Ablauf

Ablauf

Der Community Organizing Prozess umfasst vier Schritte:

  • Zuhören
    Den Betroffenne systematisch zuhören, um konkrete Probleme und Visionen zu erkennen und ihrer Priorität nach auswählen zu können.
  • Planen
    Menschen kommen zusammen, diskutieren mögliche Lösungen und identifizieren die Menschen und Institutionen, welche gewünschte Lösungen herbeiführen können.
  • Aktionen
    Es folgen Aktionen der betroffenen Menschen, bei denen sie mit den Verantwortlichen/Institutionen über diese Lösungen verhandeln, wobei auch - soweit nötig - Konfrontation aufgebaut und Druck ausgeübt wird. Die Aktionen werden twecks weiterer Planung »zuhörend« ausgewertet.
  • Auswertung/Aufbau von Organisationsstrukturen
    Der sich erweiternd-wiederholende Durchlauf dieses Aktionskreises ermöglicht es, große, dauerhaft handlungsfähige, demokratische Gruppen aufzubauen. Diese sind in der Lage, sich um weitere Probleme, Bedürfnisse und Wünsche zu kümmern.

Diese Aufgabenstellung vor Augen, ergibt sich was zu tun ist:

  • Es muss eine ausreichende Anzahl von Personen bereit sein, genügend Zeit in die Vielzahl von Einzelgesprächen zu investieren.
  • Das Zusammenkommen der Menschen muss ermöglicht werden, damit eine entscheidungs- und konsensfähige Gruppe aufgebaut werden kann.
  • Diese Gruppe muss auch handlungsfähig, also »mächtig« werden wollen.
  • Die Dauerhaftigkeit, langfristige und kontinuierliche Veränderung, ausgerichtet auf mehr aktiver Wahrnehmung lokaler Demokratie, kann nur über ständige Beziehungsarbeit und Organisierung erreicht werden. Diese muss – so ist die Erfahrung aus 80 Jahren CO – im Interesse der Sache professionell begleitet werden.

In der Anfangsphase stehen die Einzelgespräche im Mittelpunkt (Zuhörprozess). In den Gesprächen geht es sowohl um den Aufbau von persönlich-öffentlichen Vertrauensbeziehungen als auch um die Identifizierung von Missständen, Ärgernisse und gewünschte Veränderungen, die besser gemeinsam angegangen werden. Eine neue Organisation geht mit ihrer ersten Aktion einen kleinen Konflikt an, den sie sicher gewinnen wird. Das bringt Ansehen und neue Beziehungen.

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Beziehung ermöglicht erfolgreiche Aktion, die wiederum mehr und bessere Beziehungen fördert, die dann erfolgreichere und größere Aktionen erlauben. So kommt »Power«, Handlungs- und Durchsetzungsfähigkeit in das gemeinsame Handeln.

Wenn die neue Organisation gegründet wird, gibt sie bei ihrer Gründung nicht unbedingt schon ein inhaltliches Programm vor. Sie liefert quasi den Rahmen für ein selbstbestimmtes gemeinsames Handeln.

Im Rahmen von CO treten die Eigeninteressen, die Motivation und die Problemsicht der beteiligten Bürgerinnen und Bürger in den Vordergrund. Vorrangige Aufgabe und wesentliche Qualität dieser Beziehungsarbeit ist das Ausfindigmachen von sich engagierenden Bürgerinnen oder Einwohnern und die Weiterentwicklung von deren Fähigkeiten. Diese bestimmen in Gruppentreffen dann die Ziele der Organisation. Dabei werden im Sinne von Coaching besonders die »Schlüsselpersonen« unterstützt, welche fähig sind, die Organisation zu leiten.

Menschen, die andere Menschen dazu bringen können, mitzumachen und dabei zu bleiben, erwerben im CO ein höheres Ansehen als solche, die öffentlich gut reden können.