Guter Satz schafft Überblick – das Lay-out
So schaffen Sie Überblick
Führen Sie die Lesenden nicht nur klar durch Ihre Gedanken, sondern auch übers Papier. Leiten Sie ihren Blick und ermöglichen Sie einen schnellen Überblick! Das Auge liest mit. Tun Sie ihm also Gutes: Schaffen Sie visuelle Anreize zum Lesen. Optische Leckerbissen können nicht schaden. Teilen Sie den Text in appetitliche, gut verdaubare Häppchen. Servieren Sie einen Gedanken-Gang nach dem anderen und jeden davon in einem frischen Absatz. Eine sorgfältige Formatierung macht jeden Text lesbarer, oft auch attraktiver, manchmal sogar kostbarer.
- Sorgen Sie für viel Absatz!
Viele kurze Absätze sind leichter lesbar als ein einziger langer. Sie zeigen auf den ersten Blick, wie der Text strukturiert ist. Indem Sie ihn in schnell erreichbare Etappen teilen, ermutigen Sie zum Weiterlesen.
- Wollen Sie Zeichen setzen?
Dann nutzen Sie die Vielfalt der Satzzeichen: Nicht nur Punkt und Komma, auch Semikolon, Gedankenstrich und Doppelpunkt können Texte strukturieren. Zudem haben sie ihre eigene Wirkung: Doppelpunkte haben hierarchischen Charakter: Sie kündigen Erklärungen oder Auflistungen an. Das Semikolon, auch Strichpunkt genannt, schafft den Kompromiss, wo der Punkt zu viel und das Komma zu wenig wäre. Der Gedankenstrich setzt eine gedankliche Pause – nämlich für die Pointe, für Ergänzungen oder Einschränkungen.
- Nicht jedes Bild sagt mehr als tausend Worte!
Erläutern Sie Grafiken, Tabellen und Bilder im Text und gönnen Sie ihnen eine prägnante Unterzeile.
- Verweise für Querdenker?!
Wollen Sie Dopplungen vermeiden, aber dennoch umfassend informieren, scheuen Sie nicht vor Querverweisen zurück. »Siehe dazu auch xy« ist zwar nicht sexy, aber für Querlesende und -denkende besonders attraktiv.
- Jede neue Zeile sei dem Auge ein leichtes Ziel.
Bei jeder neuen Zeile springen unsere Augen fast unbemerkt von rechts nach links. Geraten die Zeilen zu lang, so wird der elegante Sprung zur unbequemen Sucharbeit. Machen Sie es wie Ihre Zeitung: Nutzen Sie Spalten! (Auch wenn moderne Grafik-Profis die überlangen Querformate bevorzugen. Schön soll der Text zwar sein, aber mehr noch: lesbar.)
- Zwischen Nähe und Weite: der optimale Abstand.
Ein sinnvoller Zeilenabstand liegt zwischen einer und anderthalb Zeilen. Doppelte und dreifache Distanzen machen den Text zwar leicht und transparent; doch das freut unser Auge nur, solange es den Text nicht lesen soll.
- Scharfe Akzente für Struktur und Aufmerksamkeit:
Ziehen Sie die Lesenden auch optisch in den Text hinein. Zwischen-Überschriften sind echte Hingucker. Sie setzen Akzente, komprimieren oder kündigen an, was die Lesenden im nächsten Teil erwartet. Die gleiche Funktion erfüllen Kernsätze , die Sie als Marginalien am Rand oder im Fließtext hervorheben können.
- Differenzierung sichtbar machen?
Wollen Sie lediglich etwas auflisten, dann machen Sie ruhig eine Liste. Eine schlichte Aufzählung wirkt stärker, wenn sie nicht durch ausufernden Fließtext verwässert wird
- Seien Sie konsequent: Recyceln Sie!
Wenn Sie Strukturen beibehalten und bei längeren Texten immer wieder verwerten, finden die Lesenden sich leichter zurecht. Nutzen Sie z. B. die gleichen Aufzählungs-Zeichen, statt diese unbegründet zu wechseln. Bauen Sie Ihre Kapitel nach ähnlichen Prinzipien auf; zumindest solange der Inhalt nicht verbogen wird, damit er ins System passt.
- Trennung tut weh.
Vermeiden Sie zu viele Trennungen. Wenn jede Zeile mitten im Wort endet, hemmt der Silbensalat den Lesefluss. Die zerschnittenen Halbwörter sind maximal in vier aufeinander folgenden Zeilen genießbar. Versuchen Sie dabei stets an sinnvollen Stellen zu trennen. Schreiben Sie lieber »be-inhaltet« als »bein-haltet« , lieber »Richt-linien« als »Richtli-nien«


