PC Jugend e.V. Kölner PC-Notdoktor 1 (2)

Der Kölner »PC Jugend e.V.« ist einer der wenigen gemeinnützigen Träger, die ihre Arbeit zu 100% selbst finanzieren. Durch Serviceangebote im PC-Bereich und den Verkauf gebrauchter Hardware hat es der Verein innerhalb von einem Jahr geschafft, eine Lern- und Arbeitswerkstatt für Jugendliche aufzubauen, die sich nicht nur selbst trägt sondern dabei beständig wächst.
Entwicklungsgeschichte
Die Idee zum Projekt entstand 2002. Die Initiatoren der »PC Jugend« – damals selbst auf der Suche nach neuen Arbeitsfeldern – sahen in dem Verein die Chance, drei Probleme in einer Geschäftsidee aufzulösen. Das Problemdreieck beschreibt Reiner Baumgarten, stellvertretender Vorsitzender des Vereins wie folgt: Auf der einen Seite besteht eine große Nachfrage nach gebrauchter IT-Hardware, die in Zusammenhang mit dem Bedarf an Installation und Wartung nicht immer optimal über den Online-Handel befriedigt werden kann. Dem gegenüber steht ein erhebliches Hardware-Entsorgungsproblem bei Unternehmen, die immer häufiger ihre IT-Systeme teilweise oder komplett auswechseln. PCs gelten als Sondermüll, und bis 2006 die Computerhersteller gezwungen sind, gebrauchte Hardware zurückzunehmen, kostet ihre Entsorgung viel Geld. Als drittes Element gruppiert sich zu diesem Problemensemble die Masse IT-interessierter Jugendlicher, die zur Zeit weder Arbeit noch Ausbildungsstelle haben. »Wir haben aus drei Minus ein Plus gemacht«, erklärt Baumgarten – Unternehmen spenden ihre gebrauchten Computer, die vom Verein abgeholt werden; Jugendliche arbeiten die PCs unter fachlicher Anleitung auf; Kunden erhalten hochwertige Ware und Serviceleistungen zu günstigen Preisen.
Die Entwicklung des Geschäftsbetriebs erfolgte in kleinen Schritten. Nach einem ersten erfolglosen Anlauf wurde der Verein Ende 2002 unter dem Namen »PC Jugend« konstituiert und im Kölner Vereinsregister angemeldet. Als Arbeitsplatz fungierte zunächst das Büro eines Mitglieds, wobei anfänglich vor allem Aufträge im Außendienst akquiriert wurden, um das Startkapital für die Werkstatt zu erwirtschaften. Die so begonnene Betriebssparte »PC-Notdoktor« hat heute einen Stamm von fast 300 Kunden und wächst beständig weiter. Ihr Angebot reicht von der PC-Erstkonfiguration bis hin zur ambulanten Viren- und Wurmbeseitigung.
Erste Abholungen von Second-Hand-Geräten zum Weiterverkauf wurden mit einem privaten PKW erledigt, der mittlerweile durch einen vereinseigenen Transportbus ersetzt ist. Während zunächst alle angebotenen Geräte angenommen wurden, sortiert das Team heute die Eingänge gut vor, um nicht im Technikschrott zu versinken. Dennoch kommt es mitunter vor, dass Firmen eine Komplettabholung ihrer Systeme zur Bedingung der Übergabe machen. Obwohl die steuerliche Absetzbarkeit der Sachspenden dabei nicht unbedingt im Vordergrund steht, sind die in Höhe des Wiederverkaufswertes ausgestellten Spendenbescheinigungen willkommene Anreize zum Spenden.
Der Verkauf der Ware – PCs, Bildschirme, Drucker, Systemelemente und anderes Zubehör – erfolgt schwerpunktmäßig über die Ladenwerkstatt im Kölner Stadtteil Nippes. Allerdings hat die »PC Jugend« auch eine zweite Verkaufsstelle in Siegburg und vertreibt zunehmend erfolgreich über ihren Online Shop. Dabei werden auch neue Systemteile angeboten, die der Verein über Großhändler bezieht. Auf alle Ware wird – wie gesetzlich vorgeschrieben – ein Jahr Garantie gewährt. Die Preise sind dem Marktniveau angepasst.


