Praxis GWA: Quartiermanagement – Bremen/Marßel

»Wir planen Projekte für die Bürger«, betont Ulla Diedrich, Quartiermanagerin in Marßel in Bremen. Alle Ideen zur Verbesserung des Wohnumfeldes werden in Arbeitskreisen der Stadt entwickelt. »Aber die Bürger entschieden in den Stadtteilgruppen, die wiederum Inhalte und Umsetzung der Programme bestimmen«, betont Diedrich. Gefördert wird die Arbeit von den Programmen »Wohnen in Nachbarschaft« (WIN) – ein Beteiligungsprogramm der Städte Bremen und Bremerhaven und des Bundesprogramms »Soziale Stadt«.

Ulla Diedrich ist eine von mehreren Quartiermanagerinnen und -managern in Bremen. Nahezu alle Stadtteile beteiligen sich an dem Programm und haben Quartiermanager, Stadtteilforen oder Koordinationsrunden, die sich in regelmäßigen Abständen treffen und beraten. Mehrere Arbeitskreise und angegliederte Gruppen beschäftigen sich mit unterschiedlichen Themen wie »Kinderarbeit und Jugendarbeit« oder »Imageverbesserung«. »Die Bürger entscheiden in der Stadtteilgruppe, welche Projekte wir umsetzen, wie sie genau aussehen sollen und auch über die Finanzierung«, so Ulla Diedrich. Große Investitionen können nur über das Bundesprogramm »Soziale Stadt« verwirklicht werden, denn hier sind 100 Prozent Förderung möglich. Anders beim WIN-Programm der Stadt, das maximal 50 Prozent der Kosten übernimmt. Der Rest muss von den Bürgerinnen und Bürgern aufgebracht werden, zum Beispiel durch ehrenamtliche Arbeit oder indem andere Investoren gefunden werden. So gelang es beispielsweise der Arbeitsgruppe »Imageverbesserung« Wohnbaugesellschaften zur Mitarbeit zu gewinnen, die sich auch finanziell an den Projekten beteiligen.

Insgesamt sind die Erfahrungen des Bundeslandes Bremen mit dem WIN-Programm durchaus positiv. Auch für Ulla Diedrich ist die Bürgerbeteiligung nicht mehr wegzudenken. Allerdings sagt sie auch: »Die Vorschläge werden nicht alle gleich gut angenommen. Es hängt immer vom Thema ab. Außerdem müssen die Bewohner direkt betroffen sein. Je lokaler ein Projekt ist, desto größer ist die Beteiligung.«

Symbol: »Adresse« (ein Stift zeigt auf das Adressfeld eines Briefes)

Ulla Diedrich
Stadteil Burgdamm
Wohnquartier Marßel
Helsingborger Straße 36
D-28719 Bremen
Telefon (04 21) 6 36 06 51
Telefax (04 21) 6 36 59 20
E-Mail: projekt.marssel@web.de