Kontakt zu wichtigen Leuten 1 (3)
Kontakte knüpfen – das bezieht sich nicht nur auf Leute, die sich einfach nur für das Angebot einer Inititaive, eines Vereins interessieren, sondern auch mit »Entscheidern« – so wichtigen Leuten wie dem Bürgermeister oder der Leiterin des Jugendamtes. Zum Beispiel, weil eine Initiative Geld haben will, öffentliche Räume nutzen, technisches Equipment zur Verfügung gestellt haben will usw. Auch hier gilt: Am wichtigsten ist der persönliche Kontakt.
Und damit der gut funktioniert, ist es sinnvoll,
- den Kontakt langfristig anzulegen und
- jede einzelne Kontaktaufnahme (ein Gespräch, Telefonat usw.) gut vorzubereiten.
So richtige Lobbyarbeit, also mit einer Mischung aus Überredung, Drohung und versprochenen Belohnungen politische Entscheidungen zu beeinflussen, ist für viele kleine Gruppe, für Jugendinitiativen eigentlich kaum möglich. Ihr habt keine Arbeitsplätze anzubieten, zahlt keine hohen Steuersummen in die Stadtkasse und habt noch nicht mal »Bestechungsgelder« zur Verfügung – keine gute Voraussetzung dafür, dass euch jemand zuhört.
Trotzdem ist ein längerfristiger Kontakt zu »Entscheidern« eine gute Sache, wenn der Anspruch etwas niedriger gehängt wird: nicht, um Entscheidungen direkt zu beeinflussen, sondern um zu informieren, Themen in die Diskussion zu bringen – und nicht zuletzt, um die Initiative selbst bekannt zu machen. Manchmal muss das Ziel vielleicht auch erst mal darin bestehen, gegen bestehende Vorurteile aktiv zu werden, also zum Beispiel daran zu arbeiten, dass ihr als Skater oder Sprayer nicht von vornherein für Verbrecher gehalten werdet.
Der erste Schritt für Lobbyarbeit ist wieder die Eingrenzung der Zielgruppe:
- Wer sind die für die Initiative entscheidenden Leute?
- Von welchen Stellen bekommt ihr Geld oder strebt das längerfristig an?
- Gibt es Behörden, die euch irgendetwas bewilligen sollen, z.B. Räume, Geräte usw.?
- Wie sieht es mit Schulen, Vereinen und Kirchen aus ? nutzt ihr Mittel aus solchen Quellen oder habt ihr es vor?
Nachdem ihr diese Fragen beantwortet habt, könnt ihr entscheiden, bei wem ihr euch bekannt machen sollte. Das kann einfach so geschehen, am besten aber aus Anlass einer bestimmten Aktion. Erstes Ziel ist es dabei, die Initiative bekannt zu machen. Wenn ihr ein halbes Jahr später eine materielle Unterstützung von den angesprochenen Leuten haben wollt, kennen diese die Initiative schon und haben keinen Grund, euch gegenüber misstrauisch zu sein.


