Praxis Moderation: Agenda-Prozess in Griesheim

»Es kostet viel Vorarbeit, um schon so früh die Bürger in den Agenda-Prozess einzubeziehen«, weiß Hans Peter Hörr, Agendabeauftragter der hessischen Stadt Griesheim. Aber gelohnt hat sich der Aufwand für die Stadt sicherlich, denn durch das frühe Engagement konnte Griesheim im Jahr 2000 als eine der ersten Städte in Hessen ein umfassendes Handlungs- und Umsetzungskonzept für die Lokale Agenda 21 vorstellen. Damit dieses ehrgeizige Unterfangen von der Stadt gefördert wurde, mussten externe Moderatoren eingesetzt werden.

Zunächst wurden durch Fragebogenaktionen, Bürgerforen und ähnliche Aktionen interessierte Bürger gesucht und teilweise gezielt angesprochen. Dann wurden vier Arbeitskreise gebildet, die die Themen »Stadtentwicklung«, »Kinder und Jugendliche«, »Energie« und »Verkehr« diskutierten. Rund 80 Bürgerinnen und Bürger arbeiteten hier mit. Vor allem diese Arbeitsgruppen wurden von den Moderatoren geleitet. Ein Prinzip, das sich bewährt hat, meint Hans Peter Hörr. Bis heute sind die großen Projekte der Stadt von externen Moderatoren begleitet worden, weil sie sich neben der Moderation auch um organisatorisch Notwendiges bis hin zum Protokoll führen kümmerten. So konnte bald ein Agenda-Handbuch mit allgemein anerkannten Regeln und Zielen verfasst werden. Anschließend erarbeiteten die Arbeitskreise mit Hilfe der Moderatoren Leitbilder, Ziele und Maßnahmen für die nachhaltige Stadtentwicklung. Dabei entstanden unter anderem eine Klimaschutzinitiative und die Aktion »21 und Sport«, bei der sich alles um Sport, Freizeit und Erholung dreht. Beide Projekte wurden mit dem Preis »Innovative Projekte« des Landes Hessen ausgezeichnet. Nicht nur eine Ehre, sondern auch eine ganz praktische Hilfe. Denn die 25.000 Euro Preisgeld konnten als Grundstock für neue Ideen gut gebraucht werden.

Viele Maßnahmen zur Stadtentwicklung und zum Naturschutz konnten bereits verwirklicht werden. Dabei behielt die Stadt Griesheim ihren Grundsatz bei, alle betroffenen Akteure in solche Entscheidungen einzubeziehen. »Die Resonanz bei den Bürgern ist auf jeden Fall gut«, meint Hans Peter Hörr, »auch wenn für jedes Projekt gilt: Neues Thema, neues Interesse.« Und das bedeutet, immer wieder neue Bürgerinnen und Bürger zur Mitarbeit zu gewinnen. Bisher gelingt dies der Stadt mit Erfolg.

Symbol: »Adresse« (ein Stift zeigt auf das Adressfeld eines Briefes)

Hans Peter Hörr
Agendabeautragter der Stadt Griesheim
Wilhelm-Leuschner- Str. 75
D-64347 Griesheim
Telefon (0 61 55) 70 12 40
Telefax (0 61 55) 70 11 22
E-Mail: umweltamt@griesheim.de
www.griesheim.de