Praxis Zukunftskonferenz: Völklingen

»Perspektivenwechsel ist angesagt. Es wird in unserer Gemeinde darauf ankommen, die Blickrichtung zu ändern, nicht nur nach »innen« zu schauen, sondern auch nach »außen«, sonst befürchtete Dechant Bernd Bohr, dass die Gemeinde weiter schrumpfen und die Kirchenaustritte zunehmen würden. Daher suchte er Antworten auf die Fragen: Was beschäftigt die Menschen hier, wie sollte die pastorale Arbeit hier in Zukunft gestaltet werden? Sicher gehört es nicht zum Standardrepertoire kirchlicher Arbeitsformen, dennoch entschloss sich das neugegründete Dekanat Völklingen-Warndt dazu, eine Zukunftskonferenz durchzuführen.

Ein Herr schreibt mit einem Stift auf eine mit »Gesellschaft« überschriebene Tafel.

Im Dezember 1999 nahm eine Steuerungsgruppe die Arbeit auf. Sie formulierte fünf Ziele des Prozesses, darunter das Profil der Kirche in Vöklingen/ Warndt wahrzunehmen und zu entwickeln, aber auch zum Beispiel Erwartungen und  Bedürfnisse der Menschen im Siedlungsraum kennen zu lernen. Möglichst viele, unterschiedliche Menschen sollten eingebunden werden. Daher wurde der Prozess zunächst bei einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt. In den folgenden Monaten wurden Straßeninterviews, aber auch gezielte Befragungen von Entscheidungsträgerinnen und -trägern, Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern und Pfarrgemeinderäten durchgeführt. Am 15. und 16. Juni 2001 fand dann die Zukunftskonferenz statt. Knapp 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich dazu gefunden. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurden sie in fünf Gruppen eingeteilt. Zunächst analysierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die vergangenen 15 Jahre im Ort, die Veränderungen auch des Zusammenlebens und die Anforderungen der Arbeitswelt. Die Ergebnisse der Einzelgruppen wurden auf Charts notiert und allen vorgestellt. Anschließend beschäftigten sich die Gruppen mit der Gegenwart der sozialen, wirtschaftlichen und kirchlich-religiösen Trends. Am kommenden Tag wurden die Trends nach Wichtigkeit sortiert. Die wichtigsten Trends wurden an der Mindmap vom Vorabend gekennzeichnet, gleichzeitig bestand Gelegenheit, die Ergebnisse des Vortages und ausgehängte Datengrafiken noch einmal durchzusehen. Schließlich kristallisierten sich sechs Hauptthemen heraus. Nun kamen je nach Interesse fünf neue Gruppen zu Stande, die sich jeweils diesen Themen widmeten. Hier wurde erarbeitet, was schon heute und in Zukunft getan werden sollte und müsste, um die Trends positiv zu gestalten. Nun wurden Visionen für das Jahr 2011 entwickelt. Aber auch konkrete Projekte entstanden.

Am Ende gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Gefühl nach Hause »schon richtig etwas geschafft zu haben«. Dennoch waren sich viele einig: »Jetzt fängt die Arbeit erst richtig an.« Seitdem ist schon einiges geschafft worden. Viele der Ideen konnten bereits im Laufe von 2001 umgesetzt werden. Das Fazit der Akteure heute? »Wir haben erlebt, dass die Kirche lebt!«

Symbol: »Adresse« (ein Stift zeigt auf das Adressfeld eines Briefes)

Dekanat Völklingen/ Warndt
Dechant Bernd Bohr
Rathausstr. 22
D-66333 Völklingen
Telefon (0 68 98) 9 14 68 00
Telefax (0 68 98) 9 14 68 29