Migration und Integration

Seite 1: Wege zur politischen Integration von Migrant/innen

In Deutschland lebten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Ende 2015 knapp 82 Millionen Menschen. Etwa 17,1 Mio. davon sind Menschen mit sog. Migrationshintergrund. Von ihnen sind 11,6 Mio. selbst nach 1949 aus dem Ausland zugewandert, weitere 5,6 Mio. wurden als deren Kinder in Deutschland geboren. Ca. 8,7 Mio. davon verfügen ausschließlich über eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Insgesamt sind Menschen aus 190 Staaten der Welt in Deutschland vertreten. Dennoch wird die Zuwanderung vorrangig durch Europa geprägt: 70,6 % der Migrant/innen und deren direkte Nachkommen haben ihre Wurzeln in einem europäischen Land, vor allem in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union (31,6 %).

Außereuropäische Zuwanderer/innen kommen vornehmlich aus dem asiatischen Raum (15,7 %), gefolgt von Afrika (3,5 %) und Amerika (2,5 %). Die Bedeutung von Australien und Ozeanien ist dagegen gering (0,2 %). Insgesamt 7,4 % der Menschen mit Migrationshintergrund lassen sich nicht eindeutig nach Herkunftsländern zuordnen, zum Beispiel weil sie als Deutsche mit beidseitigem Migrationshintergrund Eltern aus unterschiedlichen Herkunftsländern haben.

Die Zahlen zeigen: Deutschland ist ein Einwanderungsland. Doch trotz dieser Tatsache geht die politische Integration von nichtdeutschen Migrant/innen, Drittstaatsangehörigen und Menschen mit Migrationshintergrund nur langsam voran.

Zwar haben Bund, Länder und Gemeinden in den letzten Jahren verstärkt Anstrengungen unternommen, um die Integration von Migrant/innen und Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern, beispielsweise durch die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts oder die Verabschiedung des Zuwanderungsgesetzes. Es gibt gerade auf kommunaler Ebene vielfach Versuche, die Chancen und Potenziale der Zuwanderung systematisch in den Blick zu nehmen. Auch wird Integration zunehmend als gesellschaftspolitische Querschnittsaufgabe verstanden.

Dennoch bleibt die politische Inklusion dieser Bevölkerungsgruppe und von »illegalen« Zuwanderer/innen, Asylsuchenden und Flüchtlingen ohne festen Aufenthaltsstatus eine demokratiepolitische Herausforderung der Zukunft. 

Partizipation als Schlüssel zur Integration: Interview mit Mari Steindl, Interkulturelles Zentrum Wien, Forum für Bürgerbeteiligung und kommunale Demokratie (2010) 

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