Steuerungseinfluss bei Auslagerungen 2 (2)
Verbundlösungen
Holding
Mehrere unterschiedlich strukturierte juristisch eigenständige Körperschaften (meist GmbHs und gGmbHs) werden von einer zentralen Steuerungseinheit geführt. Dies kann ein Verein ohne eigene Programmaktivitäten oder eine Stiftung sein, die Gesellschafterin der Körperschaften ist. Bei Mischvarianten werden auch Zweckbetriebe und wirtschaftliche Geschäftsbetriebe im Portfolio geführt.

Vorteil: Die Organisationen sind in sich homogen und operativ unabhängig steuerbar, werden aber strategisch geführt. Synergien können optimal genutzt werden
Nachteil: Die Wege von der zentralen Steuerungseinheit bis zur operativen Basis sind lang. Die Steuerung ist aufwendig und erfordert hohe betriebswirtschaftliche und politische Kompetenz
Fallbeispiele: Stiftung Synanon (Mischvariante)
Netzwerk
Mehrere unterschiedlich strukturierte, juristisch eigenständige Körperschaften (Vereine, Stiftungen, GmbHs, gGmbHs etc.) bilden durch laterale Abstimmung und Vertragsbeziehungen ein Netzwerk.

Vorteil: Der Verbund kann flexibel und schnell auf Umweltveränderungen reagieren. Die Mitglieder bewahren maximale Autonomie
Nachteil: Die Steuerung ist zeitintensiv und ergebnisoffen
Fallbeispiele: Pfefferwerk Verbund
Steuerungsgesellschaft
Mehrere gemeinnützige Träger gründen gemeinsam eine Steuerungsgesellschaft, die die wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe (meist ausgelagerte GmbHs) zentral steuert und zentrale Verwaltungsaufgaben für sie übernimmt.

Vorteil: Sowohl die Geschäftsbetriebe als auch die gemeinnützigen Träger werden von Steuerungs- und Verwaltungsaufwand entlastet. Synergien können optimal genutzt werden
Nachteil: Die unterschiedlichen Interessen der gemeinnützigen Träger können die optimale Führung der Steuerungsgesellschaft blockieren
Exkurs: Lose Kopplung - Die Bindung zwischen Organisationseinheiten wird in der Organisations-Theorie als >>Kopplung<< bezeichnet.


