Participatory Rapid Appraisal (PRA)

Seite 4: Stärken und Schwächen

Stärken und Schwächen der Methode

Eine Reihe von Rahmenbedingungen muss gegeben sein, um die Methode anwenden zu können:
PRA kann nur angewendet werden, wenn die Zielgruppe räumlich nah beieinander wohnt.
Die Zielgruppe muss vor Ort eine/n Ansprechpartner/in haben, um den Boden für die Befragung zu bereiten und um die Bedenken zu zerstreuen, Fremde in die Wohnung zu lassen. Andererseits gibt die Befragung in den heimischen Wänden Sicherheit und damit authentischere Ergebnisse als an einem neutralen Ort.
Es muss möglich sein, die PRA in einer Woche durchzuführen, denn die Stärke, das »R« in PRA, ist zugleich eine Schwäche: Das Projekt lässt sich nicht zeitlich strecken. Der Verfasser hat den Versuch gemacht, eine PRA zur Untersuchung der Lebens- und Arbeitsperspektiven alleinerziehender Sozialhilfeempfängerinnen zu organisieren. Trotz starker Partner/Auftraggeber kamen nicht genügend Gesprächstermine für eine dreitägige Interviewphase zusammen und die Frauen waren zum Teil schlecht erreichbar und schwer festzulegen auf einen verlässlichen Termin. Um eine ausreichende Anzahl von Frauen zu finden, wurde neben dem Untersuchungszeitraum auch das Einzugsgebiet ausgedehnt und die Anfahrtszeiten verlängerten sich. So dehnte sich die PRA über einen Monat, mit der Folge, dass sich keine Dichte für den kreativen Prozess der Informationsverarbeitung mit der öffentlichen Präsentation als Abschluss aufbauen konnte. Mit einer Verlängerung über eine Woche hinaus ist das Projekt nur noch eine »A« (appraisal/Befragung): Es geht nicht nur die Geschwindigkeit (»R«), sondern auch die Beteiligung (»P«) verloren.

Symbol: »Autor« (ein stilisierter Füllfederhalter)

Ulrich Ketelhodt
KDA – Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
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