Praxis Gemeinsinn-Werkstatt: Uni Augsburg

Drei Dutzend Personen sitzen in einem Stuhlkreis. An den Wänden des Raumes hängen beschriftete Plakate; die Wörter Vielfalt und Frühling sind zu lesen.

»Seit der Gemeinsinn-Werkstatt hat sich viel an unserer Universität getan«, sagt Christian Boeser, »heute arbeiten bei uns zehn Arbeitskreise unter Beteiligung aller universitären Gruppen an Projekten, die gemeinsam entwickelt und seitdem umgesetzt werden.« Seine Universität, das ist die Universität Augsburg. Hier wurde nach Möglichkeiten gesucht, fakultätsübergreifende Synergien und Ressourcen zu nutzen. Professorin Hildegard Macha von der Pädagogischen Fakultät gab den Anstoß, innerhalb der Universität das Beteiligungsverfahren der Gemeinsinn-Werkstatt anzuwenden.

Schon im Vorfeld wurde das Projekt mit Flyern, Anschlägen und persönlichen Einladungen beworben. Ein breites Spektrum an Interessenvertreterinnen und –vertretern wurde dazu gebeten: Rektorat, Professoren, Verwaltung und Studenten. In den Vorbereitungstreffen entstand auf Grund des breiten Spektrums dann der Titel »Augsburger Frühling: Potenziale entdecken - Profil entwickeln«, der den Beteiligten möglichst viel Raum lassen sollte. Dazu kamen 70 Interessenten aus allen Bereichen der Universität, um in der umgestalteten Mensa an der Optimierung des gemeinsamen Alltags zu arbeiten. Zunächst wurden wertschätzende Interviews geführt, um nach positiven Erfahrungen und Perspektiven an der Universität zu suchen. Dann fanden sich selbstorganisierte Arbeitsgruppen zusammen, die über die Weiterentwicklung der Universität diskutierten. Öffentlichkeitsarbeit, Dokumentation und Evaluation liefen parallel dazu und waren dann auch für die Ernte sechs Monate später ein wichtiger Anknüpfungspunkt.

Auf einer Abschlussveranstaltung wurden zwölf Projektideen vorgestellt, die von der Einführung eines Studiums Generale über ein Internet-Projekt für »Lehrer gegen Rechtsextremismus« bis hin zur gemeinsamen Verschönerung der Uni-Cafeteria reichten. Nicht nur für die Organisatorinnen und Organisatoren war die Gemeinsinn-Werkstatt eine gute Erfahrung. Auch Studentenvertreter Max Schimmel zieht ein positives Fazit: »So leicht war die Suche nach Ansprechpartnern noch nie.« »Für die Uni war das eine ganz große Leistung«, meint auch der angehende Medienpädagoge Andreas Baernreuther, »man wurde ernst genommen als Student.« Auch Initiatorin Macha ist zufrieden. Mit der Gemeinsinn-Werkstatt sei das »schier Unmögliche möglich geworden«, so ihr Fazit.

Symbol: »Adresse« (ein Stift zeigt auf das Adressfeld eines Briefes)

Universität Augsburg
Lehrstuhl Prof. Dr. Hildegard Macha
Universitätsstr. 10
D-86159 Augsburg
Telefon (08 21) 59 8-55 60
Telefax (08 21) 5 98-56 73
E-Mail: hildegard.macha@phil.uni-augsburg.de
www.uni-augsburg.de

Koordination der Veranstaltung
Dr. Christian Boeser
Telefon (08 21) 5 98-55 63
E-Mail: christian.boeser@phil.uni-augsburg.de

Begleitteam
Wolfgang Fänderl
C•A•P - Projekt Gemeinsinn
Maria-Theresia-Str. 21
D-81675 München
Telefon (0 89) 21 80-13 21
Telefax (0 89) 21 80-58 50
E-Mail: faenderl@projekt-gemeinsinn.net