Organisationsübergreifende Netzwerke 2 (2)
Wichtige bereichsübergreifende Vernetzungsfunktionen nehmen auch die Zusammenschlüsse der Jugend-, Frauen-, Behinderten- und Seniorenorganisationen wahr:
der Deutsche Bundesjugendring als die Arbeitsgemeinschaft von bundesweit tätigen Jugendverbänden und der Landesjugendringe mit derzeit 53 Mitgliedern aus 22 bundesweit tätigen Jugendverbände, 16 Landesjugendringen sowie 5 Anschlußverbänden (Jugendverbände oder deren Arbeitsgemeinschaften, die die formalen Kriterien für eine Vollmitgliedschaft nicht erfüllen)
www.dbjr.de
der Deutsche Frauenrat, eine Bundesvereinigung von mehr als 52 konfessionellen und berufsorientierten Verbänden; aus Frauengruppen der Parteien, der Gewerkschaften und des Deutschen Sportbundes; aus überkonfessionell und überparteilich arbeitenden Organisationen und Zusammenschlüssen mit zusammen 11 Millionen Einzelmitgliedern
www.frauenrat.de
der Deutsche Behindertenrat, der Zusammenschluß nicht-staatlicher Organisationen behinderter und chronisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen, die eine bundesweite und bundespolitische Ausrichtung haben und in mindestens 5 Bundesländern vertreten sind
www.deutscherbehindertenrat.de
die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen als ein Dachverband von derzeit 78 bundesweit tätigen Verbänden, Vereinen und Initiativen aus den Bereichen Politik, Kultur, Freizeit, Weiterbildung, Pflege und Betreuung und Solidarität zwischen den Generationen
www.bagso.de
Auch wenn sich Bürgergesellschaft traditioneller verbandlicher Organisierbarkeit entzieht, ist es wünschenswert und sinnvoll, wenn Träger bürgerschaftlichen Engagements - Bürger/innen, Organisationen und Staat - auf lokaler, regionaler und überregionaler Ebene Netzwerke zum Erfahrungsaustausch und zur Interessenwahrnehmung bilden.
Ein Beispiel dafür, wie so etwas auf regionaler Ebene erfolgreich funktionieren kann, ist das Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement in Baden-Württemberg. Hier arbeiten das Land, die kommunalen Spitzenverbände mit Kirchen, Trägern der Wohlfahrtspflege, Verbänden und Organisationen, Industrie und Handelskammern, Gewerkschaften, Krankenkassen, der Landeszentrale für politische Bildung und sonstigen Institutionen zusammen, um bürgerschaftliches Engagement zu fördern und weiterzuentwickeln.
www.buergerengagement.de
Ein Beispiel für ein Ideennetzwerk ist das Netzwerk CIVITAS - Bürgerorientierte Kommune, initiiert von Bertelsmann-Stiftung und dem Verein Aktive Bürgerschaft e.V. Hervorgegangen aus einem Wettbewerb, arbeiten hier Bürgerinnen und Bürger, Kommunalpolitikerinnen und Mitglieder der Verwaltungen aus 11 reformorientierten Kommunen zusammen, um exemplarisch neue Ansätze der Bürgerorientierung zu entwickeln und Erfahrungen damit auszutauschen. Das ursprüngliche Projekt ist abgeschlossen, das Netzwerk arbeitet heute als Zusammenschluß von »Civitas-Botschafter/innen« weiter.
www.buergerorientierte-kommune.de
Das im Sommer 2003 gegründete Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement bringt Akteure aus den drei großen gesellschaftlichen Bereichen Bürgergesellschaft, Staat und Wirtschaft zusammen. Es entstand im Zusammenhang mit der Empfehlung der Enquetekommission »Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements« und der Auflösung des Nationalen Beirates im Internationalen Jahr der Freiwilligen 2001. Ziel des BBE ist es, die Bürgergesellschaft und bürgerschaftliches Engagement in allen Gesellschafts- und Politikbereichen nachhaltig zu fördern.
www.b-b-e.de
In allen genannten Beispielen arbeiten vielfach Organisationen ganz unterschiedlicher Form und Ausrichtung jenseits von Organisationsegoismen und Partikularinteressen erfolgreich zusammen. Daran wird deutlich, wie die Bürgergesellschaft neue Bündnisse und Kooperationen ermöglicht und auch im großen zur Förderung von Sozialkapital beiträgt.


