Open Space

Seite 3: Implementierung und Nachhaltigkeit, Anwendbarkeit und Grenzen

Implementierung und Nachhaltigkeit

Empowerment der Teilnehmer, Begeisterung, Freude und ihr Gefühl der Zusammengehörigkeit sind also neben der Entstehung von Arbeitsgruppen mit möglichst klar ausgerichteter Zielsetzung wesentliches Ergebnis einer Open Space-Konferenz und sollten auf lange Sicht erhalten bleiben. Die Umsetzungsphase jedoch beweist erst die Nachhaltigkeit ihrer Wirkung.

Sie wird häufig wieder als ein offener Prozess gestaltet, kann aber auch in jeder anderen Form abgewickelt werden, die das gewonnene Empowerment nicht zerstört. Den jeweiligen Themengebern und den organisationsinternen Unterstützern, den »Paten«, kommt dabei eine wichtige Rolle zu: Sie treiben ihr Thema und seine Umsetzung weiter.

Anwendbarkeit und Grenzen von Open Space

Als Intervention eignet sich Open Space ebenso in der Gründungsphase einer Organisation, also als formgebende Methode, wie auch als Meilenstein innerhalb eines Umstrukturierungs-Prozesses oder Lernprozesses einer Organisation. Durch die neueingeführten Regeln ist es auch eine Methode des Kulturwandels.

Open Space ist ein sehr strukturiertes Verfahren, Verlauf und Ergebnisse jedoch sind nicht genau vorherbestimmbar! Sicher ist nur: Es findet immer Veränderung statt, oft mehr, als manchem lieb ist.

Open Space kann in der Kommunalarbeit und in Nonprofit-Organisationen sowie in der Wirtschaft zum Einsatz kommen: Wir waren in Kirchen und Schulen, in Altersheimen, in Kommunal- und Stadtverwaltungen, im Rahmen der Agenda 21, in den größten Hightech-Unternehmen und in mittelständischen Handwerksbetrieben, in Krankenhäusern und psychiatrischen Abteilungen.

Open Space hat sich als Meetingformat in den Fällen besonders bewährt, in denen sehr heterogene Gruppen zusammenarbeiten müssen und komplexe, potenziell konfliktreiche Fragen schnellstmöglich zu lösen sind, für die es noch keine Antwort gibt. Denn hier ist die nötige Spannung im Raum, die einen Erfolg wahrscheinlicher macht:

Bedingungen für den Erfolg von Open Space:

  • Ein brennendes gemeinsames Interesse, kein Alibithema!
  • Hoher Grad an Diversität der Teilnehmer (Rollen, Alter, Nationalität etc.)
  • Hoher Grad an Komplexität des Problems
  • Hohes Konfliktpotenzial und kontroverse Perspektiven
  • Zeitdruck


Open Space klappt immer, außer...

  • wenn man den Prozess zu kontrollieren versucht, sei es in der Rolle des Prozessbegleiters oder des Auftraggebers. Das kann vor (»Das muss ein Erfolg werden!«), während und nach der Konferenz passieren, wenn etwa zu heiße Themen eliminiert werden.
  • wenn es um sehr spezifische Fragestellungen geht, bei denen das Ergebnis im Prinzip bekannt ist: beispielsweise die Installation eines elektronischen Informationssystems oder die Entlassung bereits ausgewählter Mitarbeiter.
  • und  bei mangelnder Ernsthaftigkeit des Beraters oder Prozessbegleiters, der nicht ein tiefes Verständnis für das Wesen der Intervention aufbringt.