Praxis Gemeinsinn-Werkstatt: Toleranz – TOLL statt ranzig, Frankfurt/Oder

»Es gab schon ganz viele Initiativen zum Thema Toleranz in der Stadt, aber jeder hat nur für sich gearbeitet, die meisten kannten einander gar nicht«, so beschreibt Kerstin Zimmermann von der Mediationsstelle die Situation vor der Gemeinsinn-Werkstatt »Toleranz Frankfurt: TOLL statt ranzig« in Frankfurt/Oder. Private Initiativen und die Mediationsstelle wollten nun eine Vernetzung zwischen den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Akteuren sowie Stadtverantwortlichen und Bürgerinnen und Bürgern erreichen. Ein Werkstatt-Forum schien das geeignete Mittel, um zu motivieren und zu Ergebnissen zu kommen.

In mehreren Vorbereitungstreffen wurden Titel, Einladung, organisatorische Arbeiten und die methodische Gestaltung mit einem Begleitteam abgestimmt. Im Februar 2002 wurde zu dem Forum eingeladen, das vom 17. bis 19. April 2002 stattfand. 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen dazu zusammen. In verschiedenen Gruppen wurden nun wertschätzende Interviews geführt und die Ergebnisse sortiert und ausgestellt. Schließlich wurde ein Aktionsmarkt organisiert: Forschungs-, Themen-, und Aktionsmarkt. Am Ende hatten die Beteiligten ihre Projektideen und Aktionsvorhaben konkretisiert. Diese wurden je nach Interesse, Fähigkeiten und Zeitbudget selbst bestimmt: von der Supervisionsgruppe über die Gründung einer Band bis hin zu einem Jugend-Event.

»Die Veranstaltung hat alle unheimlich ermutigt«, so Zimmermann, »zumal wir nun alle Kontakte und Ideen gebündelt hatten.« Schon da war klar, dass es noch eine gemeinsame Abschlussveranstaltung geben würde, bei der erste Ergebnisse präsentiert werden sollten. »Diese ›Ernte‹ und die Freude darauf waren sehr wichtig, damit man nicht das Gefühl bekam, das war eine tolle Veranstaltung, aber jetzt verläuft alles im Sande«, so Zimmermann. Tatsächlich verlief auch nichts im Sande, im Gegenteil. Die Umsetzungsphase verlief direkt zwischen den beteiligten Gruppen und über E-Mail-Verteiler. Die koordinierten Arbeitseinheiten waren nun schon relativ unabhängig von der Begleitung. Bereits jetzt kommunizierten die beteiligten Gruppen untereinander gut und bauten ein Netzwerk an Kontakten auf. Den offiziellen Abschluss der Werkstatt bildete dann der Erntemarkt im Oktober 2002. Hier konnten bereits 13 abgeschlossene Projekte präsentiert, reflektiert und gefeiert werden, darunter die Bildung einer Kontaktbörse, die Gründung der Band »Die tollen Ranzen«, Konzerte, Jugendbegegnungen, aber auch der Aufbau von Sozial- und Supervisionsprojekten. Noch einmal so viele Ideen sind aus der oder durch die Gemeinsinn-Werkstatt entstanden und werden weiterverfolgt. Außerdem hat es inzwischen in anderen Stadtteilen Gemeinsinn-Werkstätten gegeben, zum Beispiel in der Siedlung Neuberesinchen, die unter Beteiligung der Bewohner neu gestaltet wurde.

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Kerstin Zimmermann
Koordinatorin Mediationsstelle Frankfurt/Oder
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D-15230 Frankfurt/Oder
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Telefax (03 35) 4 01 33 01
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Wolfgang Fänderl
C•A•P - Projekt Gemeinsinn
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