Open Space

Seite 4: Anwendung zur politischen Mitverantwortung in demokratischen Systemen

Anwendung von Open Space zur politischen Mitverantwortung in demokratischen Systemen

In unserer demokratisch organisierten Gesellschaft brauchen wir ständig Übungsfelder, um demokratisches Verhalten – wie es die Zivilgesellschaft von uns in allen Bereichen fordert – zu erproben und zu praktizieren.

Wenn wie am 11. September 2001 aktuelle externe Herausforderungen – oder wie so häufig interne Ereignisse wie etwa die Bekanntgabe von Entlassungen – die Menschen stark beschäftigen, so dass an einen normalen Arbeitsablauf nicht mehr zu denken ist, dann kann Open Space ein sehr sinnvolles Format sein, in dem sich viele Mitarbeiter zu den aktuellen Themen und Emotionen austauschen können. Das führt zur Verarbeitung solcher traumatischer Eindrücke, es verbindet aber auch die Mitarbeiter auf einer sehr ehrlichen, authentischen Weise miteinander.

Es kann so eine ganz neue Basis des gegenseitigen Verständnisses und der Kommunikation entstehen. Hier genügen schon zwei bis drei Stunden, zum Beispiel an einem Nachmittag eines normalen Arbeitstages. Es wird kaum Vorlaufzeit benötigt und kaum organisatorischer Aufwand: Dieser Zeitaufwand, die »Zeit für die Seele«, wird sich lohnen, da sich die nötige Kommunikation sowieso ihre Wege sucht, ob in der Gerüchteküche oder in der Raucherecke.

Die Arbeit kann danach wieder unbelasteter und konzentrierter aufgenommen werden. Open Space kann also hier zum Strukturelement für »das, was ansteht« werden.

Ein offenes Forum, wie es Open Space bietet, kann auch als Konflikt-Prävention genutzt werden:

Die Anwendung von Großgruppenkonferenzen zur Prävention und zum Abbau kollektiver Konfliktsituationen sind bereits in vielen Ländern, wie zum Beispiel im Winter 2002 in Ramalla und Jerusalem, angewendet worden.

Als Mitglieder einer Zivilgesellschaft im globalen Raum haben wir auch längerfristig die Verantwortung, uns immer wieder im Austausch mit anderen Kollegen und Freunden Gedanken zu machen. Dies beginnt in der Familie und am Arbeitsplatz. In zunehmendem Maße wird auch an Unternehmen die Forderung nach globaler gesellschaftlicher Mitverantwortung gestellt. Hier kann durch Open Space Zeit und Raum zum Engagement geöffnet werden.

In totalitären Systemen sind gerade diese offenen und öffentlichen Räume nicht verfügbar, es entfällt damit auch eine Möglichkeit, sich mit anderen Perspektiven auseinanderzusetzen, für sie ein wertschätzendes Verständnis zu entwickeln und entsprechend verantwortlich zu handeln.

»… durch die Demokratie läuft nicht nur der Weg der Gerechtigkeit, sondern auch der Weg zu Integrität und nationaler Sicherheit«, Benjamin Barber (Jihad vs. McWorld, 1995). Eine unabdingbare Perspektive in Zeiten der Globalisierung von Menschen, Märkten und Glaubenssätzen.

Think Tanks for a Civic Society of the 21st Century:

Im Rahmen der Aufnahme osteuropäischer Staaten in die Europäische Union haben wir unter diesem Titel eine Open Space-Veranstaltung mit internationalen politischen Thinktanks im Gut Kreisau bei Breslau, Polen, durchgeführt (Sponsoren: German Marshall Fund of the US, Veranstalter: Arbeitskreis für Demokratie der Friedrich Naumann Stiftung). Ziel war der Austausch von Know-how, das Lernen voneinander, die Vernetzung und die Effizienzsteigerung einzelner Initiativen.

Effizienzsteigerung und »Open Spaß« zeichnen Open Space-Konferenzen in ihrer Wirkung generell aus, Mut zur Selbstorganisation und selbstverantwortlichem Handeln machen dies möglich. Die Methode basiert auf den theoretischen Grundlagen der Systemtheorie und Chaostheorie, ihr Erfolg ist mit Hilfe von werteorientierten Messinstrumenten verifizierbar – besser und schneller aber an den blitzenden Augen der Beteiligten ablesbar.

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Dr. Katarina Petri
Con.Cord.Consulting
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