Matching Funds
Die Idee der »Matching Funds«, der Spendenvervielfachung, ist in Deutschland noch relativ wenig verbreitet. Es gibt zwei Varianten: Eine Person oder Institution stellt einen großen Förderbetrag in Aussicht unter der Voraussetzung, dass sich noch andere Personen oder Institutionen in mindestens gleicher Höhe beteiligen. Oder eine Person oder Institution sagen zu, jeden gespendeten Betrag (ggf. bis zu einer bestimmten Höhe) durch eine eigene Spende zu verdoppeln, zu verdreifachen etc.
Die Firma Henkel richtete beispielsweise 1991 einen solchen Matching Fund zur Gründung des Henkel-Förderwerks Genthin ein, als sie ihr altes Werk dort übernahm. Jede Mark, die von einem Düsseldorfer Belegschaftsmitglied für soziale Zwecke in Genthin gespendet wurde, wurde von dem Unternehmen mit einer Spende verdreifacht. Ein anderes Beispiel: Die amerikanische Kellog-Foundation stellte für die Gründung von Kinder- und Jugendstiftungen in jedem der früheren Ostblockstaaten (inklusive der neuen Bundesländer) ein Grundkapital zur Verfügung. Voraussetzung dafür, dass es abgerufen werden konnte, war aber jeweils, dass im jeweiligen Land selber noch einmal Spenden in gleicher Höhe für die Grundkapitalausstattung gesammelt worden waren.
Auch das schwedische Entwicklungshilfeministerium fördert das Projekt einer Zeitschrift (VI) zur Aufforstung des Regenwaldes am Viktoriasee in Afrika, indem es jede eingegangene Spende verdoppelt. Die Spender/innen erhalten von der Zeitschrift eine schön gestaltete Urkunde, in der neben dem Namen der Spenderin bzw. des- oder derjenigen, in dessen Namen Bäume gespendet wurden, die Zahl der gespendeten Bäume und der Anlass genannt werden. Diese Urkunde ist zu einem sehr beliebten Geburtstagsgeschenk geworden und hat vielfach übliche Präsente an Geschäftspartner/innen ersetzt.
Oft übertrifft der Erfolg solcher Spendenwerbung die Erwartungen »normaler« Spendensammlungen, wenn es gelingt, den Ehrgeiz der Spender/innen anzuregen. Es spornt an, wenn man mit seiner eigenen Spende noch weitere Förderbeträge mobilisieren kann. Auch ist es viel leichter zu spenden, wenn man weiß, dass auch andere etwas tun. Denjenigen, die das Geld für den Matching Fund zur Verfügung stellen, wird zugleich sichtbar, dass sie nicht bloß Geld auf irgendein Konto überweisen, sondern dass die Idee von vielen engagierten Menschen mitgetragen wird.


