Planning for Real

Seite 3: Arbeitsschritte 7-8, Stärken und Grenzen

7. Schritt: Prioritätensetzung und Zeitplanung

Anhand des Modells sowie der zweidimensionalen Tafel mit den Kategorien »Jetzt-Bald-Später« und »Entscheidungsleisten« besteht die Möglichkeit, Prioritäten zu setzen und eine Zeitplanung vorzunehmen. Sinnvoll ist eine gemeinsame Vereinbarung darüber, was »Jetzt«, »Bald«, »Später« bedeutet. Neben der zeitlichen Einordnung der Vorschläge werden mit Hilfe der »Entscheidungsleisten« weitere Einschätzungen vorgenommen, z. B. hinsichtlich des angemessenen Zeitpunktes für eine Entscheidung, der benötigten Ressourcen oder auch der zu beteiligenden Personen, beispielsweise »eine Person reicht aus«, »mehrere von uns sind nötig«, »Dritte werden gebraucht«, »spezielle Organisationen werden benötigt«. Zielsetzung ist es, auf Grund von Gemeinsamkeiten mit überschaubaren Handlungen zu beginnen. Entstehende Konflikte sollen benannt und nicht auf die Seite geschoben werden. Der Blick sollte jedoch zu Beginn auf die möglichen Übereinkünfte gerichtet werden.

8. Schritt: Umsetzung des Aktionsplan

Ziel ist, verschiedene Aktivitäten kontinuierlich punktuell zu fördern und umzusetzen. Darüber hinaus soll die Umsetzung der Aktivitäten vorstellbar und in übersichtliche Arbeitsschritte übersetzt werden. Sinnvoll erscheint die Erstellung eines Aktionsplanes, d. h. eine Übersicht mit der Auflistung der Aktionsschritte:

  • wo und was notwendigerweise getan werden muss
  • wann und wie es umgesetzt werden kann und
  • wer etwas macht

Hilfreich ist, sichtbare Ergebnisse zu schaffen und mit einfachen Aktionen und Tätigkeiten zu beginnen.
Zur Umsetzung der Methode sollten möglichst vorhandene Ressourcen genutzt werden, z. B. Räume, Infrastruktur für die Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus ist es von Bedeutung, dass die Initiativgruppe, die den Prozess von Beginn an begleitet, mindestens drei Personen umfassen sollte. Die langjährigen Erfahrungen haben gezeigt, dass es in vielen Fällen sinnvoll ist, Begleitung von »außen« für die Anwendung der Methode hinzuzuziehen.

Fünf Personen bauen auf dem Gehsteig das Stadtteilmodell auf.

Stärken und Grenzen des Verfahrens

Stärken

  • Mobilisierung der Menschen vor Ort für ihren Ort
  • Förderung von Kooperation und Zusammenarbeit
  • Ermittlung von Defiziten und Ressourcen
  • Aufbau von Projekten
  • Instrument zur Gemeinwesenentwicklung

Grenzen

  • nicht geeignet für kurzfristige sozialräumliche statistische Analysen
  • Übergang von der Mobilisierung in eine aktive Umsetzung ist nicht zwangsläufig, sondern muss parallel mit ergänzenden Instrumentarien unterstützt werden
  • für eine Infrastrukturentwicklung bedarf es weiterführender Maßnahmen
  • Akteure, die Entwicklungsprozesse mit Planning for real begleiten, brauchen spezielle Kompetenzen u. a. im Bereich der Moderation, Gruppenarbeit und -prozesse, Konfliktlösungsstrategien

Arbeitsmaterial

  • Material für die Öffentlichkeitsarbeit und Nachbarschaftshilfebögen (Plakate, Faltblätter etc.)
  • Grundlagenplan des Ortes, des Stadtteils oder Gebäudes   
    • Styroporplatten und Pappe
  • Papier für die Häuserschablonen   
    • Pinsel, Farbe, Farbstifte, Leim, Klebstoff, Klebeband, Schere für die Herstellung des Modells
  • Papier (farbig) für die Vorschlagskarten
  • Holzplatten, Holzböcke oder Tapeziertische zum Aufstellen des Modells an den verschiedenen Orten
Symbol: »Autor« (ein stilisierter Füllfederhalter)

Ingrid Bonas
Claudia Schwarz
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