Jugendliche
Ehrenamt ist ein muffiges Wort für junge Menschen. Aber sie engagieren sich allen Vorurteilen zum Trotz – sozial und umweltbewusst, fern der Rituale von Kommunal‑, Landes‑ und Bundespolitik sammeln sie Kröten und tragen sie über die Straße, kämpfen für ihr selbstverwaltetes Jugendzentrum, gestalten einen Abenteuerspielplatz oder powern als »Kids mit BISS« (BISS=BISSiebzehn) zusammen mit Greenpeace und dem Kinderschutzbund für die Verschärfung des Ozongesetzes mit 90.000 Unterschriften.
Die ehrenamtlichen Vorstände von Initiativen der Jugend‑ und Kulturarbeit, der Mädchenarbeit, der mobilen und offenen Jugendarbeit werden eher von älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen gebildet, die zwangsläufig eingesehen haben, dass Aktivität zeigen sehr schnell heißt, einen Verein gründen zu müssen um Anerkennung und Förderung zu bekommen, Spendenquittungen ausstellen zu können etc.
Teilweise versprechen sie sich durch ihr Engagement auch, sich selbst einen Arbeitsplatz zu schaffen. Sie hoffen auf die – immer brüchigeren – Sprossen einer »sozialen Karriereleiter«: Ehrenamt – Honorarverträge – Arbeitsbeschaffungsmaßnahme – fester Arbeitsplatz.
Das ist mehr als legitim: Kreativ sein, Ärmel aufkrempeln, erst einmal anfangen und dann sehen, wie es weiter geht.
Aber daneben gibt es viel Engagement, das nicht zu bezahlter Arbeit führt – oder führen soll. In allen Vereinen ist ehrenamtliche Arbeit selbstverständlich: Den Verein gründen, das Konzept erarbeiten, Finanzierungen suchen, Öffentlichkeits‑ und Vorstandsarbeit leisten sind ebenso freiwilliges soziales Engagement wie ehrenamtliche Tätigkeiten in der praktischen Jugendarbeit.
Gerade im Jugendbereich sind verschiedene sichtbare Formen der Anerkennung geschaffen worden: Jugendleitercard, Nachweise des Engagements in Schulzeugnissen sind Beispiele dazu.


