Praxis PRA: Universität Hohenheim

»Was nützen die bahnbrechendsten Forschungsergebnisse, wenn sie nicht in die Praxis umgesetzt werden?«, fragte sich Professor Volker Hoffmann von der Universität Hohenlohe. Seit ca. 20 Jahren gibt es Forschungen über eine umweltgerechte Landwirtschaft, aber die Anwendung steht meist noch aus. So wurde die Projektgruppe »Modellvorhaben Kulturlandschaft Hohenlohe« gegründet, um herauszufinden, welche Hilfestellung Bürgerinnen und Bürger in der Region brauchen, um Umweltprobleme zu lösen und eine nachhaltige Entwicklung einzuleiten. Dazu befragten sie die Menschen in der Region mit der PRA-Methode nach ihren Anliegen und Ideen.

Plakat mit einem gemalten Rad und anderen Elementen und der Aufschrift: Wir gestalten unsere Zeit

Bereits ein Jahr vor dem eigentlichen Start wurden Bürgerversammlungen und Gespräche mit Landwirten, Behörden und Verbänden geführt. Die Fragen und Ideen, die dabei auftraten, wurden gesammelt. Die Projektgruppe filterte die wesentlichen Themen heraus und stellte sie den Bürgerinnen und Bürgern und Vertreterinnen und Vertretern der Verbände und Behörden bei einer Auftaktveranstaltung vor. Anschließend wurden verschiedene Arbeitskreise zu Themen wie »Tourismus« oder »Landschaftsplanung« gegründet. In diesen Arbeitskreisen wurden nun Ideen und Entwürfe entwickelt, um bestimmte Probleme zu lösen oder zu einer attraktiven Gestaltung der Region beizutragen. Dabei analysierten die Arbeitskreise zunächst Stärken und Schwächen. Dann wurden Wege gesucht, um die Stärken zu nutzen und die Schwächen zu beseitigen. In Teilprojekten konnten einige konkrete Maßnahmen direkt umgesetzt werden. Am Ende einer solchen Aktion wurden die Ergebnisse mit Bürgerinnen und Bürgern beraten. Falls die Bewertung noch nicht positiv ausfiel, wurden die Prozesse gegebenenfalls noch einmal in Gang gesetzt.

Plakat, das die Vorurteile von Alt-Eingesessenen und Zugezogenen in einer Dorfgemeinschaft thematisiert.

Verschiedene Gremien wurden eingesetzt, um eine effektive Zusammenarbeit zwischen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und den Bürgerinnen und Bürgern zu gewährleisten. So koordiniert eine Geschäftsführung das Projekt. Außerdem kommen alle Beteiligten mindestens einmal jährlich zu einer Vollversammlung zusammen. Dazwischen gibt es monatliche Treffen des Plenums, an dem alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und nicht-wissenschaftliche Einrichtungen teilnehmen. »Im Anschluss an die Projektwoche hat sich ein Agenda-Arbeitskreis gebildet, der seitdem mit der Planung und Durchführung verschiedener Projekte befasst ist«, erläutert Angelika Thomas, die eines der Teilprojekte leitet. Die große Resonanz hat sie überzeugt, dabei sei es »vor allem bei den Küchentischgesprächen möglich, alles zu sagen«. Aber die einzelnen Projekte müssten überschaubar bleiben, damit es dauerhaft gelinge, die Menschen zur Mitarbeit zu aktivieren.

Symbol: »Adresse« (ein Stift zeigt auf das Adressfeld eines Briefes)

Prof. Volker Hoffmann
Dr. Angelika Thomas
Institut für Sozialwissenschaften des Agrarbereichs
Fachgebiet Landwirtschaftliche Kommunikations- und Beratungslehre Universität Hohenheim
D-70593 Stuttgart
Telefon (07 11) 4 59 33 19
Telefax (07 11) 4 59 26 52
E-Mail: thomasan@uni-hohenheim.de
www.uni-hohenheim.de