Umsetzung

Wichtige Aspekte bei der Umsetzung

Nachvollziehbarkeit ist bei einem Online-Dialog ein zentrales Element für die Motivation von potenziellen Teilnehmenden. Das betrifft die Klarheit hinsichtlich des möglichen Gestaltungsspielraums, des Verlaufs des Verfahrens, der Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse und der weiteren Einbindung in das Verfahren.

So braucht es möglichst klare Kommunikation darüber, was durch den Beteiligungsprozess erreicht werden kann und wie die Ergebnisse in die Entscheidungsfindungen oder politischen Prozesse eingebunden werden.

Ebenso bedarf es mobilisierender Kommunikationsmaßnahmen auf unterschiedlichen Kanälen, damit das Beteiligungsangebot auch von den jeweiligen Zielgruppen wahrgenommen wird.

Transparent und nachvollziehbar müssen auch die Spielregeln für den Online-Dialog sein, auf deren Einhaltung die Moderation achtet. Letztere unterstützt den sachlichen Diskurs und die leisen Stimmen, führt abschweifende Diskussionen wieder zum Kernthema zurück und unterstützt die Orientierung durch thematisches Gruppieren.

Hürden in Form von langwierigen Registrierungsabläufen oder der verpflichtenden Angabe von personenbezogenen Daten erschweren die Teilnahme am Beteiligungsangebot und halten potenziell Beitragende fern.

Nach dem Abschluss des Online-Dialogs braucht es zeitnah nicht nur eine neutrale und nachvollziehbare Aufbereitung der Ergebnisse, sondern auch ein anerkennendes Feedback für die Teilnehmenden.

Kein Online-Dialog ohne Vorbereitung

Viele Seiten im Internet buhlen heute um die Aufmerksamkeit des Users mit »Mitmach-Angeboten«. Ein Online-Dialog benötigt gute Vorbereitung mit dem Absender des Beteiligungsangebots, damit es zum einen Klarheit in der Themenstellung wie auch über den verhandelbaren Gegenstand gibt, und damit zum anderen ein auf die Zielgruppen abgestimmtes Beteiligungs- und Kommunikationskonzept entsteht. Daran angepasst sind auch die verschiedenen Ausdrucksformen wie Text, Klick, Zeichnung, Bild oder Video im Beteiligungsablauf festzulegen.

Welche organisatorischen, redaktionellen oder technischen Ressourcen der Absender des Dialog-Aufrufs einbringen kann und welche von einem professionellen Dienstleister für e-Partizipation eingebracht werden, bedarf ebenso einer Klärung.

Aus dieser Konzeptionsphase muss ein zeitlicher Ablauf entstehen, der nicht nur die Vorbereitung und Umsetzungsphasen des Online-Dialogs berücksichtigt, sondern auch die Verschränkung mit anderen Kommunikationsmaßnahmen und weiteren Partizipationsformaten.

Zum Standard zählt heute die Umsetzung eines »responsive Design«, mit dem die optimale visuelle Darstellung auf den unterschiedlichsten Displaygrößen von Handy über Tablet bis zum Desktop-Bildschirm erreicht wird. Beitragende verbringen oft einige Zeit mit dem Lesen und Schreiben von Beiträgen, womit die Benutzerfreundlichkeit des Online-Dialogs eine wichtige Bedeutung erhält. Dabei sollte auch auf eine möglichst barrierefreie Umsetzung, also beispielsweise die Nutzbarkeit für Menschen mit Sehschwäche, geachtet werden.

Neben konzeptionellen und technischen Kompetenzen sind vor allem auch redaktionelle Fähigkeiten in das Projekt einzubringen. Da Online-Dialoge oft komplexere Sachverhalte zum Gegenstand haben, ist die verständliche Aufbereitung mittels Text oder Bild eine zentrale Aufgabe im Projekt. Ebenso braucht es von der Redaktion und in Folge der Moderation eine strukturierende Unterstützung, damit die Übersicht im Online-Dialog nicht verloren geht.

Für die Konzeption, Vorbereitung, Umsetzung, Moderation und Auswertung des Online-Dialogs müssen mehrere Monate Durchlaufzeit reserviert, wie auch personelle oder finanzielle Ressourcen geplant werden.

Wann macht ein Online-Dialog Sinn?

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Ein Online-Dialog hat das Potenzial, viele Menschen zu erreichen. Genauso birgt er die Chance, dass sich Menschen mit ihren speziellen Kenntnissen in einer tiefen Qualität mit einem Thema auseinandersetzen.

Die Anwendungsfelder der Methode sind häufig in der Stadtplanung zu finden. Beispiele sind etwa Planungen in Stadtentwicklungsgebieten, lokale Planungen sowie für Planungen »auf der grünen Wiese« (Arbter 2012, S. 82).

Auch in den Bereichen der Agenda- und Politikfeldgestaltung kommen Online-Dialoge zum Einsatz. Beispiele sind Dialoge über das Zusammenleben oder über Zukunftsvisionen, Dialoge bei der Gesetzgebung, der Haushaltsplanung (Bürgerhaushalte) oder mit Stakeholdern.

Online-Dialoge ermöglichen die offene Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema über einige Wochen hinweg. Professionell moderierte Online-Dialoge eignen sich ebenso zur Ideenentwicklung wie auch zum Diskurs kontroverser Themen und dem Erarbeiten von Entscheidungsgrundlagen.