Spendenmarkt
Die Spendenfreudigkeit hat in Deutschland nicht nachgelassen, allerdings sind die Spender und Spenderinnen kritischer geworden und die Zahl der um Spenden konkurrierenden Organisationen hat zugenommen. Obwohl immer professionellere Spendenkampagnen angewendet werden, stagnieren die Einnahmen der überregionalen großen Organisationen. Die vielen kleinen lokalen und regionalen Initiativen profitieren allerdings von dem Willen der Spender/innen, direkt und überprüfbar zu helfen. Sie sollten deshalb stark darauf achten, einen persönlichen Bezug der Spender/innen zum Thema deutlich zu machen und auf die persönlichen Motive der Spender und Spenderinnen zu achten – denn da haben Sie gegenüber der zwangsläufig unpersönlicheren Arbeitsweise der »Großen« den unschätzbaren Vorteil des direkten Kontakts zu den Spender/innen. Nutzen Sie ihn bewusst!
Sammeln Sie einmal Werbeschreiben von spendensammelnden Organisationen, die bei Ihnen oder im Bekanntenkreis eingehen und nutzen Sie diese als Ideenbörse. Sie könnten dann eine recht effektive Fortbildung für sich organisieren, indem Sie einer Ihnen sympathischen Organisation eine Spende überweisen und kritisch »begutachten« was danach passiert: Welches Gefühl wird bei Ihnen geweckt, wenn Sie über zwei Wochen keine Antwort von der Organisation erhalten? Halten Sie sie für undankbar, ineffizient, nicht vertrauenswürdig? Wie antwortet die Organisation: so wie Sie es sich erhofft oder erwartet haben?
Der Spendenmarkt ist zum Glück nicht der Automobilmarkt. Sie haben also auch mit Kleinststrukturen gute Chancen, Unterstützung von Spender/innen zu erhalten. Entscheidend ist nicht der Grad Ihrer Professionalität, sondern einzig, dass Sie sich den Spender/innen mit Ihren Zielen verständlich machen.


