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Freiwillige: Schatz und Kostenfaktor

Freiwillige Mitarbeit kostet eine Menge Geld, also sollte sie gut organisiert sein. Werden Freiwillige qualifiziert in die Mitarbeit eingebunden, entstehen zwangsläufig auch Kosten. Eine Organisation muss für erfolgreiche freiwillige Mitarbeit investieren in:

  • Administration: Wie bezahlte Kräfte müssen auch Freiwillige geworben, trainiert, betreut werden.
  • Logistische Unterstützung: Freiwillige brauchen Arbeitsraum, Telefone, Schreibtische, Informationen, Büromaterial, Unterstützung.
  • Fortbildung für persönliche Weiterentwicklung, um den technischen und persönlichen Anforderungen standhalten zu können.
  • Einbindung in die Organisationsstruktur und Anerkennung: Geschenke, Plaketten, soziale Aufmerksamkeiten und andere Formen der Wahrnehmung kosten Zeit und Geld.

Diese Kosten müssen budgetiert und in die Haushaltsplanung miteinbezogen werden, wenn freiwillige Mitarbeit einen relevanten Stellenwert in der Organisation erhalten soll. Freiwillige gewinnen zu wollen, weil sie »billige« Arbeitskräfte sind, ist eine verhängnisvolle Fehlplanung.

Daher ist es entscheidend, die Organisationsstruktur sorgfältig auf freiwillige Mitarbeit hin aufzubauen und nicht nur an den Wünschen und Bedürfnissen der Verwaltung und den Bedürfnissen der hauptberuflich bezahlten Kräfte richten. Je zielgerichteter beispielsweise Freiwillige ausgewählt werden, desto geringer ist der Reibungsverlust in der Einrichtung. Je klarer die Einsatzbereiche und Aufgaben formuliert sind, desto eher kann sich jemand eine Aufgabe nach seinen/ihren Fähigkeiten und Interessen aussuchen.

Je weniger Unzufriedenheit es unter Freiwilligen gibt, desto höher ist die Einsatzbereitschaft und das Leistungspotenzial aller. Unzufriedenheit schafft nicht nur verminderte Leistungsbereitschaft bei bezahlten Kräften, auch unbezahlte, freiwillig aktive Mitarbeiter/innen brauchen ein positives Betriebsklima, Anregungen, Lob und Unterstützung.

Der Wert freiwilliger  Mitarbeit liegt darin, dass die Organisation ihr Angebot erweitern kann.

  • Begriffe wie »Dienstleistung« und »Humanität« erhalten durch Freiwillige eine Personifizierung.
  • Das Image und die Seriosität der Einrichtung in der Öffentlichkeitsarbeit und beim Sammeln von Spenden wird durch Freiwillige unterstützt.
  • Freiwillige bringen zusätzlich besondere Fähigkeiten und Expertenwissen in die Organisation ein.
  • Sie können oft Türen zu anderen Arbeitsfeldern öffnen.
  • Sie öffnen den Blick für die Realitäten in Non‑Profit‑Organisationen.
  • Sie sind in Fundraising‑Aktivitäten häufig sehr erfolgreich.
  • Enthusiasmus und Passion bestimmen ihre Motivation.
  • Sie bringen Innovation und Risikobereitschaft mit.
  • Sie erbringen Kontinuität und Einsatzbereitschaft über die Arbeitszeiten von bezahlten Kräften hinaus.

Damit freiwillige Ressourcen mit all diesen Möglichkeiten für eine Einrichtung auch optimal genutzt werden können, ist schon bei der Anwerbung darauf zu achten, die richtige Person für die richtige Einsatzmöglichkeit zu suchen und nicht Freiwillige aufs Geratewohl anzuwerben. Sieht man in ehrenamtlicher Mitarbeit nicht nur eine billige oder gar kostenfreie Arbeitskraft, ist es zeit‑ und Kosten sparender, eine gezielte Einstiegsmöglichkeit über Bewerbung und Bewerbungsgespräche, über Stellenbeschreibungen und über Begleitung anzubieten.

Freiwillige sind eine eigenständige Mitarbeitergruppe in einer Einrichtung. Damit auch diese Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eingebunden sind in Vereinsbelange und in die Weiterentwicklung der Einrichtung, sind für sie Führungsstrukturen ebenso notwendig wie für bezahlte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Die Freiwilligen brauchen ebenso Anerkennung, Würdigung und Ansprache wie Aufgaben, klare Absprachen und Mitbestimmungsmöglichkeiten. Freiwillige kommen nicht, um der Einrichtung zu helfen, Geld einzusparen. Sie kommen, um sich für die Lösung sozialer Probleme zu engagieren und eine sinnvolle Arbeit zu leisten.

Freiwillige Mitarbeit braucht ein gezieltes Management, um Menschen, die bereits für die Einrichtung arbeiten, gezielt zu fördern. Sie können z.b. auch in neue Aufgaben eingebunden werden, einen größeren Verantwortungsbereich erhalten, »Karriere« machen.

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