Engagement und Migration

Bürgerschaftliches Engagement

Bürgerschaftliches Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund ist selbstverständlich und vielfältig. Bürgerschaftliches Engagement stärkt gleichberechtigte Teilhabe, ermöglicht Mitgestaltung und Beteiligung und unterstützt in diesem Sinne Integration.

Verantwortung für das Gemeinwesen wächst dann, wenn gesellschaftliche Partizipation und Teilhabe möglich ist. Dazu müssen soziale Ungleichheiten, Strukturen und Haltungen der Ausgrenzung überwunden werden. Dies gilt auch für Strukturen des freiwilligen Engagements, in denen Migrant/innen in manchen Bereichen unterrepräsentiert sind.

Migrant/innen werden als zivilgesellschaftliche Akteure in verschiedenen Handlungsfeldern aktiv und übernehmen Verantwortung in ihrem lokalen Lebensumfeld. Anstelle einer defizitären  Perspektive auf das Engagement von Migrant/innen mit Migrationshintergrund gilt es vor allem, die Ressourcen und Potenziale in den Blick zu nehmen.

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Ob Integrationsbeiräte, Wahlrecht oder Migrantenorganisationen: Wir zeigen, welche Möglichkeiten der Mitwirkung für Migrant/innen bestehen und wie die verbesserte Teilhabe von bisher unterrepräsentierten Gruppen gelingen kann.

Ob Integrationsbeiräte, Wahlrecht oder Migrantenorganisationen: Wir zeigen, welche Möglichkeiten der Mitwirkung für Migrant/innen bestehen und wie die verbesserte Teilhabe von bisher unterrepräsentierten Gruppen gelingen kann.

Eine verbesserte Teilhabe von bisher unterrepräsentierten Gruppen und  Möglichkeiten der politischen Mitwirkung für Migrant/innen brauchen auch Strukturen der Beteiligung.

Weitere Informationen auf dem Wegweiser Bürgergesellschaft unter Mitentscheiden – Migration und Integration

Bürgerschaftliches Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund wird allerdings häufig nicht als solches wahrgenommen. Auch wenn es eine große Anzahl von Migrantenselbstorganisationen in Deutschland gibt , ist in der öffentlichen Wahrnehmung wenig bewußt, wie viele gemeinwohlorientierte Aufgaben in der Gesellschaft diese Vereine und Organisationen mit bürgerschaftlichem Engagement übernehmen. Dazu zählen Aktivitäten von der  Hausaufgabenhilfe bis zur Sozial- oder Beratungsarbeit in der eigenen Migrantenszene, vom Engagement in Vereinen bis zur politischen Arbeit in Migrantenorganisationen. Ein großes Engagementpotenzial  wird zudem in einer starken Kultur der Nachbarschaftshilfe und der familiären gegenseitigen Unterstützung deutlich.

Empirisch ist das bürgerschaftliche Engagement von Migrant/innen erst wenig erfasst, Einzelne Aspkte dieses überaus komplexen Gesamtthemas werden aber in Studien und Untersuchungen aufgegriffen.

Neben dem Engagement in Migrantenorganisationen umfasst das Thema auch das gemeinsame Engagement in interkulturellen Organisationen und Projekten und die interkulturelle Öffnung von ursprünglich deutsch geprägten Vereinen und Organisationen.

Menschen mit Migrationshintergrund engagieren sich ebenso wie Menschen ohne Migrationshintergrund aus altruistischen Motiven: sie wollen die Welt im Kleinen mitgestalten und anderen Menschen helfen, wie die Ergebnisse des Freiwilligensurveys 2009 zeigen. Sie engagieren sich auch aus persönlichen Motiven: wollen Freude haben, Geselligkeit erfahren, Neues lernen. Dazu können vor allem in den Migrantenorganisationen integrative und bewahrende Bedürfnisse als migrationssepzifische Erwartungen kommen: Verbesserung der Lebenssituation von Menschen aus den Herkunftsregionen, Hilfe für andere bei der Integration oder die Aufrechterhaltung der eigenen Kultur. Eine Untersuchung zeigt, dass dabei vor allem die intergrativen Erwartungen überragen.

Ein besonderer Aspekt ist das bürgerschaftliche Engagement für Flüchtlinge und von Flüchtlingen. Viele von ihnen leben in einem unsicheren rechtlichen Status. Initiativgruppen und Partnerschaftskreise von Bürgerinnen und Bürgern, örtliche Kirchengemeinden, Partei­gliederungen, Menschenrechtsorganisationen, Initiativen und Projekte versuchen durch soziales oder/und politisches Engagement die Flüchtlinge zu unterstützen. In manchen Projekten werden Flüchtlinge selber Akteure des Engagements.

Im Fokus: Integration heißt Teilhabe (8/2016)

Im Fokus: Gemeinwesenarbeit und Migration (7/2016)

Um das Gesamtthema von Engagement und Migration durch Vernetzung, Veranstaltungen, Projekte und Forschungsvorhaben auch engagementpolitisch voran zu treiben, arbeiten Mitgliederorganisationen des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement dazu gemeinsam in der Arbeitsgruppe »Migration und Teilhabe«. Ausserdem sind in einer eigenen Themenseite Praxisprojekte, Netzwerke und Plattformen sowie Hinweise zu Fördermitteln und Materialien zusammengestellt.

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Zur Themenseite Migration und Teilhabe