Umsetzung

Wichtige Aspekte bei der Umsetzung

Im Kern lassen sich folgende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung
benennen:

  • Die Auftraggeber/innen oder die jeweiligen Führungsspitzen müssen offen für die Beiträge der Teilnehmer/innen sein und selbstverständlich an der Konferenz teilnehmen.
  • Die Konferenz sollte Teil eines klar definierten Gesamtkonzeptes sein, das auch die notwendige Unterstützung seitens der Führungsspitze hat. Dazu gehört auch die Ausstattung mit angemessenen Ressourcen (Personal, Know-how, Arbeitsmittel, Kontakte, Geld) für den Nachfolge-/Umsetzungs-Prozess.
  • Die Konferenz muss sorgfältig vorbereitet sein. Insbesondere die Gewinnung der gewünschten Teilnehmer/innen ist mit Klarheit, Wertschätzung und Engagement zu betreiben. Zur Vorbereitung gehört gerade bei Zukunftskonferenzen in Städten und Regionen unbedingt eine qualifizierte und ehrliche Medienarbeit.
  • Die Auswahl der Teilnehmer/innen sollte mit großer Sorgfalt, gerade hinsichtlich Repräsentativität – Alter, Geschlecht, Kultur, vielfältige Berufs- und Lebensbereiche, Menschen mit »Macht und Einfluss« und »Otto Normalverbraucher« – erfolgen.
  • Die Moderator/innen für eine »klassische« Zukunftskonferenz sollten zumindest eine qualifizierte Ausbildung für diesen Werkstatt-Typ nachweisen können.

Grenzen der Anwendung – thematisch und teilnehmerseitig

Obwohl Zukunftskonferenzen durchaus zu sehr konfliktreichen Themen erfolgreich durchgeführt werden können, sind sie kein geeignetes Mittel um fundamentale Meinungsunterschiede aufzuheben. In diesem Sinne kann sie auch nicht eingesetzt werden, wenn es um eine reine Ja/Nein-Entscheidung geht (Autobahn oder Umgehungsstraße, Schlossplatz bebauen oder nicht) oder ein ganz bestimmtes Ergebnis herauskommen soll.

Sofern zur Bewältigung der Aufgabe und mit Blick auf die Umsetzung weniger als 30 Personen ausreichend erscheinen, sollte unter Umständen eher die Zukunftswerkstatt oder die kleine Schwester der Zukunftskonferenz, die »search conference« (Fred Emery), gewählt werden.

Der beachtliche Erfolg der Zukunftskonferenz als Methode basiert maßgeblich auf der Kraft von Aktionsgruppen, die aufgrund eines gemeinsam erkannten Anliegens eigen­initiativ und selbstverantwortlich handeln wollen und können. Diese Gruppen können durch weitere Personen oder spezielle Fachkompetenz ergänzt werden. Auf den Einsatz einer Zukunftskonferenz sollte deshalb verzichtet werden, wenn die Auftraggeberseite nicht will, dass sich zur Umsetzung der Maßnahmen auf freiwilliger Basis und interessengeleitet Aktionsgruppen bilden.

Von Seiten der Teilnehmer/innen gibt es lediglich die Grenze eines Mindestalters (ca. 14 Jahre) und der Notwendigkeit, die Sprache im Großen und Ganzen zu verstehen und zu sprechen. Sofern Menschen dabei sind, die gute Übersetzungshilfe leisten können, ist aber auch die Sprache keine unüberwindbare Hürde. Die Zukunftskonferenz ist offen für Menschen unterschiedlicher Kulturen und Nationalitäten.

Notwendiger organisatorischer Rahmen

Die Vorbereitungsdauer einer Zukunftskonferenz hängt ganz maßgeblich vom Zeitaufwand ab, der für die Gewinnung der Teilnehmer/innen nötg ist.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist ein geeigneter Veranstaltungsort/-raum und ein gut passender Startpunkt für einen »Aufbruch«. Termine im Frühling und Frühsommer sind günstiger als im Spätherbst und Winter.

In Organisationen wie Stadtverwaltung, Behörde, Schule reicht meist ein Vorlauf von ca. 8 bis 10 Wochen aus, bei Städten/Stadtteilen und Regionen sind es eher 4 bis 8 Monate.

In der Vorbereitungsphase finden in der Regel 3 bis 4 Vorbereitungstreffen á ca. 4 Stunden statt. Eine zielgruppenspezifische Informations- und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt das Vorhaben und die Teilnehmergewinnung erheblich.

Die Hauptkostenpositionen setzen sich zusammen aus

  • Kosten für ein bis zwei Moderator/innen für Vorbereitung, Durchführung und Auswertungsgespräch
  • Kosten für die Anmietung geeigneter Räumlichkeiten und ggf. Technik (Mikrofone, Beschallung, Flipcharts u.ä.)
  • Verpflegung der Teilnehmer/innen.

Für den mittel- und langfristigen Erfolg eines Veränderungs- und Entwicklungsansatzes ist gerade die Startphase von ganz entscheidender Bedeutung. Die Zukunftskonferenz legt das Fundament für einen gelingenden gemeinsamen Aufbruch und bestimmt damit maßgeblich die Energie und Qualität für den weiteren Umsetzungsweg und die Zielerreichung. Als dialogorientierte und partizipative Großgruppenmethode kann die Zukunftskonferenz gut die notwendige Vielfalt in einer Organisation und Kommune abbilden. Sie ist ein nicht alltägliches Ereignis, das durch die Einbeziehung vieler Menschen und das besondere Konzept eine deutlich höhere öffentliche Wahrnehmung des Anliegens erzeugt.