Praxis Planspiel: STRATAGEM: Ministerin für einen Tag

Ein Mann zeichnet eine Grafik an eine Flipchart. Eine Frau trägt etwas von einem Papier vor. Im Hintergrund steht ein Beamer vor einer Leinwand.

Die Schlüsselkompetenzen für eine nachhaltige Entwicklung erfordert und schult auch das etwas komplexere, computergestützte Simulationsspiel STRATAGEM. Wiederum spielen verschiedene Teams – in diesem Fall liegt der Fokus auf den Verständigungs- und Abstimmungsprozessen innerhalb der jeweiligen Gruppen. In einem von der Niedersächsischen Lottostiftung geförderten Pilotvorhaben wurden Ende 2002 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz (NNA) in einer zwei-moduligen Fortbildung zu Nachhaltigkeitstrainerinnen und -trainern qualifiziert (Kooperationsvorhaben mit dem BUND LV Niedersachsen). Ziel der Fortbildung war, die neuen Trainer zu befähigen, Elemente des Workshops so zu beherrschen, dass sie sie jetzt selbst in unterschiedlichen Bildungskontexten einsetzen und im »Schneeballsystem« fundiert weitervermitteln können.

Beim Planspiel »STRATAGEM« stellt jede Gruppe jeweils ein Kabinett, eine Regierungsmannschaft dar: Ein Finanzminister und eine Wirtschaftsministerin, ein Minister, der für die Landwirtschaft zuständig ist. Ein anderer für Schulen und Soziales. Und eine Ministerin betreut den Bereich Umwelt. Jeder dieser Minister erhält vor Spielbeginn eine Rollenbeschreibung, die die wesentlichen Informationen für das jeweilige Ressort enthält. Keiner kann das Land, für das alle (fiktiv) zuständig sind, allerdings allein regieren. Alle gemeinsam haben die Aufgabe – und die Zeit -, »ihr« Land in mehreren Dekaden (zum Beispiel in den nächsten 50 Jahren, die über den Computer zu simulieren sind), nachhaltig zu regieren.

In diesem relativ komplexen Spiel sind nun die jeweiligen Ministerinnen und Minister gefragt: Da keiner alles wissen kann, müssen sie ihre Kolleginnen und Kollegen mit den relevanten Informationen aus dem jeweils eigenen Ressort versorgen. Um dann gemeinsam eine Entscheidung zu treffen: Wofür wird das Geld aus dem Staatsetat als erstes verwandt? Schulen und Infrastruktur ausbauen oder erst einmal Schulden abbauen? Oder doch eher in die Steigerung der Energieeffizienz der eigenen Energiebetriebe investieren? Wichtige Fragen, die über die Zukunft des Landes entscheiden – und bei deren Aushandlung Ressortegoismen überwunden werden müssen.

Abgeschlossen wird das Planspiel mit einer »Pressekonferenz« der jeweiligen Regierungsmannschaft: Mit viel Schmunzeln werden die Anklänge an die reale Politik – wie haben wir uns im Team entschieden und wie »verkaufen« wir es – registriert. Am Ende der Qualifizierungsmaßnahme verließen 20 professionell ausgebildete Nachhaltigkeitstrainerinnen und -trainer die NNA – bereit zum Einsatz der computergestützten Simulationen sowie der zahlreichen Rollenspiele zu partnerschaftlichem Verhalten in Gruppen. Einsetzbar sind diese in den verschiedensten Bildungskontexten – Runden mit Politikerinnen und Politikern oder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, in kommunalen Agenda 21-Arbeitskreisen, im Verwaltungszusammenhang ebenso wie in Wirtschaftsunternehmen etc. Aber natürlich gerade auch ausgerichtet auf die Zielgruppen, die unsere Zukunft ausmachen – Kinder und Jugendliche z. B. im Schulunterricht.

Symbol: »Adresse« (ein Stift zeigt auf das Adressfeld eines Briefes)

Susanne Eilers
Agenda 21-Koordinatorin der NNA
Telefon (0 51 98) 98 90-80
Telefax (0 51 98) 98 90-95
E-Mail: susanne.eilers@nna.niedersachsen.de