Praxisbeispiel Soziale Stadtentwicklung Nord-Düren

Aktivierung im Rahmen der Sozialen Stadtentwicklung Nord-Düren

Nord-Düren ist ein innenstadtnahes Wohngebiet mit heterogener Baustruktur und historischen Häusern aus dem letzten Jahrhundert, aber auch privatem und sozial gefördertem Geschoss- und Mietwohnungsbau. Der Anteil der Empfängerinnen und Empfänger von Lohnersatzleistungen liegt mit über 20% doppelt so hoch wie in der Gesamtstadt. Der Anteil aller Personen mit Migrationshintergrund im Stadtteil liegt bei ca. 40%, in einigen Wohnquartieren sogar über 50%. Der Stadtteil zeichnet sich durch ein reges Vereinsleben und viele Geschäfte und Einkaufsmöglichkeiten aus.

Mitte 2005 begann das Büro für Gemeinwesenarbeit und Soziale Stadtentwicklung
(GWA-Büro), in Nord-Düren Aktivierungs- und Beteiligungsprozesse zu organisieren.

Zu den Aufgaben gehörten in der Einstiegsphase:

  • die stadtteilbezogene Aktivierung durch Erarbeitung eines abgestimmten Stadtteilprogramms und den Aufbau einer Stadtteilvertretung und von neuen Kooperationsstrukturen
  • die wohnquartiersbezogene Aktivierung durch die Aufstellung von Bewohnerprogrammen und den Aufbau von Bewohnerorganisationen in ausgewählten Quartieren
  • die Beratung und Unterstützung von Pilotprojekten, die von Akteuren im Stadtteil durchgeführt werden, wie z.B. die Neu- und Umgestaltung von Frei- und Spielflächen.

Nach der Analyse und Voruntersuchung der einzelnen kleinräumigen Wohnquartiere anhand subjektiver und objektive Kriterien wurde mit der eigentlichen Aktivierung und der Themenermittlung für das Stadtteilprogramm begonnen.

Die Ergebnisse der Voruntersuchung machten deutlich, dass die Akteure folgender strategischer Handlungsfelder aktiviert werden sollten:

  • Vereine, Einrichtungen und Institutionen
  • Unternehmen der Stadtteilökonomie
  • Bewohner/innen.

Das GWA-Büro entwickelte unterschiedliche Gesprächsleitfäden/Fragebögen für diese Handllungsbereiche.

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Die zentrale Leitfrage war dabei: Welcher Veränderungsbedarf im Stadtteil wird von den Befragten gesehen und welche Ressourcen und Potenziale können von ihnen oder von ihrem Verein/ihrer Einrichtung eingebracht werden?

Bis Ende 2005 wurden in Einzelgesprächen mit über 40 Organisationen u.a. die bestehenden Kooperationen, die Vorzüge, die Probleme des Stadtteils, das Verfahren und die Fragen zum Programm »Soziale Stadt NRW« erörtert. Von den Gesprächen wurden Protokolle gefertigt, die den Vertreter/innen mit der Bitte um Abstimmung innerhalb ihrer Organisation und zwecks Ergänzung oder Korrektur zur Verfügung gestellt wurden.

Anfang 2006 wurde neben persönlichen Gesprächen mit den Bewohner/innen eine breit angelegte Fragebogenaktion und mehrere »Planaktionen« im Stadtteil durchgeführt. Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass die persönlichen Gespräche möglichst in den Wohnungen oder an den Treffpunkten (z.B. Gaststätte oder Vereinslokal) der Befragten stattfanden. Durch offene Fragen wurden die Veränderungswünsche im Wohnquartier und im Stadtteil konkretisiert und die Bereitschaft zur Mitgestaltung erfragt.

Bei der »Planaktion« handelte es sich um einen großen Plan von der Nordstadt, der auf eine Styroporplatte geklebt und an verschiedenen ausgewählten Orten im Stadtteil aufgestellt wurde. Die Bewohner/innen erkannten aus der Vogelperspektive ihren Stadtteil oder ihre Straße wieder und wurden dadurch angeregt, über mögliche Veränderungen im Stadtteil nachzudenken. Sie hatten so die Möglichkeit, ihre persönlichen Themen auf vorbereitete Karten zu schreiben und auf den Plan zu stecken. Neben den unbeschrifteten gab es bebilderte Karten mit den Themen der Voruntersuchung. Die Fragebögen wurden ebenso wie die Gespräche ausgewertet und ergaben ein detailliertes Meinungsbild der Bewohnerschaft zu den Vorzügen/Ressourcen und Problemen/Themen des Stadtteils.

Symbol: »Externer Link« (Pfeil, der aus einem Quadrat herauszeigt)

Weitere Informationen zu der Methode Planning for real hier auf diesem Portal.