Beispiele für politische Integration

Beispiele für politische Integration

Kommunale Flüchtlingsdialoge

Die Kommunalen Flüchtlingsdialoge, die seit 2016 in Baden-Württemberg gestartet und gefördert wurden, sind dabei ein gutes Beispiel für diesen neuen Ansatz, der Geflüchtete in für sie betreffende Planungen und Vorhaben einbezieht.

Nach einer Herausarbeitung der Problemfelder durch die Kommunen, sollen interessierte Menschen, Geflüchtete und »Einheimische«, zusammengebracht werden, um Informationen, Ideen, Bedenken und Lösungsansätze zu einem zu einem bestimmten Thema auszutauschen. Die hier erarbeiteten Ergebnisse, sollen dann an die Kommunenverwaltung weitergeleitet und bei der weiteren Planung und Umsetzung der Vorhaben berücksichtigt. Viele Fragestellungen kommen aus den Bereichen Bauen & Wohnen, Kindergarten & Schule, Ausbildung & Arbeit, Gemeinschaft & Nachbarschaft, Infrastruktur & Sicherheit. Je nach lokalen Gegebenheiten und Größe einer Kommune können diese Themen auch variieren.

Flüchtlingsräte

Auch Flüchtlingsräte bieten für Geflüchtete und »Einheimische« die Möglichkeit in Flüchtlingsthemen Einfluss auf die Politik und Zivilgesellschaft zu nehmen. Sie sind in der Regel Zusammenschlüsse von Initiativen, Gruppen und Einzelpersonen, die sich ehrenamtlich mit Flüchtlingen und für Flüchtlinge engagieren. Sie sind lokal oder auf Landesebene organisiert. Sie setzen sich für die Rechte von Flüchtlingen und Menschen mit prekärem Aufenthalt ein. Dafür engagieren sie sich mit Kampagnen, Beratungsarbeit, konkreter Unterstützung von Geflüchteten wie auch durch eine kontinuierliche politische Arbeit. Sie beraten zu und informieren über gesetzliche wie politische Entscheidungen und Zusammenhänge und treten mit verschiedenen Aktionsformen gegen Rassismus ein. Die Landesflüchtlingsräte stellen in vielen Bundesländern ein Netzwerk von Asylarbeitskreisen, Flüchtlingsinitiativen und -räten, Selbstorganisationen und Einzelpersonen dar.

Ein Leitfaden zum Thema kommunale Demokratie

Kommunen und Flüchtlingsinititiven können jetzt den Leitfaden »Demokratie verstehen und mitmachen« des Projekts »Vom Flüchtling zum Bürger und zur Bürgerin« bestellen. Das Projekt ist darauf gerichtet, Flüchtlingen zu vermitteln, dass sie sich einbringen dürfen und sollen und dass auch kritische Meinungen erlaubt sind. Der Leitfaden erläutert die kommunale Selbstverwaltung, das Subsidiaritätprinzip, Eltern und Schülervertretung, Vereine und ehrenamtliches Engagement. Auch Einheimische können darin einiges über lokale Demokratie und Entscheidungsfindung lernen.

Der Leitfaden umfasst 48 Seiten, die Hälfte Deutsch, die andere Hälfte Arabisch. Er kann über Wadi bestellt werden zu einer Schutzgebühr von 50 Cent plus Versandkosten. Zur pdf-Version.

Partizipationsmöglichkeiten in der Umweltbildung

Der Beitrag von Tina Teucher: »Partizipative Umweltbildung als Beitrag zur Integration geflüchteter Menschen« aus dem eNewsletter des Netzwerk Bürgerbeteiligung berichtet von interessanten Projekten und Erfahrung aus der Arbeit mit Geflüchteten der ANU Bayern e.V. – dem Dach- und Fachverband der Umweltbildungseinrichtungen und Umweltbildner/innen.

Bei allen diesen Vorhaben handelt es sich um gute Ansätze und Projekte, deren Durchführung von großer Bedeutung ist und den Geflüchteten bei ihrer Integration in die deutsche Gesellschaft unterstützt. Jedoch muss beachtet werden, dass es sich zurzeit meist um regional beschränkte Projekte handelt. Eine Bundesweite Verbreitung solcher und ähnlicher Projekte ist deshalb zu begrüßen und anzustreben, um eine erfolgreiche Integration zu gewährleisten: denn Demokratie lebt von der Teilhabe aller Menschen – unabhängig von Herkunft und sozialem Status – an politischen Rechten und materiellen Wohlstand.