Zukunftswerkstatt

Seite 2: Leitbildentwicklung, Lokale Agenda 21, Kinder- und Jugendliche, Dauer, Teilnehmerzahl und Kosten

Zukunftswerkstätten in der Leitbildentwicklung

In Leitbildern auf kommunaler Ebene werden Visionen, Ziele, Strategien und Schlüsselprojekte für eine wünschenswerte, realisierbare Entwicklung von Gemeinwesen erarbeitet und von Kommunalparlamenten beschlossen. Zu Beginn solcher Prozesse können Zukunftswerkstätten, die um Elemente der Zukunftskonferenz erweitert werden, Impulse für eine längerfristige Motivation setzen, sich in thematischen Arbeitskreisen zu beteiligen.

Zukunftswerkstätten in Lokalen Agenda 21-Prozessen

Mit ihrer dialogischen, ergebnisoffenen und demokratischen Form nimmt die Zukunftswerkstatt Kernanliegen der Agenda 21 auf: die aktive Beteiligung gesellschaftlicher Gruppen an einem Such-, Lösungs- und Gestaltungsprozess in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung vor Ort.

Zukunftswerkstätten mit Kindern und Jugendlichen

Werkstätten mit Kindern und Jugendlichen erfordern eine kind- und situationsgerechte Modifizierung der Zukunftswerkstatt-Methode. So wird häufig auf die Verwendung des Begriffs Zukunftswerkstatt verzichtet, weil Kinder und Jugendliche mit »Zukunft« Ängste und Befürchtungen assoziieren und mit Abwehr statt Neugier auf derartige Angebote reagieren. Gelingt es jedoch spielerische und alltagsweltbezogene Methoden zu finden, kann alles zum Thema werden, was Kinder und Jugendliche bewegt. Zukunftswerkstätten sollten mit kleinen, realisierbaren oder realisierten Projekten enden, um so kurzfristige Erfolgserlebnisse zu ermöglichen.

Förderlich ist ein Menschenbild, das das Subjekt als AutorIn seiner Lebensgeschichte sieht und das über bewusste und noch nicht bewusste Potenziale zur Lebensgestaltung verfügt.

Zukunftswerkstätten schaffen förderliche Rahmenbedingungen, in denen »kreative Felder« im Sinne Burows (1999) entstehen (können). Als Ermöglichungsräume zeichnet sie aus:

  • ein verstehender Dialog
  • Strukturen, die es erlauben, Stärken und Schwächen der eigenen Person und der jeweiligen sozialen Kontexte offen zu artikulieren
  • das Kennenlernen divergenter Sichtweisen
  • die Einübung in den Wechsel von Blickrichtungen (Perspektiven)

Dauer, Teilnehmerzahl und Kosten

Ideal ist eine Dauer von zwei bis drei Tagen. Von einer Kurz-Zukunftswerkstatt spricht man, wenn nur ein halber Tag oder ein Tag zur Verfügung steht.

Im Prinzip ist eine Zukunftswerkstatt bereits mit zwei Personen möglich. Bei Teilnehmergrößen bis 15 TeilnehmerInnen reicht ein Moderator. Für Werkstätten mit einer Teilnehmerzahl von 15-40 Personen sind zwei bis drei ModeratorInnen sinnvoll. Gehen die Teilnehmerzahlen über 50 Personen hinaus, ist an den zusätzlichen Einsatz qualifizierter Moderatoren für die Arbeitsgruppen zu denken.

Die Kosten einer Moderation sind abhängig vom Auftraggeber, der Teilnehmergröße und Reichweite des Auftrags (singuläres Ereignis oder Teil eines längeren Entwicklungsprozesses). Zu den Honorarkosten kommen hinzu die Kosten für Vorbereitung, Veranstaltung, Ausstattung, Materialien und Nachbereitung.

Eine gute Vorbereitung ist alles. Hier werden die Weichen fürs Gelingen gestellt. Zu klären sind: die Ziele, das neutral, offen und motivierend zu formulierende Thema, die Fragestellungen für die Wahrnehmungs – und Fantasiephase, Zeitpunkt, Dauer, Teilnehmergröße, Zielgruppen und ihre Erfahrungen, atmosphärische Rahmenbedingungen (Tagungsstätte, Räume, Ausstattung und Verpflegung), Anzahl und Kosten der Moderation, Aufgaben und Verantwortlichkeiten, Aufbereitung (Dokumentation) der Ergebnisse und  Entwicklung nach der Zukunftswerkstatt.