Abgestufte Mitmachmöglichkeiten
Eine der Veränderungen im Engagementverhalten ist, dass sich viele Menschen heute nicht mehr auf Dauer an Organisationen binden wollen. Viele wollen ihr Engagement von vornherein zeitlich befristen und/oder in seinem Umfang begrenzen. Sie werden von der Vorstellung abgeschreckt, von einer einmal übernommenen Aufgabe hinterher nicht mehr loszukommen oder keine Grenzen setzen zu können, nach dem Motto, »reicht man einmal den kleinen Finger, wird die ganze Hand genommen«.
Nicht alle Menschen wollen und können bedingungslose Altruisten sein. Die Mehrheit wird sich vornehmlich dann engagieren, wenn das Betätigungsfeld den eigenen persönlichen Neigungen und Interessen entspricht. Unterschiedlichen Motivmustern muss durch differenzierte Angebotsformen entsprochen werden, wozu gerade auch zeitlich abgestufte Mitmachmöglichkeiten gehören.
Nicht jedes Ehrenamt ist teilbar, und in vielen Bereichen, z.B. im Pflege- und Betreuungsbereich, ist Kontinuität eine wichtige Bedingung. Dies trifft aber längst nicht auf alle Bereiche zu. Deshalb empfiehlt es sich, wo immer möglich, Angebote zu zeitlich befristeter oder zeitlich begrenzter Mitarbeit zu schaffen, die dann ggf. bei beiderseitigem Interesse später verlängert oder ausgedehnt werden kann. Die Zukunft liegt in flexiblen Zeitmodellen, die einerseits den Anforderungen der Organisationen, andererseits aber den Wünschen der am Engagement Interessierten gerecht werden.


