Exkurs: Budget und Finanzen

Seite 3: Budget, Überschreitung, Nullsumme, Kofinanzierung
Symbol: »Beispiel« (Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger)

 

Sachkosten
500 DVD-Rohlinge 150,00 €
Porto 100,00 €
100 T-Shirts 1.000,00 €
Sachkosten  insgesamt 1.250,00 €
Honorare
Website (Design) 750,00 €
Website (Programmierung) 1.000,00 €
Honorare insgesamt 1.750,00 €

 

 

Die Unterteilung in Einnahmen und Ausgaben mag Ihnen banal erscheinen. Sie wird aber nützlich, sobald ein Projekt aus verschiedenen Quellen finanziert wird, sprich, sobald sie es mit Kofinanzierung zu tun haben.

Budgets für Projekte können viele verschiedene Formen haben – das obige Beispiel ist nur eine davon.

Überschreitung des Budgets

Oft wird die Frage gestellt: Was ist, wenn wir im Rahmen unseres Projekts erhöhte Ausgaben haben? Können wir nicht einfach das Projektbudget nachträglich erhöhen? Die Antwort auf diese Frage lautet (in allen mir bekannten Fällen): Nein. Die bewilligte Summe ist gleichzeitig ein festgelegter Höchstbetrag. Dieser darf nicht überschritten werden. Wenn Sie mehr Geld ausgeben, dann bleiben Sie auf den Mehrkosten sitzen.

Die Null am Ende

Die Zuwendung, die Sie erhalten, entspricht einer Einnahme. Die Kosten, die im Verlauf des Projekts entstehen, sind Ausgaben. Die meisten Fördermittelgeber erwarten, dass am Ende eine Null herauskommt. Es gibt einige Ausnahmen wie z. B. die Förderung mittels Pauschalen.

Sprich: Wenn Sie im Antrag angeben, dass Sie Tausend Euro für Büromaterial ausgeben, dann müssen Sie auch genau Tausend Euro für Büromaterial ausgeben. Sie dürfen nicht nur achthundert Euro ausgeben und zweihundert in die Tasche stecken. Wenn Sie nur achthundert Euro belegen können, dann wird der Zuwendungsgeber zweihundert Euro zurückverlangen. In der Projektpraxis sind gewisse »Verschiebungen« innerhalb des Budgets möglich – aber Einnahmen minus Ausgaben muss null ergeben. Geldmittel, die Sie nicht ausgeben, müssen Sie zurückerstatten.

Symbol: »Achtung« (Ausrufezeichen im Dreieck)

Aus dem gleichen Grund gilt es, vorsichtig zu sein bei zusätzlichen Einnahmen, die sich während des laufenden Projekts ergeben. Manche Finanzierungsinstrumente erlauben dies nicht. Sollten Sie doch Einnahmen erzielen, dann reduziert sich die Zuwendung um den entsprechenden Betrag. Insofern bringen Ihnen diese Einnahmen nichts.

Es gibt aber auch Zuwendungsformen, bei denen das nicht so ist. Bei einer Festbetragsfinanzierung erhalten Sie einen festen Betrag (wie der Name schon sagt). Den können Sie behalten, ganz egal, ob Sie höhere Einnahmen haben oder Einsparungen. In manchen Programmen spricht man auch von einer Förderung mittels Pauschalbeträgen. Hier gilt das gleiche: Pauschalbeträge erhalten Sie in jedem Fall in voller Höhe, wenn Sie den vereinbarten Verpflichtungen nachkommen.

Kofinanzierung

(Das folgende Kapitel ist ein Exkurs für Fortgeschrittene – wenn Sie sich bei der Lektüre unwohl fühlen, dann überspringen Sie diese Passage einfach. Falls Sie jedoch in Erwägung ziehen, sich um EU-Fördermittel zu bewerben, sollten Sie den Abschnitt lesen.)

Kofinanzierung bedeutet: in das Projekt müssen weitere Finanzmittel aus anderen Quellen einfließen. In manchen Fördermittelprogrammen gibt es vorgeschriebene Prozentsätze für die Kofinanzierung. In vielen Fällen müssen Sie bereits im Antrag angeben, wie die Kofinanzierung erbracht werden soll.

Symbol: »Wichtig« (ein Ausrufezeichen in einem blauen Kreis)

Die Kofinanzierung erscheint bei der Planung eines Budgets auf der Einnahmenseite.