Grundlagen erfolgreicher Vernetzung 2 (2)
Wann Vernetzung Sinn macht
Netzwerke sind kein Selbstzweck und weder ein Patentrezept noch ein Zaubermittel. Sie machen Sinn
- bei gemeinsamen Zielen, die so besser erreicht werden können,
- zur Bündelung von Ressourcen,
- zur Abstimmung von Arbeitsschwerpunkten (Arbeitsteilung)
- zum Informations- und Erfahrungsaustausch,
- zur gemeinsamen Vertretung gemeinsamer Interessen.
Erfolgsbedingungen
Netzwerke sind auch keine Selbstläufer. Auch ihr Erfolg ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. In Anlehnung an Walk/Brunnengräber können für erfolgreiche Netzwerkarbeit von NGO's und Initiativgruppen neben Freiwilligkeit der Mitwirkung und dem Recht, jederzeit wieder aussteigen zu können, folgende Bedingungen ausgemacht werden:
- Autonomie der beteiligten Gruppen,
- Respektierung von Unterschieden,
- gegenseitiges Vertrauen und Offenheit,
- Wechselseitigkeit von Leistungen,
- Bereitschaft, Zeit und Aufwand zu investieren,
- Festlegung konkreter Vereinbarungen,
- Verbindlichkeit von Absprachen,
- Erfolgskriterien und Evaluation.
Walk, Heike / Brunnengräber, Achim: Die Globalisierungswächter. NGO und ihre transnationalen Netze im Konfliktfeld Klima. Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2000
Gründe für Mißerfolge
Netzwerke sind zumeist nicht erfolgreich
- bei großen inhaltlichen Differenzen,
- wenn sie ein zu großes Themenspektrum abdecken,
- wenn sie bürokratisch sind,
- wenn sie von einzelnen auf Kosten anderer ausgenutzt werden,
- wenn einzelne Mitglieder zu dominant sind,
- bei interner Konkurrenz,
- wenn sie sich von neuen Entwicklungen abschließen.
Gratwanderung
Netzwerkarbeit ist eine Gratwanderung zwischen bewußt gewolltem, informellem Charakter und notwendiger Regelmäßigkeit und Verbindlichkeit des Austausches. Es empfiehlt sich eine Kombination aus nicht zu häufigen, aber regelmäßigen »Plenen« und projektspezifischer Zusammenarbeit (temporär, themenspezifisch, kleine Gruppen). Die gegenseitige Aufnahme in die Info-Verteiler sollte selbstverständlich sein. Beispielhafte Methoden zur Initiierung von Netzwerken sind die Zukunftswerkstatt, Open Space und Zukunftskonferenz.
Methoden der Bürgerbeteiligung


