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Geschäftsfeldbestimmung 1 (3)

Der Prozess zur Bestimmung des Geschäftsfeldes ist nicht nur für den wirtschaftlichen Erfolg der Gründung entscheidend, sondern wirkt auch auf die Identifikation der Beteiligten mit dem Projekt ein. Daher ist eine gute Prozessgestaltung ebenso wichtig wie die Wahl geeigneter Entscheidungsgrundlagen. Im Folgenden wird ein dreischrittiges analytisches Verfahren zur Geschäftsfeldbestimmung erläutert. Im ersten Schritt erfolgt dabei eine Bestandsaufnahme der nützlichen Ressourcen des Trägers. Auf dieser Grundlage werden in einem zweiten Schritt mögliche Geschäftsideen gesammelt und priorisiert. Aus den drei erfolgsversprechendsten Ideen wird schließlich in einem strukturierten Erfolgs-Check die beste Alternative ausgewählt.

1. Bestandsaufnahme

Die Bestandsaufnahme soll ein Bild davon geben, über welche Ressourcen der Träger verfügt, die ihm Wettbewerbsvorteile auf dem Markt einbringen können. Hierbei stehen Kontakte, Kompetenzen und Kapazitäten im Vordergrund. Die Bestandsaufnahme kann im Projekt-Team erfolgen, sollte aber auf jeden Fall unterschiedliche Perspektiven der Organisation (Vorstand, Hauptamtliche, Klient/innen) einbeziehen.

  • Kontakte: Die Bezugsgruppen (Stakeholder) des Trägers sind bei der Suche nach Geschäftsfeldern oft ein guter Ausgangspunkt, da die Organisation zu ihnen einen direkten Zugang herstellen kann. Als potentielle Kunden kommen dabei nicht nur die bestehenden Klienten in Frage, sondern auch andere Gruppen, wie etwa die Partner oder Geldgeber des Trägers. Bei der Bestandsaufnahme der Kontakte wird für jede Bezugsgruppe ein kurzes Profil erstellt, das ihre Bindung zur Organisation und ihr Potential als Zielgruppe skizziert. In Bezug auf das Potential ist vor allem zu erörtern, welche Bedarfe bestehen, die durch ein Angebot des Trägers abgedeckt werden könnten.

  • Kompetenzen: Neben dem »Wen kennen wir?« stellt sich in der Bestandsaufnahme auch die Frage »Was können wir?«, denn das Geschäftsfeld sollte so gewählt sein, dass sich die Kompetenzen der Organisation darin nutzen lassen. Kompetenzen können sowohl in der Führung als auch in der Verwaltung und im fachlichen Bereich angesiedelt sein. Während einige Kompetenzen direkt mit einzelnen Personen zusammenhängen, ergeben sich viele erst aus dem Zusammenspiel der individuellen Fähigkeiten im System der Organisation. Die Liste der Kompetenzen kann zunächst lang sein, sollte aber in einem zweiten Schritt auf drei bis vier Kernkompetenzen zugespitzt werden.

  • Kapazitäten: Bei der Erörterung der Kapazitäten stehen die personellen und finanziellen Ressourcen und die Ausstattung des Trägers mit materiellen und immateriellen Werten im Zentrum. In Bezug auf das Personal ist nicht nur entscheidend, wieviel Arbeitszeit die Organisation in den Aufbau des Geschäftsbetriebs investieren kann, sondern auch, wie es um personelle Kontinuität bestellt ist. Geschäftsbeziehungen brauchen lange Zeit und ein häufiger personeller Wechsel ist im Aufbau eines Betriebs oft unverträglich. Die Wahl des Geschäftsfelds wird auch von den finanziellen Kapazitäten des Trägers beeinflusst. Hier spielt vor allem die Fähigkeit zur Rücklagenbildung eine Rolle, da sie das mögliche Investitions­volumen der Geschäftsgründung bestimmt. Weitere wichtige Größen sind die Budgetflexibilität und die materiellen Sicherheiten. Geschäftsgründungen sind kostspielig und meist mit unerwarteten Mehrausgaben verbunden, die oft nachträgliche und kurzfristige Kredit- und Darlehenstransfers zwischen Geschäftsbetrieb und Träger notwendig machen. Schließlich ist die sonstige Ausstattung der Organisation mit Immobilien, Fahrzeugen und Equipment, aber auch mit immateriellen »vermarktbaren« Werten (z.B. Marke, Reputation und Rechte) zu benennen.
tipp

Als zeitliches Minimum sollte ein hauptamtlicher Mitarbeiter zu 30 bis 50% auf mindestens ein halbes Jahr für den Aufbauprozess freigestellt werden. In kleinen Organisationen mit weniger als fünf Personen ist selbst dies oft unmöglich, sodass hier nach »pflegeleichten« Geschäftsfeldern gesucht werden muss.

Die Bestandsaufnahme ist nicht nur eine nützliche Grundlage zur Bestimmung des Geschäftsfeldes, sondern sollte auch als kritische Überprüfung der Frage genutzt werden, ob der Träger überhaupt »das Zeug« zu einer Geschäftsgründung hat. Sofern sich unter den Kontakten keine potentiellen Kundengruppen ausmachen lassen, die Organisation wenig nützliche Kernkompetenzen hat und ihre Kapazitäten bereits überlastet sind, sollte von einer Geschäftsgründung unter Umständen Abstand genommen werden. Solch eine Entscheidung fällt nicht immer leicht, ist aber zu diesem frühen Stadium immer noch einfacher zu fällen als im späteren Prozess. Allerdings muss ein lückenhaftes Ressourcen-Profil nicht immer zum Abbruch der Suche führen. Fehlende Kontakte, Kompetenzen und Kapazitäten können zum Beispiel durch Partnerschaften mit anderen Trägern oder Unternehmen ausgeglichen werden. Ebenso ist es möglich, die zeitintensive und finanziell riskante Gründungsphase zu überspringen und einen bestehenden Betrieb oder ein Franchise zu übernehmen. Sofern Betriebsmittel, aber keine personellen Kapazitäten zur Verfügung stehen, empfiehlt sich gegebenenfalls auch die Verpachtung von Räumen, Anlagen oder auch Rechten.

tipp

Partnerprogramme >>Affiliate Programmes<<

Partnerprogramme können für Träger mit viel Online-Publikumsverkehr eine einfache und lukrative Art sein, Geld zu verdienen. Das Grundprinzip ist dabei eine Verlinkung der eigenen Webseite mit der Seite des Partnerunternehmens, durch die potentielle Kunden auf die Partnerseite geführt werden. Dabei stehen generell drei Varianten zur Wahl:

pay-per-click: Für jeden Klick, der von der Webseite des Trägers auf die Seite des Partnerunternehmens kommt, wird ein fester Betrag gezahlt.

pay-per-sale: Für jeden Verkauf eines Produktes des Partnerunternehmens, der von der Seite des Trägers initiiert wird, erhält dieser eine Umsatzprovision. Die Provision beträgt in der Regel zwischen 5 und 15% des Verkaufspreises (abhängig von der Verkaufsmenge)

pay-per-lead: Für das Ausführen bestimmter Aktionen (z.B. Erstanmeldung oder Ausfüllen eines Formulars), die durch die Seite des Trägers vermittelt werden, zahlt das Partnerunternehmen dem Träger einen Festbetrag.

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