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Leitlinien für klare Worte

Ziel dieses Ratgebers sind verständliche, freundliche, wirksame und deutliche Texte. Manchmal sind es nur wenige Kniffe, die einen unklaren, langatmigen Satz in eine prägnante, überzeugende Aussage verwandeln. Der Journalist Joseph Pulitzer empfahl dazu:

»Was immer du schreibst –
schreibe kurz, und sie werden es lesen,
schreibe klar, und sie werden es verstehen,
schreibe bildhaft, und sie werden es im Gedächtnis behalten.«

Auf den nächsten Seiten gehen wir etwas mehr ins Detail. Dabei sprechen wir bewusst von Leitlinien, nicht von Regeln. Sie geben sinnvolle Richtungen an, keine klaren Grenzen zwischen falsch und richtig. Denn manchmal ist es trotz aller Logik schöner, von der Linie abzuweichen und das pure Gegenteil zu tun. Doch die Abweichung gelingt besser, wenn wir die Leitlinie kennen. Die folgenden Übungen sollen Ihren Textsinn für die bessere Wortwahl schärfen. Viele der Beispiele, die Sie hier finden, sind übrigens dem wahren Leben entnommen.

In manchen Branchen gehört eine deutliche Sprache nicht zwingend zum guten Ton. Bei wissenschaftlichen und bürokratischen Texten ist zwischen Absicht und Ausrutschern zuweilen nur schwer zu unterscheiden. Wer in diesen Feldern arbeitet, kann sich dem Sog des Branchenjargons nur schwer entziehen. Trotzdem, die Mühe lohnt sich: Verständliche Texte erfüllen gerade hier eine gesellschaftspolitische Funktion: Informationen und Transparenz sind Grundbedingungen für die Bürgergesellschaft.

Klare Worte fallen leichter, wenn man weiß, worauf man achten kann. Die folgenden Abschnitte zeigen, warum manche Formulierungen besser funktionieren als andere. Verdecken Sie jeweils den Lösungsvorschlag in der rechten Spalte, wenn Sie die Übungen nutzen wollen. Fast immer sind mehrere Varianten möglich.

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