Praxis Community Organizing: Kraftwerk Mitte, Hamburg St. Georg

»Uns geht es primär darum, die Menschen in ihrem Engagement zu stärken«, sagt der Initiator von »Kraftwerk Mitte«, Frank Düchting, »und nicht so sehr darum, ein bestimmtes Thema zu behandeln.« Wie man die Menschen für die Mitarbeit gewinnen könnte, dazu kam ihm die Idee bei einer USA-Reise. »Wir waren in der Bronx und haben gesehen, wie dort Community Organizing funktioniert«, erinnert sich Düchting. Eins zu eins lasse sich die dortige Arbeit zwar nicht auf Deutschland übertragen. Aber sie gab die Anregung. Wieder zurück in Hamburg rief Düchting die Bürgerorganisation »Kraftwerk Mitte« ins Leben. Ihr Motto: Selbstständig statt stellvertretend handeln.

Ein Mann befestigt einen Aushang an einer Hinweistafel.

Dabei sind die Bürgerinnen und Bürger des Hamburger Stadtteils St. Georg gefragt. Das Kraftwerk-Team bemüht sich darum, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen – und das kann überall geschehen: in Jugendtreffs oder beim Kirchenvorstand ebenso wie im türkischen Café. St. Georg gilt als sozialer Brennpunkt. Gerade deshalb sind die Menschen es bereits gewohnt, sich zu engagieren, erklärt Düchting.  Das Kraftwerk-Team wollte den Menschen nun aber nicht Themen und Lösungen aufoktroyieren. Statt dessen fragte es: »Was bewegt euch?« Dann bemühte es sich, die Angesprochenen für das gemeinsame Engagement zu gewinnen. Düchting geht es darum, ein Netzwerk der Bewohnerinnen und Bewohner und der örtlichen Organisationen zu entwickeln. »Wir richten uns an Menschen, die keine guten Erfahrungen mit der Politik gemacht haben«, so Düchting, »die meinen, es habe eh keinen Zweck, denen sagen wir: Hat es doch!« Die Hamburger nahmen die Idee von »Kraftwerk Mitte« begeistert auf.

Eine Frau mit Rucksack und ein Herr mit Bierdose und Fahrrad treffen sich auf der Straße.

Das Bündnis setzt sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen in St. Georg ein. Dazu gehören alltägliche Fragen des Straßenverkehrs, der Versorgung, aber auch der Schulen und Kindereinrichtungen. St. Georg muss, trotz aller Belastungen durch Drogenhandel und Prostitution, für Familien mit Kindern interessant und liebenswert bleiben.

1999 wurde die Bürgerorganisation »Kraftwerk Mitte« ins Leben gerufen. Heute agiert sie als Plattform, die die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils St. Georg über andere Organisationen wie Vereine und Verbände hinaus zusammenhält. »Wir ermutigen die Menschen, sich zu engagieren, dann erst werden konkrete Inhalte und Themen umgesetzt«, erläutert Düchting das Besondere an dem Community Organizing in St. Georg. Auf diese Weise sei das Engagement sehr viel dauerhafter als bei anderen Projekten, die ein konkretes »Problem« lösen und danach wieder auseinandergehen.

Einkaufsstraße mit multikulturellem Publikum.

Für diesen Ansatz wurde das Team 2002 beim Transatlantischen Ideenwettbewerb »USable« der Körber-Stiftung ausgezeichnet. Die Körber-Stiftung unterstützt Ideen aus den USA, die helfen können, auch in Deutschland gesellschaftliche Probleme zu lösen. 10.000 Euro stehen als Preise für nützliche »usable« Projekte zur Verfügung.

Symbol: »Adresse« (ein Stift zeigt auf das Adressfeld eines Briefes)

Kraftwerk Mitte
c/o CVJM – Hamburg e.V.
Frank Düchting
An der Alster 40
D-20099 Hamburg
Telefon (0 40) 28 40 95 14
Telefax (0 40) 28 40 95 10
E-Mail: info@cvjm-hamburg.de

Körber-Stiftung
Karin Haist
Kurt-A.-Körber-Chaussee 10
D-21033 Hamburg
Telefon (0 40) 72 50 44 75
Telefax (0 40) 72 50 39 22
E-Mail: usable@stiftung.koerber.de
www.usable.de

Hinweis: Dieses Projekt ist mittlerweile beendet.

Symbol: »Externer Link« (Pfeil, der aus einem Quadrat herauszeigt)

Aktuelles CO-Projekt in Hamburg: ImPuls – Mitte - Bürgerplattform für Hamm und Horn (www.impuls-mitte.de)