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Geschäftspost

»Schreibe nur, wie du reden würdest, und so wirst du einen guten Brief schreiben.« , empfahl Johann Wolfgang von Goethe in seinen Briefen an Cornelia Goethe am 7. Dezember 1765 (Zitiert nach Harenberg 1997: 152.). Er hat bis heute Recht behalten. Fast zweieinhalb Jahrhunderte später gilt sein Hinweis sogar für Geschäftspost.

Stimmen Sie sich auch hier auf die Lesenden ein:

  • Was wollen diese wissen?
  • Was wollen Sie bewirken?
  • Was ist Ihre gemeinsame Ausgangslage? Gab es Vorgespräche?
  • Wer braucht welche Infos oder Unterlagen?

Je besser Sie die Angeschriebenen kennen, desto persönlicher kann die Sprache sein. Private Aussagen (zu Urlaub, Hobby, Familie etc.) können den Geschäftsbrief – sparsam verwendet – auflockern; vor allem als Einstieg oder Abschluss.

Bitte recht freundlich! Eine freundliche Ansprache macht Sie schnell sympathisch. Fast immer wirken: bitte, gerne, danke! Gegen: »Bezugnehmend auf unser Telefonat ...« hilft: »Danke für Ihren Anruf. ...« Danach können Sie ohne Umschweife starten, statt »Bezug zu nehmen«.

»Sie« statt »wir« oder »-ung« : Wenn Sie etwas von den AdressatInnen möchten, formulieren Sie dies mit einer direkten Ansprache. Stellen Sie die anderen in den Mittelpunkt, nicht sich selbst und schon gar nicht abstrakte Erwartungen. Schreiben Sie:

  • Bitte teilen Sie uns doch bei Gelegenheit mit, wie Ihnen der Kuchen geschmeckt hat.
  • Statt: Wir bitten um Ihre kurze Mitteilung, ob der Kuchen geschmeckt hat.
  • Auf keinen Fall: Um kurze Mitteilung, ob der Kuchen schmeckte, wird gebeten. (• Aktiv statt Passiv)

Wenn Sie die Füllworte »doch bei Gelegenheit« streichen, wirkt der Satz erheblich härter. Denken Sie daran: Bei Briefen ist der Tonfall schwerer zu korrigieren als im Gespräch. Dabei kann ein falsch verstandener Satz leicht zu scharfen Reaktionen zu führen. Ist der Konflikt erst einmal eskaliert, ist der Auslöser oft nicht mehr erkennbar. Manche schwierigen Themen lassen sich daher leichter mündlich regeln.

Die Gliederung.

Drei Dinge braucht auch der gute Brief:

  1. Einen einleitenden Satz, der Ihre Verbindung zum Adressaten oder zur Adressatin herstellt.
  2. Den Hauptteil, der Ihr Anliegen und die nötigen Informationen beschreibt.
  3. Den guten Schluss: freundlich, zu Ihrem Kontakt passend, oft handlungs- oder beziehungsfördernd (z. B. »Ich freue mich auf Ihre Antwort.« oder »Ich wünsche Ihnen schöne Ferien.«).

Flott für den roten Faden.

Verfolgen Sie schleunigst Ihren roten Faden. Gegen Verwirrungen und Knoten hilft auch bei kurzen Briefen schnelles Schreiben. Hauen Sie den Rohentwurf in die Tastatur. Rechtschreibung, Formales und Sprache überarbeiten Sie danach.

Übung

Schreiben Sie den folgenden Brief so, dass Sie ihn selbst gern lesen würden.

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
unter Bezugnahme auf unser Telefonat vom 12.12.05, für das ich mich an dieser Stelle auch im Namen meiner Kollegin bedanken möchte, teile ich Ihnen folgende Antwort mit. Nach eingehender Beschäftigung mit der Angelegenheit innerhalb unseres Teams kamen wir zu dem Ergebnis, dass nun schnelles Handeln erforderlich ist. Wir bitten Sie daher um plangemäße Einleitung folgender für die erfolgreiche Fortführung unseres gemeinsamen Projekts erforderlichen Arbeitsschritte:
 
1. schnellstmögliche Information aller ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars,
 
2. umgehende Stornierung des bereits gebuchten, nun jedoch nicht mehr für das bislang geplante Datum erforderlichen Tagungsraums,
 
3. baldige Neubuchung desselben oder eines anderen, jedoch adäquaten Tagungsraums für das neue gewählte Datum,
 
4. sofortige Stornierung des bereits gebuchten, nun jedoch nicht mehr für das bislang geplante Datum erforderlichen Caterings,
 
5. baldige Neubuchung desselben oder eines anderen, jedoch adäquaten Caterings für das neue gewählte Datum.
 
Für Ihre erfolgreichen Bemühungen bedanken wir uns schon heute.
 
Weiterhin finden Sie anbei in der Anlage zum Zweck näherer Prüfung den geplanten Seminarplan.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Liese Liesmich

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