Mediation

Seite 2: Wie läuft eine Mediation ab?

Wie läuft eine Mediation ab?

Akteure des Forums Hauptplatz Landsberg sind der Stadtrat, Verwaltung und Vertreter/innen der Bürgerschaft.
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Mediationsverfahren folgen einer bewährten Struktur, die dazu beitragen soll, das Verfahren transparent und für alle Beteiligten nachvollziehbar zu machen. Der Mediator trägt die Verantwortung für die Einhaltung dieser Struktur. Grundsätzlich können folgende Phasen oder Arbeitsschritte unterschieden werden:

1. Vorbereitungsphase

  • Auffinden eines Mediators und Klärung von Vertragsformalien
  • Konsensuales Herausfinden der Verfahrensbeteiligten auf Grund von Betroffenheiten und Potenzialen zum Lösungsbeitrag
  • Klärung der Willigkeit der Beteiligten bezüglich der Teilnahme an einem Mediationsverfahren
  • Einarbeiten des Mediators in den Konflikt (Erstellung einer Problem- oder Konfliktanalyse aus der Positionen, Präferenzen und Interessen für alle Beteiligten transparent werden)
  • Aufklärung der Verfahrensbeteiligten über Mediationsverfahren und »Spielregeln«
  • Klärung der Rolle des Mediators
  • Sicherstellen des Zugangs zu allen Informationsquellen für alle Verfahrensbeteiligte (Motto: »für gleich lange Spieße sorgen«)
  • Sicherstellen der notwendigen Fachkompetenz (intern durch Verfahrensbeteiligte, extern ggf. durch Experten, Gutachter, Berater etc.)
  • Klärung von Gestaltungsräumen für einen Interessenausgleich
  • Zustimmung (ggf. schriftlich) aller Beteiligten zu dem Verfahrensmodell (Motto: »Wer nicht dahinter steht, macht nicht mit«)
  • Klärung des Umgangs mit den späteren Ergebnissen. Wer dokumentiert? Wer legt wem was vor? Wie öffentlich sind die Ergebnisse? Qualität und Bindung der Ergebnisse (bei Umweltmediationen sind häufig »nur« Empfehlungen möglich), Verhältnis zur Politik klären (Motto: »Gegen gute Argumente gibt es keine politischen Entscheidungen«, d.h. ein Mediationsergebnis wird nur mit offen gelegten, besseren Argumenten verändert oder abgelehnt).

2. Durchführungsphase

  • Gemeinsame Erstellung einer Themensammlung, über die gesprochen werden soll, und Verständigung über die Reihenfolge
  • Verständigung über zu erreichende Ziele und Kriterien der Zielerreichung (das ist nicht die inhaltliche Lösung, sondern ergibt die Messlatte, an der Lösungsalternativen später beurteilt werden können)
  • Herausarbeiten der Konfliktpunkte und Verständigung darüber (Konsens über den Dissens)
  • Erhebung und Wahrnehmung der zu Grunde liegenden Interessen (von Positionen zu Interessen kommen; Konflikterhellung/Konfliktvertiefung)
  • Auslotung von Handlungsspielräumen und Entscheidungsmöglichkeiten zum beiderseitigen Vorteil (win-win-Situation), kreative Ideen- und Lösungssuche, Bewertung der Lösungsoptionen.

3. Entscheidungs- und Umsetzungsphase

  • Gemeinsame Entscheidung für eine Lösungsoption, Verabredungen zur Umsetzung und Erfolgskontrolle, Absichern des Verhandlungsergebnisses (Protokolle, Vereinbarungen, Verträge), ggf. Unterschrift unter Mediationsvertrag, ggf. Präsentation des Ergebnisses auf Pressekonferenz und in Entscheidungsgremien (z. B. Stadtrat), Umgang mit künftigen Problemen klären, ggf. Evaluation des Verfahrens
  • Umsetzung der Ergebnisse