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Bürgergesellschaft

Bürgergesellschaft und Zivilgesellschaft: die synonym gebrauchten deutschsprachigen Übersetzungen des angelsächsischen Begriffes »Civil Society« sind in den letzten Jahren zu viel benutzten Sympathiebegriffen geworden. Sie finden quer durch unterschiedliche politische Denkrichtungen und gesellschaftliche Gruppen vielfältige Anwendung und Zustimmung.

Häufig wird die nicht staatlich organisierte gesellschaftliche Öffentlichkeit als Bürgergesellschaft bezeichnet. Sie umfasst Organisationen und engagierte Individuen und steht komplementär zu Staat und Wirtschaft. Zivilgesellschaftliche Organisationen wie Verbände, Vereine aber auch kleine Initiativen oder soziale Bewegungen sind die Struktur und Organisationsform der Bürgergesellschaft.

Bürgergesellschaft kann aber auch als gesellschaftlicher Ort verstanden werden, der eine zentrale Bedeutung für die Lebendigkeit und Weiterentwicklung der Demokratie hat. Bürgergesellschaft ist dann ein demokratischer Aushandlungsort, in dem durch praktisches Handeln (bürgerschaftliches Engagement) und diskursive Debatten alternative Lösungen für gesellschaftliche Fragen entstehen. (vgl. Serge Embacher, 2012)

In diesem Verständnis, das auch dem Wegweiser Bürgergesellschaft zugrunde liegt, sind bürgerschaftliches Engagement als gesellschaftliche Solidarität in eigener Verantwortung und demokratische Teilhabe Wesensmerkmale der Bürgergesellschaft. Von der Bürgergesellschaft können Impulse ausgehen, die dann von Politik und Wirtschaft aufgegriffen werden. Dazu gehört auch die kritische Auseinandersetzung mit Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.

Symbol: »Wichtig« (ein Ausrufezeichen in einem blauen Kreis)

Für den Wegweiser wurde die vertrautere, allerdings leider nicht geschlechtsneutrale Bezeichnung »Bürgergesellschaft« gewählt. Wenn hier aus rein praktischen Gründen von Bürgergesellschaft die Rede ist, steht der Begriff immer für Bürgerinnen- und Bürgergesellschaft.