zur Sucheingabe
Zur Hauptnavigation
Zur Unternavigation
Direkt zum Inhalt

Hintergrund: Zeit für beides? 1 (2)

Die folgenden Ausführungen basieren auf dem Ergebnis einer Studie, die Anfang 2001 in einer ungekürzten Fassung veröffentlicht worden ist.

Im Auftrag der NRW-Landesregierung erforschten am Wissenschaftlichen Institut in der Hans Böckler Stiftung Dr. Christina Klenner, Hartmut Seifert und Svenja Pfahl »Die Verknüpfung von Erwerbsarbeit und ehrenamtlicher Tätigkeit«.

Methodisches Vorgehen: eine repräsentative deutschlandweite Beschäftigtenbefragung, eine Befragung von Ehrenamtlichen in NRW im Sport und im sozialen Ehrenamt, sowie einer qualitativen Untersuchung in NRW mit 20 leitfadengestützten Interviews mit Ehrenamtlichen und zehn Expertengesprächen.

Wie Arbeitszeit und freiwilliges Engagement möglich werden

Jeder fünfte berufstätige Mensch schafft regelmäßig den Spagat und bringt Arbeit, Ehrenamt und die sonstigen häuslichen Aufgaben unter einen Hut. Besonders oft sind es Männer, die neben einer Vollzeitstelle und Überstunden noch gesellschaftliche Ehrenaufgaben leisten. Beneidenswerte Organisationstalente mögen darunter sein – zu den Bedingungen für das gute Gelingen gehört aber auch – wen kann das überraschen – eine Frau im Haus. Zumindest eines nämlich müssen diese Männer nicht leisten, neben Arbeit und Amt auch noch die Koordination von Hausarbeit, Schulaufgaben der Kinder und sonstigen Familienpflichten  – davon sind sie entlastet.

Familienleben fördert Einsatzfreude

Geordnete häusliche Verhältnisse begünstigen das Ehrenamt. Es sind typischerweise Familienmenschen, die Arbeit und Ehrenamt gut und regelmäßig zusammenbringen. Ihnen, das zeigen die Zahlen der Studie, gelingt die Koordination umso besser, wenn Rechte und Regelungen im Spiel sind, die es Berufstätigen, ob Mann oder Frau, erleichtern ehrenamtlich aktiv zu sein. Gemeint sind damit Freistellungsrechte ebenso wie der »kleine Dienstweg«. Wenn der Mitarbeiter als Schöffe oder Kommunalpolitiker gefragt ist, drückt mancher Chef und manche Vorgesetzte ein Auge zu.

Ein Bericht über dieselbe Studie könnte aber ebenso gut umgekehrt anfangen. Gegenwärtige Arbeitszeiten und fehlende Freistellungsrechte stehen vielen Menschen im Weg. So weist die WSI-Studie aus, dass ein Fünftel von rund 1500 Befragten als verhinderte Ehrenamtler gelten können. Sie würden gerne, wenn sie könnten. Durch Sonntags, Nacht- oder Schichtarbeit sind sie so stark eingeschränkt, dass ihnen Spielräume für gesellschaftliches Engagement fehlen. Zu dieser Gruppe gehören ganz besonders Frauen mit Kindern. Jede Vierte will und kann nicht. Sei es, dass sie das richtige Amt noch nicht gefunden hat, sei es, dass sie durch komplizierte Arbeitszeiten am Ehrenamt gehindert werden. Jede Dritte dieser Frauen nennt als Hinderungsgründe die Lage, Dauer oder Planbarkeit ihrer Arbeitszeiten.

weiter Link
Spalte ausblenden | einblenden


Stiftung Mitarbeit
Ein Projekt der


Hauptnavigation: