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Bürgergesellschaft und Globalisierung 2 (2)

Der Wegweiser Bürgergesellschaft konzentriert sich in seiner ersten Entwicklungsstufe auf die Bundesrepublik Deutschland. Angesichts der beschriebenen Heterogenität von Bürgergesellschaft ist selbst dies an sich schon ein ambitiöses Unterfangen.

Die zunehmende Internationalisierung der Bürgergesellschaft bemißt sich nicht nur an solchen Zahlen. Sie kommt auch in vielfältigen internationalen Aktionen und bewußtem Solidaritätshandeln im Alltag zum Ausdruck - etwa im Einsatz für politisch, rassistisch, ethnisch und sexistisch Verfolgte, für globalen Klimaschutz und eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung, im Verbraucherboykott gegen Menschenrechtsverletzungen, Kinderarbeit, Umweltzerstörung usw. Auch hier sind Vernetzung und Kommunikation durch das Internet enorm erleichtert worden.  

Internationale NGO’s sind wichtige Ratgeber und nehmen Einfluß bei internationalen Konferenz-Prozessen.  In wachsendem Maße fällt ihnen die Rolle eines »globalen moralischen Gewissens« (so Die Gruppe von Lissabon: Grenzen des Wettbewerbs. Die Globalisierung der Wirtschaft und die Zukunft der Menschheit, München 1997) und eines Ombudsmannes für kollektive Güter und vernachlässigte Interessen zu. »Mehr Gerechtigkeit, mehr Teilen, mehr Fairness sind nötig, um einer Kultur des Friedens näher zu kommen.«

literaturtipp

Horst-Eberhard Richter, in: »attac - eine andere Welt ist möglich« Beilage zur tageszeitung vom 28. September 2001 

literaturtipp

vgl. dazu auch Brunnengräber, Achim / Klein, Ansgar / Walk, Heike (Hrsg.): NGOs als Legitimationsressource. Zivilgesellschaftliche Partizipationsformen im Globalisierungsprozeß, Opladen 2001

Internationale NGO’s schaffen ein Gegengewicht gegen die ungezügelten Kräfte des Marktes und geben Anstöße für Veränderungen. Sie können dabei sehr viel rigoroser und konsequenter Forderungen und Positionen vertreten, als dies den zwischen unterschiedlichen nationalen Interessen abwägenden nationalstaatlichen Regierungen möglich ist.

Schon aus diesem Grund kann das Verhältnis zwischen ihnen und den nationalstaatlichen Regierungen nicht frei von Spannungen und Konflikten sein. Für die Bewältigung der Zukunftsfragen der Weltgesellschaft wird es jedoch mit entscheidend sein, dass demokratische Staaten und internationale Bürgergesellschaft zu konstruktiven Allianzen finden, um die Globalisierungsprozesse politisch zu gestalten. Nur gemeinsam können sie die Auseinandersetzung mit »Dschihad vs. McWorld« führen.

literaturtipp

Barber, Benjamin: Coca Cola und Heiliger Krieg. Wie Kapitalismus und Fundamentalismus Demokratie und Freiheit abschaffen, München 1996

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