenden Schulen kein Unterricht für die beteiligten Schüler/innen statt, die Schüler und Schülerinnen suchen sich einen Tagesjob und spenden die Einnahmen für Jugendprojekte in Südosteuropa.
Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die Aktion Tagwerk in NRW, Rheinland-Pfalz und Brandenburg. Die Aktion Tagwerk basiert auf der Grundidee eines freiwilligen sozialen Engagement von Schülerinnen und Schüler zu Gunsten benachteiligter und hilfsbedürftiger Kinder und Jugendliche in Entwicklungsländern.

Schule ist in generationsübergreifenden Projekten regelmäßig ein Ort des gegenseitigen Lehrens und Lernens und in diesem Sinne auch ein Engagementfeld über den Schulalltag hinaus. In »Jung trifft Alt«, einem Kooperationsprojekt zwischen einem Altenheim und einem Gymnasium kommen die SeniorInnen als Zeitzeugen in den Geschichtsunterricht und die SchülerInnen und Eltern beteiligen sich bei der Gestaltung des Heimalltags.
Ein anderes Beispiel für intergeneratives Engagement sind die »Seniorpartner in school«, ein Verein, durch den ältere Menschen als unabhängige SchulmediatorInnen in Berliner Schulen tätig werden.

Symbol: »Externer Link« (Pfeil, der aus einem Quadrat herauszeigt)

Verschiedene Projekte in diesem Themenbereich lassen sich in der Projekte-Datenbank von »Dialog der Generationen« aufspüren.