Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen

Die Unternehmen in Deutschland geben jährlich rund 2 Milliarden Euro für Sponsoring aus und spenden ca. 400 Millionen Euro für gemeinnützige Zwecke. Sponsoring ist vor allem im Sport, teilweise aber auch in der Kultur und in anderen Bereichen, zu einem wichtigen Finanzierungsinstrument geworden. Wer jedoch bei der Förderung durch ein Unternehmen allein an Geld und Sponsoring denkt, reduziert von vornherein die Vielfalt der Möglichkeiten und Anknüpfungspunkte, große und kleine Unternehmen für bürgerschaftliches Engagement zu gewinnen.

Corporate Social Responsiblity (CSR)

»Corporate Social Responsibility« (CSR) bezeichnet die soziale und ökologische Verantwortung von Unternehmen in allen Bereichen der Unternehmenstätigkeit. Dies betrifft die eigentliche Geschäftstätigkeit bis hin zum Verhältnis zu Zulieferern und Anspruchsgruppen im Gemeinwesen. Themen sind dabei (vor allem in Zulieferbetrieben und Produktionsstandorten in der Dritten Welt) u. a. die Beachtung der Menschenrechte, Arbeitsplatzbedingungen, Bildung von Gewerkschaften und Umweltschutzmaßnahmen.

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Das Interportal CSR-News ist ein Nachrichtendienst und eine Informationsplattform (deutsch und englisch) zum Thema Corparate Social Responsibility.

Corporate Citizenship (CC)

Tatsächlich ist das Spektrum der Engagementförderung durch Unternehmen sehr viel breiter. International gibt es dafür den Begriff »Corporate Citizenship«. Darunter versteht man das über die eigentliche Geschäftstätigkeit hinausgehende Engagement eines Unternehmens zur Lösung gesellschaftlicher Probleme. Es ist der Versuch, ein Unternehmen auf möglichst vielfältige Weise positiv mit dem Gemeinwesen zu verbinden. Das Unternehmen soll sich also gleichsam wie ein ›guter Bürger‹ für das (lokale) Gemeinwesen, für die Gemeinschaft engagieren. Das Engagement von Unternehmen in Deutschland ist äußerst vielfältig. Es gibt aber keineswegs nur die großen und spektakulären Projekte. Gerade viele kleine und mittelständische Unternehmen engagieren sich stark in ihrem Umfeld.

Sachspenden

Eine klassische Form der Förderung ist neben der Geld- auch die Sachspende. Unternehmen stellen z.B. gemeinnützigen Initiativen eigene Produkte oder Sachgüter kostenlos oder ermäßigt zur Verfügung – etwa der Baumarkt Material für die Renovierung des Seniorentreffs – oder leisten logistische Hilfe, indem sie eigene Infrastruktur nutzen lassen – z.B. den Kleinbus für die Fahrt der Jugendmannschaft zum nächsten Auswärtsspiel – oder Mitarbeiter(inne)n gestatten, PC, Kopierer usw. an ihrem Arbeitsplatz für ihren gemeinnützigen Verein mitzubenutzen.

Human Resources

Nicht minder wertvoll ist die Bereitstellung von Human Resources oder sog. Zeitspenden. Dazu gehört, wenn z.B. Handwerksbetriebe inner- oder außerhalb der Arbeitszeit dabei helfen, den Jugendklub zu renovieren oder Unternehmen Mitarbeiter/innen freistellen, damit sie administrative, zeitintensive Tätigkeiten und Funktionen in Vereinen und Verbänden übernehmen können oder unentgeltlich für diese Fortbildungs- und Qualifizierungsangebote Schulungen und Qualifizierungen anbieten können. Dies kann bis zu sog. Secondments gehen, d.h. Mitarbeiter/innen werden für einen längeren Zeitraum einer Organisation ausgeliehen, um für sie zu arbeiten und dabei ihr spezielles Know-how  einzubringen, werden aber weiterhin von ihrem Unternehmen bezahlt.

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In einem Glossar hat die Organisation UPJ die wichtigsten Begriffe rund um das bürgerschaftliche Engagement von Unternehmen kurz erläutert.