Die Selbstdarstellung der Organisation

Seite 6: Kooperationen, VIPs
Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Eine kleine Hilfestellung, die oft Heiterkeit auslöst, ist die Banküberfall-Methapher. Wenn Sie einen Banküberfall planen, dann benötigen Sie für jede Aufgabe einen Experten: einer fährt das Fluchtauto, einer »steht Schmiere«, einer knackt den Safe und vielleicht haben Sie auch noch zwei Leute »fürs Grobe«. Kurz: Die beteiligten Personen werden entsprechend ihrer Expertise für verschiedene Aufgaben eingesetzt. Entsprechend dieser Logik können Sie auch die Beschreibung Ihres Konsortiums gestalten. Geben Sie jeder Organisation eine Rolle im Projekt. So könnte in dem genannten Online-Partizipationsbeispiel die Non-Profit-Organisation die Koordinierung des Projekts übernehmen; die Webagentur wird die technische Realisierung der Plattform durchführen; die Bürgerinitiative organisiert die begleitenden Veranstaltungen.

In der Realität gibt es in den meisten Projekten eine Menge Überschneidungen zwischen den Aufgabenbereichen. Versuchen Sie aber, in ihrem Antrag Rollen und Zuständigkeitsbereiche herauszuarbeiten, die den Profilen der beteiligten Organisationen entsprechen.

Sind mehr als drei Partner beteiligt, dann verwenden Sie Grafiken, um die Aufstellung des Teams und die Rollen der Partner zu veranschaulichen. Sie können zum Beispiel ein kleines Organigramm anfertigen. Auch ein Gantt-Diagramm kann zur Übersicht beitragen. Sie können z. B. Farben verwenden, um Zuständigkeiten hervorzuheben.

VIPs, Beiräte, Schirmherren

Es kann nie schaden, wenn Sie darstellen, dass Ihre Organisation mit einflussreichen und wichtigen Persönlichkeiten vernetzt ist. Bei Vereinen ist ein mit mehr oder weniger prominenten Personen besetzter Vorstand nützlich, auf den Sie im Antrag verweisen können.

Gerade junge Organisationen haben oft noch keine solchen VIPs (»very important persons«) in Ihrem Unterstützer/innen-Kreis. So rekrutiert sich der Vorstand von jungen Vereinen meistens aus dem Bekannten- oder Freundeskreis. In diesem Fall können Sie mindestens zwei Dinge tun:

Sie können für das Projekt einen Beirat gründen. Überzeugen Sie eine Handvoll von Personen mit guter Reputation, die etwas mit dem Thema des Projekts zu tun haben. Dies können z. B. Hochschulprofessoren und Hochschulprofessorinnen oder Politiker/innen sein. Der Beirat berät und überwacht das Projekt. Sie können sich auch einen Schirmherr oder eine Schirmherrin suchen.

In beiden Fällen – ob Sie eine Schirmherrin bzw. einen Schirmherr oder einen Beirat einsetzen – ist die Funktion in erster Linie eine symbolische. Sie demonstrieren, dass die beteiligten Menschen Ihrer Organisation vertrauen und das Projekt »mit Ihrem guten Namen« unterstützen. Wenn Sie dies in einem Fördermittelantrag angeben, dann trägt das zur Vertrauenswürdigkeit und zur Reputation Ihrer Organisation bei. Weiterhin kann Ihnen die geschickte Auswahl eines Schirmherr oder einer Schirmherrin Ihnen die Sympathie des Fördermittelgebers einbringen.

Aus der englischsprachigen Non-Profit-Szene habe ich eine schöne Umschreibung dafür gehört, was VIPs sein können – die vier »D«:

  • Doers (Tatkräftige Unterstützer/innen – beteiligten sich aktiv)
  • Door-Openers (»Türöffner« – tragen zur Reputation der Organisation bei oder stellen Kontakte her),
  • Donors (Spender/innen – unterstützen ein Projekt finanziell)
  • Dead-Weight (Ballast).


Bedenken Sie aber, dass selbst im letzten Fall der »Ballast« nicht allzu schwer wiegt. Selbst eine passive prominente Schirmherrin kann die Reputation Ihrer Organisation (und damit die Bewilligungschancen ihres Projektantrags) verbessern.

Ob sich eine einflussreiche Person bereit erklärt, ein Projekt zu unterstützen, hängt oft von persönlichen Kontakten ab. Viele Menschen sind solchen repräsentativen Aufgaben nicht abgeneigt. Sie sollten allerdings die Erwartungen über die Eigeninitiative von Schirmherren und Beiräten nicht zu hoch ansetzen.