Perspektivenwerkstatt

Seite 2: Öffentliche Arbeitstage, Teamwork, Ergebnis

Öffentliche Arbeitstage: Neue Planungskultur

Prozessverlauf einer Perspektivenwerkstatt
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An ca. zwei Tagen wird intensiv und öffentlich in themenbezogenen Arbeitsgruppen, Ortsbesichtigungen und an Planungstischen möglichst umfassend die Fragestellung des Plangebietes erörtert. Dabei geht es um den Ist-Zustand, bestehende Probleme sowie um konkrete Lösungsvorschläge. Durch offene, konstruktive und aktivierende Arbeitsformen, die im Rahmen einer flexiblen Tagesgestaltung spontan an die jeweilige Teilnehmerzahl und anwesenden Interessengruppen angepasst werden, erleben alle Akteure unmittelbar ein Stück neuer Planungskultur. Es entstehen neue Einsichten in der Sache und die Erfahrung einer konstruktiven Zusammenarbeit quer zu Hierarchien und Zuständigkeiten – auch zwischen Leuten, die sich bereits jahrelang gut zu kennen glaubten.

Teamwork: Umsetzungsfähige stadtplanerische Entwürfe

Stadtplanerischer Entwurf: Blick auf eine skizzierte Stadt aus der Vogelperspektive
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Es ist die Aufgabe des externen Werkstatt-Teams, auf der Grundlage der Erkenntnisse der Perspektivenwerkstatt einen in sich schlüssigen Vorschlag für die zukünftige Gebietsentwicklung zu erarbeiten, der sowohl die stadt-planerischen als auch die wirtschaftlichen und sozialen Fragen integriert:

  • Inventarisierung konsensfähiger Entwicklungsziele und lösbarer
  • Probleme
  • Ausarbeitung eines integrierten Masterplans
  • Zeichnerische Gesamtansichten mit Detaillierungen
  • Spezifische Vorschläge für bestimmte Flächen und markante Punkte
  • Aktionsprogramme und Umsetzungsschritte
  • Vorschläge für strategische Partnerschaften
  • Empfehlungen für organisatorische Veränderungen und verbesserte Zusammenarbeitsstrukturen

Diese Ergebnisse werden unmittelbar im Anschluss an die öffentlichen Arbeitstage vor Ort erarbeitet. Bereits drei Tage später erfolgt die Präsentation z.B. in Form einer Diaserie und einer Ausstellung.

Ergebnis: Stimmungsumschwung

An einem von Papieren verdeckten Tisch befinden sich zehn Personen. Zwei von ihnen geben sich über den Tisch den Handschlag. Allgemeine Freude.

Dies spiegelt sich in der Zusammenfassung und Visualisierung durch das unabhängige Werkstatt-Team wider:

  • Es entsteht eine »Vision« für die Zukunft des Gebietes inklusive der notwendigen Umsetzungsstrategien, die gemeinsam von verschiedenen Parteien getragen wird und als eine Art Konsenskonzept in nachfolgenden Planungsschritten weiterlebt. Dabei geht es nicht zuerst um Einigkeit in allen planerischen Details, sondern um gemeinsam getragene Grundzüge einer Planung.
  • Das Teamwork-Erlebnis der Perspektivenwerkstatt gibt den Beteiligten eine Art moralischen Anstoß. Oft geht von einer Perspektivenwerkstatt der entscheidende Durchbruch oder Stimmungsumschwung aus. Die gezeichnete Vision wird zum Ausgangspunkt der künftigen Gebietsentwicklung.
  • Viele entdecken durch die Kraft der Visualisierung tatsächlich neue Perspektiven und Möglichkeiten, die ihnen vorher nicht deutlich waren. Dadurch steigt die Bereitschaft, sich mit den wesentlichen Zielsetzungen zu identifizieren. Es wird in hohem Maße Handlungsfähigkeit hergestellt, wo vorher Einzelaktionen, Desinteresse oder auch massive Konflikte einer koordinierten Gebietsentwicklung im Wege standen. Konfrontation kann Kooperation weichen. »Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.«

Die Ergebnisse werden kurzfristig (Bericht, Website, …) zusammengestellt und als Materialsammlung für die nachfolgenden Umsetzungsschritte der Öffentlichkeit und den Fachleuten übergeben.