Das soziale Netz: Web 2.0

Seite 3: Web 2.0: Kommunikation

Kommunikation

Das Internet bietet für zivilgesellschaftliche Organisationen einen Weg, die klassischen Medien als Vermittler zu umgehen und direkt und ungefiltert mit Menschen zu kommunizieren. Dies ist sonst nur bei Veranstaltungen oder im persönlichen Gespräch möglich. Webseiten und E-Mails sind eine kostengünstige Alternative zu vielen klassischen Kommunikationswegen. Die Kommunikation und Vernetzung innerhalb der Zivilgesellschaft ist durch die neuen Medien intensiviert worden. Auch für die interne Kommunikation mit den Mitarbeiter/innen oder auch mit den Mitgliedern, Ehrenamtlichen und Spender/innen ist die Website das wichtigste Medium.

Mit Hilfe des Social Web finden Menschen zusammen, die bei den klassischen Formen der Kommunikation nicht zusammenfinden würden. Die Online-Kommunikation überwindet nationale und soziale Grenzen. Die Anonymität des Internets verringert die Barrieren für Beteiligung, das Web kann Menschen ermutigen, sich zu engagieren. Social-Web-Anwendungen bieten durch ihre partizipativen Elemente die Möglichkeit, die Meinung der Nutzer/innen zu Themen und Aktionen zu erfassen.

Die nachhaltige und erfolgreiche Kommunikation mit der Zielgruppe ist kein Selbstläufer. Eine Nutzung der Anwendungen bedeutet vor allem Zeit und Mühe zu investieren: Regelmäßige Neuerungen und Aktualisierungen des eigenen Web 2.0-Auftritts sind notwendig, um der Schnelllebigkeit und Informationsflüchtigkeit des Internets gerecht zu werden.

Die Entwicklung hin zu mehr Online-Kommunikation schafft aber auch neue Probleme für die Zivilgesellschaft insgesamt. Je mehr Engagement online stattfindet und online organisiert wird, desto mehr werden Offliner von der politischen Teilhabe ausgeschlossen. Dies gilt gerade auch für die neuen partizipativen Internet-Anwendungen. Wenn das Internet zur Voraussetzung für Teilhabe wird, werden bestimmte Bevölkerungsgruppen dauerhaft ausgeschlossen. Die individuellen Fähigkeiten, das Potential des Internets als Informations- und Kommunikationsmedium zu nutzen, sind unterschiedlich verteilt.

Während die Informations- und Bildungseliten souverän mit den neuen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters hantieren, verlieren die benachteiligten gesellschaftlichen Gruppen weiter an Boden. Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Benachteiligung droht sich weiter zu verfestigen. Um der digitalen Spaltung der Bevölkerung in Onliner und Offliner entgegenzuwirken, sind erhöhte Anstrengungen für die politische Bildung und Medienkompetenz notwendig.

Das Social Web sollte – trotz seines großen Potenzials – eine Möglichkeit neben den klassischen Kommunikationswegen darstellen: Nicht alle sozialen und gesellschaftlichen Gruppen haben den gleichen Zugang zu Social Media-Anwendungen oder nutzen derartige Anwendungen gleichermaßen. Web 2.0 stellt daher keine Alternative zu klassischen Kommunikationswegen dar, sondern eine Ergänzung.